branchengeschehen
Impulse für die Nachhaltigkeitsinitiativen der Industrie von Sandvik
Die Internationale Energieagentur (IEA) weist darauf hin, dass der Industriesektor bis 2050 voraussichtlich keine Netto-Null-Emissionen erreichen wird – vor dem Hintergrund, dass die Industrie für ein Viertel der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich ist. Um das Klimaproblem in den Griff zu bekommen, müssen Unternehmen nicht nur ihren Energieverbrauch senken, sondern auch die Art der Ressourcen, die sie nutzen, überdenken. Patrik Eurenius, Head of Sustainability and EHS (Environment, Health and Safety) bei Sandvik Coromant, erläutert, wie ein ganzheitlicher Ansatz wie Manufacturing Wellness in den Bereichen Energieverbrauch und erneuerbare Ressourcen dazu beitragen kann, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
Unternehmen müssen nicht nur ihren Energieverbrauch senken, sondern auch die Art der von ihnen genutzten Ressourcen überdenken, um das Klimaproblem in den Griff zu bekommen.
Der IEA-Bericht „Tracking Clean Energy Progress 2023“ hat 50 Schlüsselkomponenten der Energiewende untersucht und jeweils bewertet, ob sie „auf dem richtigen Weg“ sind, „nicht auf dem richtigen Weg“ sind oder ob noch Anstrengungen nötig sind – jeweils bezogen auf das „Netto-Null-Szenario bis 2050“ für das Jahr 2030. Das Fazit des Berichts: Kein Industriesektor, in dem Stahl und Aluminium verarbeitet wird, ist derzeit „auf dem richtigen Weg“. Dennoch wurden in den letzten Jahren vielversprechende Fortschritte erzielt, so dass die IEA prognostizierte, dass erneuerbare Energien bereits Anfang 2025 die weltweit wichtigsten Energiequellen sind und Kohle als Energieträger überholt haben werden.
Sandvik Coromant hat an seinem Produktionsstandort im italienischen Rovereto eine 10.000 Quadratmeter große Photovoltaikanlage installiert.
Wichtige Verpflichtungen
Immer mehr Unternehmen verpflichten sich, ihre Emissionen zu reduzieren. Die Science Based Targets Initiative (SBTi) verzeichnete im Jahr 2023 im Vergleich zu allen Vorjahren 102 Prozent mehr Unternehmen, die ihre Ziele validieren. Um eine SBTi-Validierung zu erhalten, müssen sich Unternehmen an die von der Klimawissenschaft definierten Best Practices halten. Wer keine ausreichend ambitionierten Ziele vorlegt, riskiert seinen Ausschluss.
Die globale Unternehmensgruppe Sandvik hat das Netto-Null-Emissionsziel von Sandvik Coromant für 2023 bestätigt. Es umfasst Netto-Null-Emissionen in den Sandvik Coromant Betrieben bis 2035 und in der gesamten Wertschöpfungskette bis 2050. Zwischen 2019 und 2023 konnte das Unternehmen seine direkten und indirekten Emissionen (Scope-1- und Scope-2-Emissionen) halbieren. Bis 2030 sollen sie in den eigenen Werken um 85 Prozent reduziert werden.
Mit dem Sustainability Analyser können Kunden ihren Energieverbrauch pro Bauteil sowie den daraus resultierenden jährlichen Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß genau messen und so fundierte Entscheidungen bei der Auswahl von Zerspanungswerkzeugen treffen.
Mehrgleisige Strategie
Gerade für Fertigungsunternehmen, die noch am Anfang ihres Transformationsprozesses stehen, ist der Einstieg eine Herausforderung. Ein erster Schritt kann die Investition in erneuerbare Energien sein. So bieten beispielsweise Fabrikdächer oft große ungenutzte Flächen, die für die Energieerzeugung genutzt werden können – ohne zusätzlichen Flächenverbrauch. In Zusammenarbeit mit Dolomiti Energia, dem regionalen Marktführer für erneuerbare Energien, hat Sandvik Coromant an seinem Produktionsstandort in Rovereto, Italien, eine 10.000 Quadratmeter große Photovoltaikanlage installiert.
Die Anlage ist inzwischen voll in Betrieb und produziert jährlich 836.000 kWh Strom. Dadurch konnten die standortbezogenen Emissionen und der Strombezug des Werks um 13 Prozent gesenkt werden. Auch andere Standorte von Sandvik Coromant setzen verstärkt auf erneuerbare Energien. Das Werk in Langfang, China, erzeugt täglich 1.645 kWh Solarstrom – genug, um täglich 55 Haushalte zu versorgen.
Ganzheitliche Betrachtung
Um das Potenzial erneuerbarer Energiequellen voll auszuschöpfen, ist es jedoch wichtig, die Energiewende aus verschiedenen Blickwinkeln anzugehen. Deshalb hat Sandvik Coromant in Rovereto zusätzlich in LED-Beleuchtung, Wärmerückgewinnung und bedarfsgerechte Steuerung investiert.
Ein weiterer Hebel zur Reduzierung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen ist die Verbesserung der Energieeffizienz. Als besonders effektiv haben sich Wärmepumpen erwiesen, wie sie Sandvik Coromant an mehreren Standorten installiert hat. Am Standort Kattowitz (Polen) konnte durch ein integriertes System aus Wärmepumpe, Kältemaschine und Wärmerückgewinnung der Energieverbrauch um 24 Prozent und der Erdgasverbrauch um 40 Prozent gesenkt werden.
Die Nachhaltigkeitsstrategie von Sandvik Coromant geht über die eigenen Produktionsstätten hinaus. Mit einer neuen integrierten Lösung hilft der Hersteller auch anderen Unternehmen, ihren Energieverbrauch und ihre Emissionen zu senken – denn eine höhere Effizienz in der Fertigung senkt den Gesamtenergiebedarf und damit den Anteil fossiler Brennstoffe am Energieträgermix. Mit dem Sustainability Analyser können Kunden ihren Energieverbrauch pro Bauteil in Kilowattstunden (kWh) sowie den daraus resultierenden jährlichen Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß genau messen. Auf dieser Basis können sie fundierte Entscheidungen bei der Auswahl von Zerspanungswerkzeugen treffen – mit dem Ziel, ihre CO₂-Bilanz zu verbessern.
Ganzheitlich vorgehen
Die SBTi-Validierung und das Erreichen von Netto-Null-Zielen sind realistische Vorhaben – vorausgesetzt, man verfolgt einen strategischen Ansatz, der alle Schritte des Fertigungsprozesses miteinander vernetzt. Wer beispielsweise in Technologien für erneuerbare Energien investiert, aber die Energieeffizienz in der Produktion nicht verbessert, kann seine Scope-1- und Scope-2-Emissionen kaum wesentlich senken.
Diese ganzheitliche Perspektive prägt auch die Manufacturing-Wellness-Denkweise von Sandvik Coromant. Der Ansatz umfasst sieben Prinzipien, zu denen die Nutzung von Daten und neuen Technologien sowie die Zusammenarbeit mit starken Partnern gehören. All dies hilft Unternehmen, nachhaltiger zu produzieren und ihre CO₂-Emissionen zu reduzieren.
Ein gutes Beispiel hierfür ist die Solaranlage in Rovereto, denn ohne das Fachwissen von Dolomiti Energia im Bereich der erneuerbaren Energien wäre sie nicht realisierbar gewesen. Solche Partnerschaften bringen aber nicht nur spezifisches technisches Know-how ins Haus, sondern stellen auch sicher, dass alle Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette das Netto-Null-Ziel verfolgen. Wer hingegen mit Partnern zusammenarbeitet, für die Nachhaltigkeit keine Priorität hat, trifft eine Entscheidung, die sich direkt auf die Emissionen auswirkt.
Netto-Null-Ziele erfüllen
Das Erreichen wissenschaftlich fundierter Emissionsziele stärkt die Industrie langfristig und hilft Fertigungsunternehmen, ihren CO₂-Fußabdruck zu reduzieren. Mit seinem ganzheitlichen Ansatz unterstützt Sandvik Coromant seine Kunden dabei, ihre eigenen Netto-Null-Ziele zu erfüllen.



Teilen: · · Zur Merkliste