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Italienische Werkzeugmaschinenindustrie stark auf der EMO 2025 vertreten

Mit 140 anwesenden Unternehmen stellte Italien die zweitgrößte ausländische Delegation auf der EMO Hannover 2025, die vom 22. bis 26. September auf dem Messegelände stattfand. Diese starke Präsenz verdeutlichte, wie sehr die italienische Werkzeugmaschinen-, Robotik- und Automatisierungsindustrie an die internationale Strahlkraft der Veranstaltung glaubt, die Fachleute aus aller Welt zusammenführt. Sie zeigte zugleich, wie essenziell die Aktivitäten auf den Auslandsmärkten für die Branche sind. Schon jetzt richtet sich der Blick nach vorn: Die nächste Ausgabe wird vom 4. bis 8. Oktober 2027 in Mailand stattfinden.

Mit 140 anwesenden Unternehmen stellte Italien die zweitgrößte ausländische Delegation auf der EMO Hannover 2025, die vom 22. bis 26. September auf dem Messegelände stattfand.

Mit 140 anwesenden Unternehmen stellte Italien die zweitgrößte ausländische Delegation auf der EMO Hannover 2025, die vom 22. bis 26. September auf dem Messegelände stattfand.

Traditionell nutzte UCIMU-Sistemi per Produrre, der Verband der italienischen Hersteller von Werkzeugmaschinen, Robotik und Automationssystemen, die EMO für eine Pressekonferenz, um aktuelle Prognosen vorzustellen. Präsident Riccardo Rosa machte deutlich, dass das Centro Studi & Cultura di Impresa die zu Jahresbeginn veröffentlichten Daten nach unten korrigieren musste. Auf Basis der jüngsten Auftragseingänge und Auslieferungen des zweiten Quartals 2025 könne das ursprünglich erwartete Produktionswachstum nicht bestätigt werden.

Für 2025 wird eine Produktion von 6,34 Milliarden Euro prognostiziert, was einem stabilen Ergebnis gegenüber 2024 entspricht (+0,2 %). Belastet wird dieses Resultat jedoch durch einen deutlichen Rückgang der Exporte und eine weiterhin schwache Inlandsnachfrage. Im Ausland dürften die Verkäufe bei rund 3,895 Milliarden Euro liegen, ein Minus von 8,9 %. Im Inland hingegen sollen die Auslieferungen um 19,1 % auf 2,445 Milliarden Euro steigen, getragen von einer leichten Erholung des Verbrauchs, der auf 4,23 Milliarden Euro geschätzt wird (+14,1 %). Trotz zweistelliger Wachstumsraten bewegen sich die absoluten Werte nach wie vor auf niedrigem Niveau. Rosa sprach von einem Szenario ohne klaren Trend, sondern mit Auf- und Abwärtsbewegungen, die die volatile Gesamtsituation widerspiegeln.

Exportmärkte im Detail und politische Unsicherheiten

Besonders deutlich wird der Rückgang im Exportgeschäft bei den reinen Werkzeugmaschinen. Zwischen Jänner und Juni 2025 sanken die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13,3 %. Nahezu alle Märkte waren betroffen. Ausnahmen bildeten Polen, Mexiko, die Schweiz, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien. Allerdings bleibt das Volumen in den beiden letztgenannten Ländern trotz Zuwächsen gering.

Die wichtigsten Absatzmärkte für italienische Anbieter waren im ersten Halbjahr die USA mit 292 Millionen Euro (-4,2 %), Deutschland mit 127 Millionen (-28,1 %), Polen mit 97 Millionen (+8,3 %), Frankreich mit 97 Millionen (-7,5 %) und Indien mit 85 Millionen Euro (-14,1 %). Besonders schmerzhaft ist der Rückgang in Deutschland, das traditionell zu den wichtigsten Partnerländern gehört. Mit der schwächelnden deutschen Industrie geraten auch Europa und Italien unter Druck, da italienische Hersteller eng in die deutschen Wertschöpfungsketten eingebunden sind. Besonders betroffen ist der Automobilsektor, der gleichzeitig unter der Transformation zur Elektromobilität und der Baukrise leidet. Hoffnung setzt die Branche auf das 46-Milliarden-Euro-Programm der Bundesregierung, das die Konjunktur beleben und Impulse für die verarbeitende Industrie setzen soll. Trotz politischer Unsicherheiten bleiben die USA der wichtigste Absatzmarkt. Präsident Trump hat wiederholt Zölle angekündigt und zurückgenommen, was für eine volatile und schwer einschätzbare Situation sorgt. Unabhängig von den tatsächlichen Tarifen belastet vor allem die daraus resultierende Unsicherheit die Industrie und dämpft die Exportdynamik nicht nur in die USA, sondern weltweit.

Perspektiven für die Industriepolitik in Italien

Für den Heimatmarkt sieht UCIMU leichte, aber noch unzureichende Verbesserungen, begünstigt durch die jüngsten Klarstellungen und Vereinfachungen im Programm Transizione 5.0. Der Indikator der gesicherten Produktionsmonate lag im ersten Halbjahr 2025 bei 6,6 Monaten und damit besser als im Vorjahr, jedoch weiterhin deutlich unter dem Niveau früherer Jahre. Mit dem Auslaufen von Industria 4.0 und Transizione 5.0 zum Jahresende unterstreicht UCIMU die Dringlichkeit eines neuen industriepolitischen Plans, der die Unternehmen ab 2026 verlässlich begleiten soll.

UCIMU hat dem Ministerium für Unternehmen und Made in Italy bereits seine Mitarbeit zugesagt. Ziel ist es, gemeinsam ein vereinfachtes Maßnahmenpaket zu entwickeln, das die Ansätze von 4.0 und 5.0 zusammenführt und so die Nutzung für Unternehmen erleichtert. Nur so könne sichergestellt werden, dass die Branche die Maßnahmen auch tatsächlich ausschöpfen kann.

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