anwenderreportage
WIFI OÖ setzt auf digitales Ausbildungpaket von Weiler
Das Wifi Oberösterreich hat als erste Bildungseinrichtung in Österreich fünf konventionelle Weiler-Drehmaschinen mit dem neuen digitalen Ausbildungskonzept Education4.0 Inceptor in Betrieb genommen. Dank der Kombination aus bewährter Präzisionstechnik und moderner Digitalisierung beweist das Wifi in Linz einmal mehr seine Vorreiterrolle und setzt einen neuen Qualitätsstandard für eine zukunftsweisende und praxisnahe Ausbildung in der konventionellen Zerspanung.
Die fünf neuen konventionellen Weiler-Drehmaschinen mit digitalem Ausbildungspaket sind ideal für einen intensiven Schulungsbetrieb. (Bilder: x-technik)
„Die fortschreitende Digitalisierung verändert die Fertigungswelt rasant. Mit dem neuen digitalen Ausbildungspaket von Weiler bieten wir nun auch beim konventionellen Drehen eine hochmoderne Ausbildung am Puls der Zeit.“
Das Wifi OÖ gilt als Top-Adresse, wenn es um die Qualifizierung von Fachkräften geht – insbesondere in der Fertigungs- und Automatisierungstechnik. So werden etwa in Linz auch im Bereich der Zerspanungstechnik vom Maschinenbediener über den Zerspanungsfachmann bis hin zum Fertigungstechnologen sämtliche Ausbildungsstufen angeboten. „Unsere heimische Industrie profitiert von gut ausgebildeten Fachkräften – dadurch steigt das betriebliche Know-how und somit die Wettbewerbsfähigkeit“, erläutert Ing. Herbert Dauerböck, Fachbereichsleiter Metalltechnik im WIFI OÖ.
„Die fortschreitende Digitalisierung verändert allerdings die Fertigungswelt in rasantem Tempo und verlangt auch von uns eine kontinuierliche Weiterentwicklung. Mit der Investition in die neuen Maschinen begegnen wir diesem Wandel aktiv und bieten nun bereits beim konventionellen Drehen eine hochmoderne, zukunftsorientierte Ausbildung am Puls der Zeit“, zeigt sich Dauerböck zufrieden.
Anhand eines Digitalen Zwillings der gesamten Drehmaschine werden sämtliche Komponenten und Maschinenfunktionen interaktiv veranschaulicht.
Anwender: WIFI OÖ
Das Wifi OÖ ist eine der führenden Einrichtungen des Landes, wenn es um praxisorientierte Aus- und Weiterbildung geht. Mit modernen Werkstätten, topausgestatteten Laboren und erfahrenen Trainern vermittelt das Wifi OÖ zukunftsrelevantes Know-how für Industrie, Gewerbe und Handwerk. Rund 100.000 Teilnehmer nutzen jährlich die Bildungsangebote – von Lehrlingen über Fachkräfte bis hin zu Führungspersonen.
WIFI OÖ GmbH
Wiener Straße 150
A-4021 Linz
https://www.wifi-ooe.at
Ausbildung im Zeitalter der Digitalisierung
In einer der Wifi-Werkstätten in Linz stehen nun fünf neue Universal-Drehmaschinen DA 210 von Weiler, die nicht nur robust und präzise, sondern auch digital vernetzt sind. Denn was die Maschinen wirklich besonders macht, ist ihre digitale Ausstattung: der Weiler Education4.0 Inceptor, mit dem erstmals eine umfassende Digitalisierungslösung in den konventionellen Drehbereich Einzug hält, die modernste Lern- und Visualisierungstools direkt in den Ausbildungsprozess integriert.
Jede Maschine ist dafür mit einem dreh- und schwenkbaren 19-Zoll-Touch-Industrie-PC ausgerüstet, der als zentrale Schnittstelle für das digitale Lernen dient. Über den Touchscreen können Auszubildende etwa technische Zeichnungen oder 3D-Modelle abrufen und zudem interaktiv mit der Maschine „lernen“. Tutorials vermitteln grundlegende Kenntnisse zu Maschinenfunktionen sowie Sicherheit, Videos zeigen Wartungs- und Rüstvorgänge, und anhand eines Digitalen Zwillings der gesamten Drehmaschine werden sämtliche Komponenten wie etwa die Funktion der Hebel und Vorschübe, aber auch die Bewegungen der Achsen interaktiv veranschaulicht. „Es ermöglicht ein lebendiges und intuitives Lernen, das weit über das klassische Lehrbuch hinausgeht. Denn die Auszubildenden können sich neben den Erklärungen des Wifi-Trainers zusätzlich vieles selbst erarbeiten. Dadurch bleibt das Erlernte einfach besser hängen“, ist der Fachbereichsleiter begeistert.
Effizient, übersichtlich, sicher und papierlos
Die Digitalisierung macht den Lernprozess nicht nur anschaulicher, sondern auch wesentlich effizienter. „Zeichnungen, die früher mit Magneten an die Maschine geheftet wurden, erscheinen jetzt digital in höchster Auflösung. Was früher Stapel von Zeichnungen, Tabellen und handschriftlichen Notizen erforderte, passiert heute digital – übersichtlich, sauber und sicher. Die Kursteilnehmer können direkt auf stets aktuelle Schulungsunterlagen, Konstruktionspläne oder Sicherheitsanweisungen der Wifi-Trainer zugreifen. Alles papierlos und auf Knopfdruck“, bringt es Dauerböck auf den Punkt. Komfortabel findet er darüber hinaus den integrierten Schnittgeschwindigkeitsrechner, mit dem sich die optimale Drehzahl oder Schnittgeschwindigkeit schnell und einfach berechnen lässt: „Zuvor hatten wir dafür einen Taschenrechner, heute reichen ein paar Fingertipps am Bildschirm.“
Dazu kommt noch ein kameragestütztes System, mit dem Arbeitsprozesse dokumentiert oder live übertragen werden können. „Das ist nicht nur komfortabel, sondern auch didaktisch überaus wertvoll. Wir können Arbeitsvorgänge aufnehmen, analysieren und besprechen. So werden Fehlerquellen sichtbar, woraus die Auszubildenden enorm viel lernen“, so Dauerböck. Zudem nutzen die Wifi-Trainer das Kamerasystem, um bereits im Vorfeld eines Kurses Lernvideos zu erstellen. Erwähnen möchte der Fachbereichsleiter außerdem, dass auch die Trainer in Linz enorm von dieser neuen Art der Wissensvermittlung profitieren: „Über das digitale Dashboard können sie unter anderem Maschinenzustände überwachen, Lernfortschritte der Kursteilnehmer verfolgen, Aufgaben individuell zuweisen oder eigene Schulungsunterlagen zentral bereitstellen. Damit wird das Unterrichten wesentlich flexibler und effizienter.“
Robustes Arbeitstier für die Ausbildung
Dass die Wahl konkret auf die Weiler-Universal-Drehmaschine DA 210 fiel, hat gute Gründe. Das Wifi hat in seinen Linzer Werkstätten bereits elf baugleiche Maschinen im Einsatz: „Einheitlichkeit ist im Ausbildungsalltag enorm wichtig, sowohl für unsere Trainer als auch Kursteilnehmer, die so problemlos zwischen den Werkstatträumlichkeiten wechseln können, ohne sich jedes Mal auf andere Maschinen einstellen zu müssen“, betont Dauerböck.
Selbstverständlich waren die ausschließlich positiven Erfahrungen in puncto Robustheit mit diesem Maschinentypen ebenfalls ein entscheidender Faktor: „Auf einer Maschine arbeiten bei uns pro Woche zumeist bis zu zwölf unterschiedliche Personen, vom Lehrling über Teilnehmer einer Umschulung bis hin zum Meisterschüler. Jeder davon behandelt die Maschinen anders, da müssen sie schon richtig was aushalten. Die Weiler DA-210 hat sich in unseren Werkstätten in all den Jahren als ideale Drehmaschine für einen intensiven Schulungsbetrieb bewährt“, berichtet der Fachbereichsleiter aus der Praxis. Zudem zeichne sie sich durch hohe Präzision in Werkzeugmachergenauigkeit aus ¬– eine optimale Voraussetzung für praxisnahe Ausbildungsinhalte.
Digitalisierung begeistert
Die neuen Weiler-Maschinen kombinieren also bewährte Technik mit digitaler Lernmethodik und machen die Ausbildung im konventionellen Drehen sehr effizient und vor allem zeitgemäß. „Gerade junge Menschen erwarten heute in allen Bereichen digitale Unterstützung. Mit diesen Maschinen sprechen wir sie auf ihrer Ebene an und können sie somit wieder mehr für technische bzw. handwerkliche Berufe begeistern“, bemerkt Dauerböck.
Selbstverständlich bietet das Wifi OÖ über den Geschäftsbereich Wifi-FIT (Firmen-Intern-Training) auch maßgeschneiderte Aus- und Weiterbildungskurse an den neuen Drehmaschinen an, in denen Betriebe ihre Mitarbeiter praxisnah und gleichzeitig digital unterstützt weiterqualifizieren können. Um über die dafür nötigen Kapazitäten zu verfügen, werden nun sukzessive die bereits bestehenden konventionellen Weiler-Maschinen mit dem „Digitalpaket“ nachgerüstet. Für Herbert Dauerböck ist das neue System mehr als nur ein technisches Update. Sein Fazit fällt entsprechend klar aus: „Mit dem neuen digitalen Ausbildungskonzept von Weiler zeigen wir, wie Ausbildung auch in der konventionellen Zerspanung heutzutage funktionieren muss. Wir schaffen damit die Basis für die Fachkräfte der Metalltechnik von morgen. Genau das ist unser Auftrag und unsere Leidenschaft.“
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