Sauter bringt den automatisierten Werkzeugwechsel in die Drehmaschine

Werkzeuge automatisiert zu wechseln, ist auf Fräsmaschinen üblich, auf Drehmaschinen aber noch etwas völlig Neues. Auf der AMB zeigt Sauter Feinmechanik, Spezialist für Werkzeugrevolver, wie sich der automatisierte Werkzeugwechsel auf Drehmaschinen übertragen lässt. Im Zentrum steht das Schnellwechselsystem Sauter SolidPro als Baustein einer kompletten Prozesskette, die Werkzeugdaten, Rüstvorgänge und Qualitätskontrolle zusammenführt.

Ein Adapter mit integriertem Messtaster wird per Roboterarm in Sauter SolidPro eingesetzt.

Ein Adapter mit integriertem Messtaster wird per Roboterarm in Sauter SolidPro eingesetzt.

Bislang standen mehrere Hürden einem automatisierten Werkzeugwechsel auf Drehmaschinen im Wege. Dabei geht es weniger um den Wechsel selbst als um die vor- und nachgelagerten Prozessschritte. Die Werkzeugplätze sind begrenzt, zusätzliche Werkzeuge müssen manuell eingewechselt werden. Gleichzeitig braucht jeder Wechsel verlässliche Geometriedaten, damit es weder zu Kollisionen noch zu Maßabweichungen kommt, die im mannlosen Betrieb zu spät auffallen.

Der automatisierte Adapter-Wechsel an einem geraden Werkzeughalter mit Sauter SolidPro Schnittstelle.

Der automatisierte Adapter-Wechsel an einem geraden Werkzeughalter mit Sauter SolidPro Schnittstelle.

Werkzeugwechsel als komplette Prozesskette

Mit dem Schnellwechselsystem Sauter SolidPro hat Sauter eine Tooling-Innovation, die den automatisierten Werkzeugwechsel an Drehmaschinen technisch ermöglicht. Den nächsten Evolutionsschritt zeigt das Unternehmen auf der AMB 2026: Einen Werkzeugrevolver, der den Werkzeugwechsel als komplette Prozesskette abbildet. Teil dessen ist eine automatisierte Vermessung, die die Geometrie neu zu bestückender Adapter erfasst. Die Daten werden dem Adapter eindeutig zugeordnet und über die Werkzeugverwaltung für die Maschine verfügbar gemacht. Parallel gibt es einen Speicher, aus dem ein Roboter die passenden Adapter entnimmt und sie mit dem Schnellwechselsystem Sauter SolidPro direkt am Revolver, statischen Bearbeitungseinheiten oder direkt auf Linearachsen ein- und auswechselt.

Um Ungenauigkeiten nach einem Werkzeugwechsel entgegenzuwirken, wird der Ablauf um eine Gegenkontrolle ergänzt: Ein Messtaster in einem Adapter prüft das Bauteil nach dem Wechsel, sodass Abweichungen direkt korrigiert werden können. Felix Schöller, Geschäftsführer von Sauter, sagt: „Diese komplett durchdachte Prozesskette erweitert den Einsatzbereich von Werkzeugrevolvern: Betriebe, die bisher wegen der Werkzeugverfügbarkeit und Flexibilität zur teureren Dreh Fräsmaschine greifen mussten, haben jetzt die Möglichkeit, mit einer Drehmaschine mit Werkzeugrevolver flexibel zu automatisieren.“

Ein Roboter-Greifer führt einen Werkzeugwechsel über den Sauter SolidPro aus.

Ein Roboter-Greifer führt einen Werkzeugwechsel über den Sauter SolidPro aus.

Prozessstabilität dank Thermik

Neben der Automatisierung zeigt Sauter auf der AMB 2026 einen weiteren Entwicklungsbaustein für die Zerspanung: Ein neuer Werkzeugrevolver ermöglicht eine gezielte CO₂ Kryokühlung direkt an der Schneidkante. Dadurch werden thermische Einflüsse während der Zerspanung reduziert und die Prozessstabilität erhöht. Anwender profitieren von optimierten Bearbeitungszeiten, längeren Werkzeugstandzeiten und einem geringeren Einsatz von Kühlschmierstoff – insbesondere bei anspruchsvollen Werkstoffen.

Besucher der AMB können sich am Stand 10A71 in Halle 10 bei Sauter Feinmechanik ein eigenes Bild von den Neuheiten im Bereich Werkzeugtechnik verschaffen.

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