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Ausgereiftes Gesamtkonzept überzeugt

25.11.2011: EROWA


Mehr Aufträge durchschleusen, mehr Jobs vorpuffern, das ist heute nur noch mit Automatisierung möglich. Das Unternehmen Kunststofftechnik Jantsch setzt dabei im eigenen Werkzeugbau auf eine Mehrmaschinenanbindung über das Robot System Linear von Erowa. Seither haben sich die Durchlaufzeiten um zirka 20 Prozent verkürzt, die Lieferzeiten enorm reduziert und die Kapazität messbar vergrößert.

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Der Roboter holt die Elektroden/Werkstücke aus den Rotary Magazinen und positioniert sie exakt vor der Erodiermaschine bzw. von da aus in der Messmaschine.

Der Roboter holt die Elektroden/Werkstücke aus den Rotary Magazinen und positioniert...

„Arbeitsplätze gehen nur da verloren, wo der Werkzeug- und Formenbau nicht automatisiert, denn nur wo rationalisiert wird, entsteht mehr Arbeit und damit Ertrag.“ Diesen Standpunkt vertritt Wieland P. Loh, Geschäftsführer der Kunststofftechnik Jantsch in Nürnberg. Wie ernst es ihm damit ist, macht deutlich, dass er im eigenen Formenbau seit Jahren eine kontinuierliche Effizienzsteigerung durchführt. So hatte man bislang schon einen hohen Automatisierungsgrad beim HSC-Fräsen und seit März 2011 nun auch beim Erodieren.

Die Draht– und die Senkerodiermaschine sowie die 3D-Koordinatenmessmaschine werden über das Robot System Linear aus zwei Rotary Magazinen von Erowa bestückt. Mit dieser Automationslösung hat man in Nürnberg zwar absolutes Neuland betreten, sieht darin aber einen großen Schritt zu mehr Wettbewerbsfähigkeit. Die drückt sich ja zunächst in Kosten, Durchlauf- und Lieferzeiten aus. So wurden bei Jantsch bislang 50 bis 70 Formen im Jahr hergestellt. Davon waren 90 bis 95 Prozent für den Eigenbedarf, der Rest für externe Unternehmen.

Nachdem aber der Eigenbedarf enorm gestiegen ist, hat man sich 100 Formen im Jahr zum Ziel gesetzt. Mit der Mehrmaschinenanbindung ist man mittlerweile auf dem besten Weg, das zu erreichen. Dazu Wieland P. Loh: „Diese Automatisierungslösung ist freilich eine sehr komplexe Materie, denn die Anlage musste auf schon vorhandenen Systemen aufgebaut werden. Zusätzlich haben wir in die Gantry Eagle 500 von OPS-Ingersoll investiert. Hinzu kam das Jobmanagementsystem und Qualitätsmessen von Zwicker Systems.
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Die vorhanden Drahterodiermaschine sowie die neue Messmaschine mussten in das System eingebunden werden.

Die vorhanden Drahterodiermaschine sowie die neue Messmaschine mussten in das...

Allein mit „Aufpfropfen“ ist es da nicht getan. Man darf bei einem solchen Projekt aber auch nicht erwarten, dass man die Software einspielt – und es läuft. Man muss auf individuelle Vorgaben und unterschiedliche Maschinentypen eingehen.“

Entscheidung für die Systempartnerschaft

Das war dann auch der Grund, warum man sich in Nürnberg für den Verbund Erowa, OPS-Ingersoll und Zwicker Systems entschieden hat. Man war zwar zunächst bei der Entscheidungsfindung grundsätzlich offen – für die Verantwortlichen war das aber ein ausgereiftes Gesamtkonzept. Die Systempartnerschaft, Erowa als Automatisierungsspezialist und zentraler Ansprechpartner – mit Zwicker Systems hatte man bereits gearbeitet – war bei der Entscheidungsfindung enorm wichtig. Es standen aber auch konzeptionelle bzw. technische Features auf dem Prüfstand. So war eine kreisförmige Anordnung der Maschinen schon allein aus Platzgründen nicht möglich. Außerdem wollte man mit dem Automatisierungskonzept flexibel sein und bleiben. Während bei einer kreisförmigen Anordnung und einer Bedienung durch einen Knickarmroboter das Limit an Maschinen schnell erreicht ist, lässt sich das Robot System Linear bis auf acht Maschinen in einer Länge bis zu 28 m ausbauen. Platz bzw. die Flexibilität, weitere Maschinen – eventuell auch eine Waschmaschine – zu integrieren, ist also gegeben.

Ein weiterer Aspekt waren die Rotary Magazine für Elektroden und Formeinsätze. Mit sieben Tellern, jeweils
für 30 Elektroden, ist bei geringem Platzbedarf viel Raum vorhanden. Außerdem lassen sich damit wahlweise Elektroden, Werkzeuge oder auch Platten für das Drahtschneiden bevorraten. Selbst wenn man in Nürnberg nicht nach Sekunden sucht, ist man bestrebt, mit der Anlage kontinuierlich und schnell zu fertigen. Mit den Rundmagazinen ist man auf Grund der kurzen Wege dann auch messbar schneller.

Eine Investition, um weiter da zu sein

Mittlerweile läuft die Anlage äußerst produktiv – nachts und übers Wochenende. Man schätzt, dass man die Durchlaufzeiten um ca. 20 Prozent gesenkt hat. Diese Zeiteinsparungen resultieren aus der automatisierten Fertigung und der neuen Senkerodiermaschine, denn Konstruktions- und Montagezeiten sind ja geblieben – eine äußerst positive Bilanz.

Wieland P. Loh gibt allerdings zu bedenken: „So eine Anlage muss intensiv geplant und entsprechende Vorbereitungen getroffen werden. Man muss sich klar darüber sein, dass sich die Arbeitsabläufe ändern. Ich möchte allerdings auch nicht verschweigen, dass es mein größtes Problem war, neue qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Ja, diese Automation schafft neue Arbeitsplätze, denn im CAM-Bereich waren zusätzlich Mitarbeiter notwendig, um mehr Aufträge durchzuschleusen und Jobs vorzupuffern“. Deshalb ist die Investition in die Automatisierung bei der Kunststofftechnik Jantsch wohl auch bei den Mitarbeitern als durchwegs positiv aufgenommen worden. Man sieht darin eine Investition in die Arbeitsplätze – eine Investition, um einfach weiter präsent zu sein.
Der Roboter holt die Elektroden/Werkstücke aus den Rotary Magazinen und positioniert sie exakt vor der Erodiermaschine bzw. von da aus in der Messmaschine.
Die vorhanden Drahterodiermaschine sowie die neue Messmaschine mussten in das System eingebunden werden.
Sowohl die Senk- als auch die Drahterodiermaschine (links) und die Messmaschine werden über das Robot System Linear von Erowa bestückt.
Die Rotary Magazine mit sieben Tellern – jeweils für 30 Elektroden – bieten bei geringem Platzbedarf viel Raum. Außerdem lassen sich damit wahlweise Elektroden, Werkzeuge oder auch Platten für das Drahtschneiden bevorraten.
Elektroden und Formeinsätze werden heute in Nürnberg mannlos – auch nachts und übers Wochenende – gefertigt.


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