anwenderreportage

Okuma Genos M460V-5AX: Automatisierung sichert Wettbewerbsfähigkeit

Brisker vollzieht mit Okuma und BMO den Schritt zur autonomen Fertigung: Der Druck auf Lohnfertiger steigt: Hohe Lohn- und Energiekosten, immer kleinere Losgrößen und ein zunehmender Fachkräftemangel verändern die Rahmenbedingungen in der Zerspanung nachhaltig. Wer auch künftig wettbewerbsfähig produzieren will, muss Prozesse neu denken – technologisch wie organisatorisch. Die Brisker GmbH in Wien hat diese Zeichen der Zeit erkannt. Das Familienunternehmen, das seit über 70 Jahren für höchste Qualität in der Metallbearbeitung steht, investierte in eine hochautomatisierte Fertigungslösung bestehend aus zwei Okuma-Bearbeitungszentren und einer Roboterzelle von BMO Automation, betreut über Roklatec. Die Anlage kann Einzelteile ebenso wie Klein- und Mittelserien wirtschaftlich und mannlos fertigen.

Die automatisierte Fertigungszelle bei Brisker verbindet zwei Okuma-Bearbeitungszentren mit der BMO Platinum 50 zu einer flexiblen Produktionslösung.

Die automatisierte Fertigungszelle bei Brisker verbindet zwei Okuma-Bearbeitungszentren mit der BMO Platinum 50 zu einer flexiblen Produktionslösung.

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Aufgabenstellung: Wirtschaftliche Fertigung von Einzelteilen sowie Klein- und Mittelserien bei steigenden Kosten, Fachkräftemangel und hohen Qualitätsanforderungen.
Lösung: Automatisierte Fertigungszelle mit 3- und 5-Achs-Bearbeitungszentren von Okuma und BMO-Roboterlösung, umgesetzt mit Roklatec.
Nutzen: Höhere Spindellaufzeiten, mannlose Fertigung, maximale Flexibilität und langfristige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.

Brisker ist ein klassischer österreichischer Lohnfertiger – und zugleich vieles mehr. Das Unternehmen bietet seinen Kunden ein vollständiges Leistungspaket, das von der Materialbeschaffung über die spanende Fertigung bis hin zu Oberflächenveredelung, Qualitätsprüfung und Versand reicht. „Unsere Stärke liegt ganz klar im Gesamtpaket“, erklärt René Wysoudil, MSc. „Wir betreuen unsere Kunden vom Anfang bis zum Ende und übernehmen die komplette Verantwortung für das Bauteil.“

Geführt wird die Brisker GmbH von Ing. Johann Brisker sowie von seinem Sohn René Wysoudil, der als Vertreter der dritten Generation die operative Verantwortung trägt und die technologische und strategische Weiterentwicklung des Familienbetriebs maßgeblich vorantreibt. Beliefert werden unterschiedliche Industrien, mit einem klaren Schwerpunkt im Schienenfahrzeugbau. Brisker produziert unter anderem Komponenten für Bremssysteme, Innenraumbeleuchtungen sowie komplette Scheinwerferbaugruppen. Gefertigt wird überwiegend aus Aluminium, ergänzt durch Edelstahl, Messing und Kunststoffe. Unabhängig vom Werkstoff gilt dabei ein kompromissloser Qualitätsanspruch, der tief in der Unternehmenskultur verankert ist. Johann Brisker, der das Unternehmen von seinem Vater übernommen hat, erinnert sich an einen Satz, der ihn bis heute begleitet: „Egal, ob ein Bauteil sichtbar ist oder in einem Ventil verschwindet – es muss passen und gut aussehen.“

In Kombination mit der BMO-Roboterzelle ermöglicht die Okuma Genos M460-VE-e eine autonome 3-Achs-Bearbeitung mit kurzen Rüstzeiten und hoher Wiederholgenauigkeit.

In Kombination mit der BMO-Roboterzelle ermöglicht die Okuma Genos M460-VE-e eine autonome 3-Achs-Bearbeitung mit kurzen Rüstzeiten und hoher Wiederholgenauigkeit.

BMO Platinum 50

• Automatisches Be- und Entladen von CNC-Maschinen
• Ideal für Einzelteile bis Mittelserien
• 24/7-Fertigung durch Schubladensystem & mannlose Laufzeiten
• Hohe Flexibilität: mehrere Bauteile/Serien in einem System
• Kurze Rüstzeiten, maximale Spindellaufzeit
• Intuitive Bedienung über BMO Intelligent Control System

„Präzision in Serie“ als gelebte Realität

Dieser Leitspruch ist bei Brisker kein Schlagwort, sondern tägliche Praxis. In der Fräsbearbeitung bewegt sich das Unternehmen im Bereich von plus/minus einem Hundertstel Millimeter, beim Drehen sogar im Bereich von bis zu fünf Tausendstel. „Die Qualität steht bei uns im Mittelpunkt“, betont René Wysoudil. „Das ist der Leitfaden unserer gesamten Fertigung und genau das schätzen unsere Kunden.“

Diese Präzision erfordert nicht nur Erfahrung, sondern vor allem einen modernen und stabilen Maschinenpark. „Ohne diesen wären unsere Qualitätsstandards nicht erreichbar“, so Wysoudil weiter. Deshalb investiert Brisker seit jeher konsequent in neue Maschinen – zuletzt in eine Automatisierungslösung, die einen weiteren Meilenstein darstellt.

In Kombination mit der BMO-Roboterzelle ermöglicht die Okuma Genos M460-VE-e eine autonome 3-Achs-Bearbeitung mit kurzen Rüstzeiten und hoher Wiederholgenauigkeit.

In Kombination mit der BMO-Roboterzelle ermöglicht die Okuma Genos M460-VE-e eine autonome 3-Achs-Bearbeitung mit kurzen Rüstzeiten und hoher Wiederholgenauigkeit.

Automatisierung als Antwort auf Standort- und Fachkräftethemen

Der Entschluss zur Automatisierung war für Brisker nicht nur eine Frage der Produktivität, sondern auch eine strategische Standortentscheidung. „Ich bin überzeugt, dass es in Österreich ohne Automatisierung nicht mehr geht“, sagt Johann Brisker offen. „Wir wollen hier produzieren, wir stehen zum Standort – aber dafür müssen wir unsere Möglichkeiten konsequent nutzen.“

Gleichzeitig verändert Automatisierung auch die Rolle der Mitarbeiter. „Natürlich braucht man besser ausgebildete Fachkräfte“, räumt Brisker ein. „Aber dafür bieten wir auch interessantere Arbeitsplätze. Es ist spannender, Prozesse zu überwachen und zu optimieren, als den ganzen Tag nur Teile einzulegen.“ René Wysoudil sieht darin eine große Chance: „Mit der Automatisierung können wir unseren Mitarbeitern neue Aufgabenfelder eröffnen und gleichzeitig die Herausforderungen am Arbeitsmarkt besser abfedern.“

Autonome 5-Achs-Bearbeitung komplexer Bauteile: Die Okuma Genos M460V-5AX fertigt präzise und prozesssicher – auch im mannlosen Betrieb.

Autonome 5-Achs-Bearbeitung komplexer Bauteile: Die Okuma Genos M460V-5AX fertigt präzise und prozesssicher – auch im mannlosen Betrieb.

Die Okuma Genos M460V-5AX fertigt präzise und prozesssicher – auch im mannlosen Betrieb.

Die Okuma Genos M460V-5AX fertigt präzise und prozesssicher – auch im mannlosen Betrieb.

Okuma Genos M460V-5AX

• 5-Achs-CNC-Bearbeitungszentrum für komplexe Bauteile
• Thermisch stabile, steife Bauweise
• OSP-Steuerung für intuitive Bedienung
• Hohe Flexibilität durch simultane 5-Achs-Bearbeitung
• Maximale Produktivität bei anspruchsvollen Geometrien
• Ideal für Serien- und Einzelteilfertigung

Okuma-Technologie trifft auf BMO-Automatisierung

Nach intensiver Recherche fiel die Entscheidung auf eine Kombination aus einer fünfachsigen Okuma Genos M460V-5AX, einer dreiachsigen Okuma Genos M460-VE-e sowie der BMO Platinum 50. Umgesetzt wurde das Projekt gemeinsam mit Okuma Austria und der Firma Roklatec, der österreichischen Generalvertretung für BMO Automation. „Wir haben uns viele Lösungen angesehen“, erklärt Wysoudil. „Am Ende hat die Kombination aus hochstabilen Okuma-Fräsmaschinen und der hohen Flexibilität der Platinum 50 unsere Anforderungen zu 100 Prozent erfüllt. Die Anlage erlaubt es uns, mehrere Bauteile und unterschiedliche Spannmittel in einem System zu kombinieren und vollständig autonom zu fertigen.“

Robert Klaus, Gründer und Geschäftsführer von Roklatec, beschreibt das Konzept so: „Unser Fokus liegt darauf, mehrere kleine Aufträge zu einer langen autonomen Laufzeit zusammenzufassen. Die Platinum 50 ist dafür unser Rennpferd, vor allem, weil sie auch Spannmittel wechseln kann.“ Damit lassen sich Aufträge mit unterschiedlichen NC-Programmen und Rohteildimensionen automatisch hintereinander abarbeiten.

Die BMO-Steuerung bildet die zentrale Schnittstelle der Automatisierungszelle und ermöglicht eine intuitive Bedienung ohne spezielle Roboterkenntnisse.

Die BMO-Steuerung bildet die zentrale Schnittstelle der Automatisierungszelle und ermöglicht eine intuitive Bedienung ohne spezielle Roboterkenntnisse.

Bauteilspezifische Greifersysteme in der BMO-Zelle übernehmen über das Schubladensystem die flexible und autonome Beladung der Maschinen.

Bauteilspezifische Greifersysteme in der BMO-Zelle übernehmen über das Schubladensystem die flexible und autonome Beladung der Maschinen.

Bauteilspezifische Greifersysteme in der BMO-Zelle übernehmen über das Schubladensystem die flexible und autonome Beladung der Maschinen.

Bauteilspezifische Greifersysteme in der BMO-Zelle übernehmen über das Schubladensystem die flexible und autonome Beladung der Maschinen.

Stabilität als Schlüssel zur Autonomie

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Anlage ist die Wahl der Werkzeugmaschinen. Brisker setzt seit mehr als zwei Jahrzehnten auf Okuma und blieb dieser Linie auch beim aktuellen Projekt treu. „Okuma ist für uns ein langjähriger Partner“, betont René Wysoudil. „Wir schätzen die Standfestigkeit, Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Maschinen – gerade für die mannlose Fertigung.“ Fabian Heiden von Okuma Austria bestätigt diese Einschätzung. „Okuma baut Maschinen in Portalbauweise mit sehr hoher Steifigkeit. In Kombination mit unserem Thermo-Friendly-Concept haben wir Temperaturschwankungen sehr gut im Griff – das ist entscheidend für Prozesssicherheit in automatisierten Anwendungen.“

Ein weiterer Vorteil: Okuma liefert Steuerung, Antriebe und Mechanik aus einer Hand. „Es gibt einen Ansprechpartner für alles“, so Heiden weiter. „Das macht das System in sich schlüssig und das zahlt sich gerade im Automationsbetrieb aus.“

Das modulare Greifersystem der BMO-Automatisierung sorgt auch bei wechselnden Bauteilgeometrien für sicheres Teilehandling aus den Schubladen.

Das modulare Greifersystem der BMO-Automatisierung sorgt auch bei wechselnden Bauteilgeometrien für sicheres Teilehandling aus den Schubladen.

Projektabstimmung direkt an der Anlage: Fabian Heiden, Mario Waldner (beide Okuma) und René Wysoudil (v.l.n.r.) diskutieren Prozesse und weitere Optimierungspotenziale.

Projektabstimmung direkt an der Anlage: Fabian Heiden, Mario Waldner (beide Okuma) und René Wysoudil (v.l.n.r.) diskutieren Prozesse und weitere Optimierungspotenziale.

Austausch auf Augenhöhe: Robert Klaus (links) und Johann Brisker sprechen über die Potenziale der neuen Automatisierungslösung.

Austausch auf Augenhöhe: Robert Klaus (links) und Johann Brisker sprechen über die Potenziale der neuen Automatisierungslösung.

Okuma Genos M460-VE-e

• Vertikales CNC-Bearbeitungszentrum für präzises Fräsen
• Thermisch stabile und steife Konstruktion
• OSP-Steuerung für intuitive Bedienung
• 32-Platz-Werkzeugmagazin für flexible Bearbeitungen
• Hohe Produktivität bei kompakter Bauform
• Ideal für Serienfertigung

Zwei Maschinen, ein Prozess

Bei Brisker wurde bewusst eine Kombination aus einer 5-Achs- und einer 3-Achs-Maschine gewählt. Komplexe Bauteile werden zunächst fünfachsig bearbeitet und anschließend auf der 3-Achs-Maschine fertiggestellt. „Man hat danach ein komplett fertiges Teil“, erklärt Heiden. „Das ist eine sehr wirtschaftliche Kombination.“

Die Roboterzelle verbindet beide Maschinen flexibel. Sie kann jede Maschine einzeln oder beide gemeinsam beschicken, je nach Bauteilanforderung. Damit lassen sich Losgrößen von eins bis mehrere tausend Stück effizient abbilden.

René Wysoudil
MSc, Produktionsleiter, Brisker GmbH

„Automatisierung ist für uns kein Selbstzweck, sondern der Schlüssel, um Präzision in Serie auch in Zukunft wirtschaftlich und flexibel umzusetzen.“

Mehr Laufzeit, mehr Wettbewerbsfähigkeit

Bereits nach kurzer Zeit zeigen sich die Vorteile der Investition. „Wir sehen deutliche Produktionssteigerungen“, sagt Wysoudil. „Vor allem die Möglichkeit, mannlos über Nacht oder am Wochenende zu fertigen, ist ein großer Schritt für uns.“

Robert Klaus nennt konkrete Zahlen: „Es ist durchaus realistisch, mit solchen Anlagen 6.000 bis 7.000 Spindelstunden pro Maschine und Jahr zu erreichen.“ Für Lohnfertiger sei das ein entscheidender Faktor, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Ing. Johann Brisker
Geschäftsführer, Brisker GmbH

„Qualität war immer unser Anspruch – mit moderner Technologie stellen wir sicher, dass wir diesem Anspruch auch künftig gerecht werden.“

Zwei Generationen, ein gemeinsamer Weg

Neben der Technik spielt auch der Generationenwechsel eine zentrale Rolle. Johann Brisker gibt offen zu: „Ich war schon darauf eingestellt, dass ich keinen Nachfolger habe.“ Dass sein Sohn aus eigenem Antrieb ins Unternehmen eingestiegen ist, war für ihn eine große Erleichterung. René Wysoudil bringt neue Perspektiven ein, ohne die Wurzeln des Unternehmens zu vergessen. „Wir sehen uns als Lohnfertiger der Zukunft“, sagt er. „Weil wir nicht nur in Maschinen investieren, sondern auch in unsere Mitarbeiter, und weil wir unseren Kunden ein skalierbares Gesamtpaket bieten können.“ Am Ende steht bei Brisker nicht nur eine neue Automatisierungszelle, sondern ein klares Bekenntnis zur Zukunft des Unternehmens und zum Produktionsstandort Österreich.

Fabian Heiden
Vertriebsberater, Okuma Austria GmbH

„Die Kombination aus stabiler Okuma-Technologie und intelligenter Automatisierung ist genau der richtige Weg, um Prozesssicherheit in der Lohnfertigung zu erreichen.“

Automatisierung als zentrales Leitbild

Für René Wysoudil ist das Projekt mehr als eine Investition in Maschinen: „Wir sehen Automatisierung als zentrales Leitbild – heute und noch viel stärker in Zukunft. Sie gibt uns die Möglichkeit, wirtschaftlich zu bleiben, flexibel auf Kundenanforderungen zu reagieren und gleichzeitig unseren Mitarbeitern neue, anspruchsvollere Aufgaben zu bieten.“ Auch Johann Brisker blickt mit Zuversicht nach vorne. Für ihn verbindet die neue Fertigungslösung Bewährtes mit Notwendigem: „Wir haben immer Wert auf Qualität gelegt und daran wird sich nichts ändern. Aber ohne Automatisierung geht es heute einfach nicht mehr. Wenn wir weiterhin in Österreich produzieren wollen, müssen wir moderne Wege gehen.“

So steht Brisker heute exemplarisch für einen Lohnfertiger, der Tradition nicht als Gegenspieler von Innovation versteht, sondern als Fundament dafür. Mit stabiler Okuma-Technologie, flexibler BMO-Automatisierung und einer klaren strategischen Ausrichtung in dritter Generation ist das Unternehmen gut gerüstet, um auch künftig das einzulösen, wofür es seit Jahrzehnten steht: Präzision in Serie.

Robert Klaus
Geschäftsführer, Roklatec GmbH

„Dieses Projekt zeigt, wie man mit einer durchdachten Automatisierungslösung auch bei kleinen Losgrößen maximale Spindellaufzeiten erzielen kann.“

Anwender: Brisker

Die Brisker GmbH ist ein familiengeführter Lohnfertiger mit Sitz in Wien und steht seit 1950 für hochwertige Dreh- und Frästeile. Das Unternehmen fertigt Einzelteile sowie Klein- und Mittelserien für die unterschiedlichsten Branchen. Der Leitspruch „Präzision in Serie“ prägt die gesamte Fertigung – von engsten Toleranzen bis zu perfekten Oberflächen. Mit Investitionen in Automatisierung, moderne CNC-Technologie und Fachkräfte sichert Brisker langfristig seine Wettbewerbsfähigkeit am Standort Österreich.

Brisker GmbH
Rautenweg 39
A-1220 Wien
https://www.brisker.at

Produkt im Einsatz

<b>Okuma  Genos M460V-5AX: </b>Das vertikale 5-Achs-Bearbeitungszentrum der nächsten Generation ist speziell für die Herstellung hochpräziser Teile ausgelegt und bietet beeindruckende Zerspanungsraten in einem kompakten Design.

Okuma Genos M460V-5AX

Das vertikale 5-Achs-Bearbeitungszentrum der nächsten Generation ist speziell für die Herstellung hochpräziser Teile ausgelegt und bietet beeindruckende Zerspanungsraten in einem kompakten Design.

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