interview

Der Weg zur digitalen Transformation mit c-Com von Mapal

Die c-Com GmbH, ein Tochterunternehmen der Mapal Gruppe, wurde am 1. Januar 2025 in die Unternehmensstruktur integriert, mit dem Ziel, am Markt digitale Services noch schneller und fokussierter anbieten zu können. Stephan Köstler, Global Head of Machines & Services bei Mapal, spricht im Interview über die Hintergründe dieser Integration, die Entwicklung von c-Com und wie digitale Technologien und Künstliche Intelligenz die Zukunft der Branche prägen.

Die Integration von c-Com in die Mapal-Gruppe ist ein bedeutender Schritt, um die Digitalisierung weiter voranzutreiben. Unser Ziel bleibt es, unseren Kunden durch Technologie und Expertise einen echten Mehrwert zu bieten und gemeinsam die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Ich bin überzeugt, dass wir mit dieser Strategie bestens aufgestellt sind.
Stephan Köstler, Global Head of Machines & Services bei Mapal

Die Integration von c-Com in die Mapal-Gruppe ist ein bedeutender Schritt, um die Digitalisierung weiter voranzutreiben. Unser Ziel bleibt es, unseren Kunden durch Technologie und Expertise einen echten Mehrwert zu bieten und gemeinsam die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Ich bin überzeugt, dass wir mit dieser Strategie bestens aufgestellt sind. Stephan Köstler, Global Head of Machines & Services bei Mapal

Herr Köstler, was war der ursprüngliche Impuls, c-Com in die Unternehmensstruktur von Mapal einzugliedern und welche Vorteile erhoffen Sie sich davon?

Um diese Entscheidung zu verstehen, müssen wir zurückblicken, wie und warum c-Com gegründet wurde. Von Anfang an hatte Mapal das Ziel, die Performance von Fertigungs- und Hilfsprozessen zu optimieren – angepasst an die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden. Mit c-Com wollten wir eine Plattform schaffen, die diese Ziele durch Digitalisierung unterstützt. Nach sieben Jahren erfolgreicher Entwicklung haben wir festgestellt, dass es sinnvoll ist, die Kompetenzen von Mapal und c-Com zu bündeln. Dies reduziert Schnittstellen, fördert Synergien, stellt sicher, dass wir schneller auf Marktanforderungen reagieren können, und ermöglicht eine effizientere Weiterentwicklung unserer digitalen Services.

Am Ende müssen wir unseren Kunden helfen, wettbewerbsfähig zu bleiben. Das gelingt nur durch höhere Produktivität. Angesichts wirtschaftlicher Entwicklungen wie Konsolidierungen, Verlagerungen oder Globalisierungsprozessen müssen wir künftig noch schneller reagieren – in Monaten oder Wochen, statt in Jahren. Dies erfordert eine starke Organisation und das haben wir mit der Integration getan.

Durch die Eingliederung der c-Com GmbH in die Unternehmensstruktur bündelt Mapal die Stärken im Bereich digitaler Services.

Durch die Eingliederung der c-Com GmbH in die Unternehmensstruktur bündelt Mapal die Stärken im Bereich digitaler Services.

Bleiben der Name c-Com und die Software als Produkt bestehen?

Ja, sowohl der Name als auch das Produkt bleiben bestehen. Es handelt sich hier um eine rein organisatorische Änderung. Es wurden auch alle Mitarbeiter von c-Com von Mapal übernommen und in den Bereich Machines & Services integriert. Von dort aus werden sie das Produkt künftig weiterentwickeln und betreuen. Dies bringt zusätzliche positive Effekte, z.B. da Support- und Entwicklungsstrukturen in einer größeren Einheit besser ausgeprägt sind und ein deutlich engeres Verständnis für Kundenanforderungen im Werkzeugkontext gelebt werden kann.

Sie setzen bei c-Com neben einer digitalen Werkzeugmanagementlösung auch auf zukunftsweisende Themenbereiche wie Lifecycle Management und Machining Analytics Solutions. Können Sie das näher erläutern?

Natürlich. Beim Lifecycle Management geht es darum, die Nutzung einzelner Werkzeuge über deren gesamten Lebenszyklus zu verfolgen. Nur so können wir sicherstellen, dass Ressourcen effizient genutzt werden und etwaige Recyclingpotenziale optimal ausgeschöpft werden. Das machen wir seit vielen Jahren sehr erfolgreich. Ich denke, das ist einer der Schlüsselfaktoren, um die Kreislaufwirtschaft und die optimale Nutzung von Ressourcen erfolgreich zu steuern.

Machining Analytics hingegen bringt uns auf die nächste Ebene. Hier kombinieren wir Daten aus der Werkzeugnutzung mit Prozessdaten wie Maschinen- und Werkstückparametern. Dadurch können wir tiefere Einblicke in die Prozesse gewinnen, Probleme identifizieren und Ursachen beheben. Dies ist ohne KI kaum möglich, da die Datenmengen enorm sind.

Apropos KI – welche Rolle spielt sie aktuell bei Mapal?

KI ist ein entscheidender Bestandteil unserer Strategie. Wir nutzen sie bereits zur Anomaliedetektion in Datenströmen und zur Unterstützung unserer Programmierer. Wenn ich ein wenig über den Tellerrand schaue, stellt sich die Frage, welche Rolle KI künftig im Kontext der Mapal Gruppe spielen wird. Mapal ist ein Unternehmen mit 75 Jahren Erfahrung, das immer nah am Kunden gearbeitet hat – vor allem durch direkte Betreuung durch unsere Experten. Egal ob es um die Bewertung von Problemen bei Zerspanprozessen, die Einstellung von Prozessparametern, die Abschätzung von Standzeiten oder die Optimierung von Werkzeugen ging – bisher basierten diese Leistungen überwiegend auf menschlichem Wissen. Derzeit arbeiten wir daran, all diese Wissensdienste systematisch zu strukturieren und schrittweise in digitale Services zu überführen.

Ist das Thema Digitalisierung Ihrer Meinung nach schon bei all Ihren Kunden bzw. in der Industrie angekommen?

Ich würde sagen, das Bewusstsein dafür, Digitalisierung zu nutzen, um Prozesse zu automatisieren, ist inzwischen weit verbreitet. Es wird zunehmend verstanden, dass Digitalisierung nicht nur „nice to have“ ist, sondern enorme Produktivitätsgewinne ermöglicht – auch wenn sie mit Kosten verbunden ist. Dieses Verständnis ist in der Industrie mittlerweile gut verankert. Dennoch steht ein Großteil der Industrie noch vor der Herausforderung, die nötigen Kompetenzen aufzubauen und den Kulturwandel zu vollziehen. Gerade in Brownfield-Szenarien, also bestehenden Fertigungen, ist die Umsetzung oft komplex. Aber die Fortschritte, die wir sehen, sind ermutigend.

Welche Lektionen hat Mapal aus der c-Com-Reise gezogen?

Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, dass Digitalisierung nur dann erfolgreich ist, wenn Theorie und Praxis Hand in Hand gehen. Digitale Themen und Geschäftsmodelle lassen sich nicht mit dem klassischen Mindset eines produzierenden Unternehmens erfolgreich umsetzen. Ohne Praxis und die damit verbundenen Erfahrungen fehlt der Organisation die nötige Readiness, um solche Ansätze konsequent weiterzuverfolgen.

Softwareentwicklung erfordert Erfahrungsaufbau, der oft mit Fehlern und Umdenken verbunden ist. Diese Erfahrungen ins Unternehmen zu integrieren, kostet Zeit und Ressourcen. Ich bin jedoch froh, dass wir diesen Weg gegangen sind und heute über das notwendige Mindset verfügen, um konkret weiterzumachen. Die größte Herausforderung der Digitalisierung liegt darin, mutig zu handeln, schnell zu scheitern und auf dieser Basis weiterzuentwickeln.

Vielen Dank für das Gespräch!

Produkt im Bericht

<b>Mapal c-Com: </b>Mit der Open Cloud Plattform c-Com ermöglicht Mapal den Kunden ein innovatives und kollaboratives Datenmanagement für Werkzeuge und andere Komponenten im Fertigungsumfeld mit einer hohen Effizienz. Auf der Plattform vernetzt man alle Unternehmen entlang der Lieferkette und macht dadurch sämtliche Abläufe rund um das Thema Datenmanagement für alle Beteiligten transparent und ermöglichen damit die Arbeit auf einer gemeinsamen, firmenübergreifenden Datenbasis.

Über das Datenmanagement hinaus setzt man bei c-Com auch auf zukunftsweisende Themenbereiche wie Data Analytics und verwenden innovative Technologien wie das Maschinelle Lernen.

Mapal c-Com

Mit der Open Cloud Plattform c-Com ermöglicht Mapal den Kunden ein innovatives und kollaboratives Datenmanagement für Werkzeuge und andere Komponenten im Fertigungsumfeld mit einer hohen Effizienz. Auf der Plattform vernetzt man alle Unternehmen entlang der Lieferkette und macht dadurch sämtliche Abläufe rund um das Thema Datenmanagement für alle Beteiligten transparent und ermöglichen damit die Arbeit auf einer gemeinsamen, firmenübergreifenden Datenbasis. Über das Datenmanagement hinaus setzt man bei c-Com auch auf zukunftsweisende Themenbereiche wie Data Analytics und verwenden innovative Technologien wie das Maschinelle Lernen.

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