anwenderreportage
M30-G Millturn von WFL im Einsatz bei Plasser & Theurer
Seit mehr als 70 Jahren ist Plasser & Theurer weltweiter Technologieführer für Gleisbaumaschinen. Als global agierendes, familiengeführtes Unternehmen ist es das Ziel, für alle Regionen der Welt passende Bahn- und Wartungssysteme bereitzustellen. Obwohl die grundlegenden Arbeitsprinzipien ähnlich sind, unterscheiden sich die spezifischen Anforderungen je nach Land oft erheblich. Damit dieses Ziel erfüllt werden kann, benötigt das Unternehmen mit Stammwerk in Linz zuverlässige und präzise Maschinen, unter anderem eine M30-G Millturn mit Automatisierungszelle.
M30-G Millturn mit Automatisierungszelle: Mit der WFL-Lösung konnten vier andere Maschinen ersetzt werden.
Shortcut
Aufgabenstellung: Präzise, effiziente Fertigung für weltweite Bahn- und Wartungssysteme.
Lösung: M30-G Millturn mit Automatisierungszelle von WFL.
Nutzen: Vier Maschinen durch eine ersetzt; alle Bearbeitungsschritte in einer Maschine vereint; Durchlaufzeit drastisch verkürzt; mannarmer Betrieb.
Das gemeinsame Ziel, langlebige und präzise Maschinen zu produzieren, verbindet Plasser & Theurer mit WFL. Dieser und weitere Gründe waren ausschlaggebend für die Entscheidung, in eine Millturn mit Automatisierung zu investieren. „Wir haben im Vorfeld ein Lastenheft erstellt und eine Ausschreibung an fünf Unternehmen gemacht. Die Zielvorgaben hinsichtlich Genauigkeit und Bearbeitungszeit konnte am Ende des Tages nur WFL zusagen. Ebenso haben wir uns einen sehr guten Support erwartet, da uns nur wenige Autominuten voneinander trennen“, schildert Clemens Huber, Anlagenplanung und -beschaffung bei Plasser & Theurer. „Wichtig war für uns, sowohl eine hohe Oberflächengüte als auch einen exakten Rundlauf zwischen zwei Achsen zu erreichen. Wir haben eine maximale Rundlaufabweichung des Zylinders zur Mittelachse über beide Zentrien kleiner gleich 0,015 mm. Hier ist der Genauigkeitswert sehr wichtig. Das konnte uns abgesehen von WFL niemand zu 100 Prozent zusichern.“
Plasser & Theurer wollte zudem unbedingt Schnittstellenprobleme vermeiden. WFL hat als Komplettanbieter nicht nur die hauseigene Automatisierung geliefert, sondern auch eine externe Messmaschine und eine Reinigungsstation mitintegriert. „Dass wir alles aus einer Hand erhalten haben, war für uns ein entscheidender Punkt. Auch die Möglichkeit einer Komplettabnahme bei WFL hat den Hochlauf deutlich beschleunigt“, ergänzt Huber.
Die Automatisierungszelle mit Knickarmroboter erleichtert dem Bediener die Arbeit an der Maschine deutlich. Die 15 bis 25 Kilo schweren Rohteile müssen nun nicht mehr von Hand transportiert werden.
Durchlaufzeit drastisch verkürzt
Mit der M30-G Millturn konnten vier andere Maschinen ersetzt werden. Zuvor war der Fertigungsprozess auf mehrere Stationen verteilt – für Sägen, Fräsen, Drehen und Schleifen standen im Werk in Linz jeweils eigene Maschinen bereit. Nun werden alle Bearbeitungsschritte in einer einzigen Maschine vereint. Die reine Bearbeitungszeit selbst ist laut Huber grundsätzlich gleichgeblieben, da vorher die Maschinen parallel laufen konnten. Die Durchlaufzeit hat sich jedoch drastisch verkürzt: Mittlerweile können die Rohteile in weniger als 30 Minuten produziert werden, wo hingegen vor der Anschaffung der Millturn ein ganzer Tag benötigt wurde. Das liefert einen großen Vorteil bei der Ersatzteilverfügbarkeit. Auch die Rüstzeiten sind deutlich reduziert. Auf der M30-G Millturn wird eine Produktfamilie produziert, für die sich alle erforderlichen Werkzeuge permanent in der Maschine befinden.
Auch eine generalüberholte M65 Millturn findet sich im Stammwerk von Plasser & Theuer in Linz.
Millturn im Betrieb
„Die WFL-Maschine war die erste, die für einen mannarmen Betrieb vorgesehen war. Dank der hohen Automatisierung ist es möglich, dass ein Bediener gleichzeitig zwei oder drei Maschinen betreut“, erklärt Huber und ergänzt: „Je mehr man heute automatisieren kann, desto besser!“
Auch in puncto Ergonomie zeigt sich ein deutlicher Fortschritt: Das Handling-System mit Knickarmroboter erleichtert die Arbeit erheblich. Die 15 bis 25 Kilo schweren Rohteile müssen nun nicht mehr von Hand transportiert werden. Der Bediener konzentriert sich nun ausschließlich auf die Prozess- und Qualitätsüberwachung. „Das entlastet nicht nur den Bediener, sondern auch unsere Qualitätssicherung, da jedes Teil in der Messstation geprüft und automatisch als Gut- oder Ausschussteil deklariert wird“, betont Huber.
Clemens Huber gemeinsam mit Maschinenbediener: Dank der hohen Automatisierung ist es möglich, dass ein Bediener gleichzeitig zwei oder drei Maschinen betreut.
Anwender: Plasser & Theurer
Plasser & Theurer mit Sitz in Linz ist seit mehr als 70 Jahren weltweiter Komplettanbieter von Maschinen für Bau und Instandhaltung von Eisenbahn-Fahrwegen – von Stopfmaschinen bis zu komplexen Hochleistungssystemen.
Plasser & Theurer Export von Bahnbaumaschinen GmbH
Pummererstraße 5
A-4021 Linz
http://www.plassertheurer.com
Mehrwert für alle Beteiligten
Auf der Millturn ist auch das Projekt EuProGigant integriert. Zeitgleich mit den Endverhandlungen mit Plasser & Theurer startete dieses richtungsweisende Vorhaben. WFL investierte damals intensiv in Energie- und Messdaten – ein Thema, das auch für das Gleisbauunternehmen im Hinblick auf CO₂-Fußabdruck und Nachhaltigkeit von großer Bedeutung ist. So entwickelte sich rasch eine enge Zusammenarbeit zwischen WFL, Plasser & Theurer und der TU Wien.
Da die WFL-Maschine bei Plasser & Theurer im Schichtbetrieb läuft, stehen aussagekräftige Messdaten in ausreichender Menge zur Verfügung. Kurz gesagt: WFL liefert die Technologie und den Support, Plasser & Theuer führt den Feldversuch durch. Die daraus gewonnenen Energiedaten bieten wertvolle Erkenntnisse, schaffen eine Win-Win-Situation und generieren einen erheblichen Mehrwert für alle Beteiligten.
Vielseitige Lösungen für weltweite Gleisinstandhaltung: Mit der Compact-Serie von Plasser & Theurer wird das gesamte Spektrum von Stopfung über Stabilisierung bis Profilierung abgebildet.
Optimaler Support
Mit WFL hat Plasser & Theurer einen Service-Partner, der aufgrund der räumlichen Nähe rasch verfügbar ist. „Wir haben sehr positive Erfahrungen mit dem WFL-Service erlebt. Die Reaktionszeit ist sehr schnell und auch WFL-Mitarbeiter, die eigentlich nicht im Außeneinsatz sind, kommen bei uns vorbei, wenn es schnell gehen muss“, unterstreicht Huber. Er lobt weiter den reibungslosen Austausch unter den verschiedenen Abteilungen zwischen Plasser & Theurer und WFL. Die kurzen Wege zum Datenaustausch und zur Unterstützung seien sehr attraktiv.
Die zweite WFL-Maschine am Stammwerk in Linz ist eine generalüberholte M65 Millturn. „Das ist nicht nur eine großartige nachhaltige Alternative, sondern auch eine äußerst kostengünstige“, betont Clemens Huber. Eine Neumaschine wäre für Plasser & Theurer nicht wirtschaftlich gewesen, da sie lediglich im Zwei-Schicht-Betrieb eingesetzt wird. „Die Möglichkeit, gebrauchte Maschinen zu erwerben, die wie neu erstrahlen und zudem mit Garantie geliefert werden, ist ein großer Vorteil. Wir sind sehr zufrieden und denken derzeit darüber nach, eine weitere Gebrauchtmaschine von WFL anzuschaffen“, so Huber weiter.
Nachhaltig in die Zukunft
Ökologie und Ökonomie gehen bei Plasser & Theurer langfristig Hand in Hand. Vor wenigen Jahren war beispielsweise die Hybridantriebstechnik bei den Maschinen noch eine Ausnahmeerscheinung. Heute nutzt die Gleisbaumaschine der E³-Generation die elektrische Energie aus dem Fahrdraht sowie Akkupower für den Arbeitsantrieb und reduziert die lokalen Emissionen – Schadstoffe und Lärm – auf der Baustelle gegen null. Die Nachfrage nach diesen Maschinen steigt massiv an – Nachhaltigkeit ist essenziell geworden.
„Unsere Produktlebensdauer von durchschnittlich 30 Jahren und eine ‚lebenslange‘ Ersatzteilgarantie leisten einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Nutzung. Ressourcengewinnung, Energieverbrauch bei Prozessen und Transporten sowie Emission von Luftschadstoffen sind zentrale Themen bei einem Produktionsbetrieb wie wir es sind“, betont Clemens Huber abschließend. Plasser & Theurer engagiert sich aktiv dafür, diese Auswirkungen durch gezielte Maßnahmen zu minimieren und ist nach ISO 14001-Umweltmanagement und ISO 50001-Energiemanagement zertifiziert, was die Bemühungen hinsichtlich Energieeffizienz, Umweltmanagement und Kreislaufwirtschaft etc. unterstreicht.
Produkte im Einsatz
WFL M65 Millturn
Durch die Konzentration aller Fertigungsschritte in einem multifunktionalen Millturn-Dreh-Bohr-Fräszentrum werden die Anforderungen heutiger und zukünftiger Bearbeitungsaufgaben im Höchstmaß erreicht. Denn Dank beliebiger Interpolationsmöglichkeiten der NC-Achsen B, C, X, Y und Z resultiert ein unerreichtes Technologiespektrum. Komplettbearbeitung ohne manuelle Eingriffe durch Drehen, Bohren, Fräsen, Tiefbohren, Außen- und Innenverzahnen, Drehfräsen, Zirkularfräsen sowie automatische Werkstückvermessung zur Einhaltung engster Toleranzen und Kompensation von thermischen Einflüssen wird somit ermöglicht.
WFL M30-G Millturn
Die multifunktionalen Dreh-Bohr-Fräszentren, M30, M30-G Millturn und M35, M35-G Millturn ermöglichen die Komplettbearbeitung von komplexen Wellen und Futterteilen mit einem Umlaufdurchmesser von bis zu 520 mm und Bearbeitungslängen bis zu 2.000 mm. Somit kann die Funktionalität einer Drehmaschine, eines 5-Achs-Bearbeitungszentrums sowie im Bedarfsfall einer Verzahnungs- oder Tiefbohrmaschine in einem einzigen Fertigungsmittel vereint werden.



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