anwenderreportage
Emco Mecmill Plus bei Schlüsselbauer: Fahrständerfräsmaschine für die Großteilebearbeitung im Sondermaschinenbau
Wenn Maschinen und Anlagen für die weltweite Betonfertigteilindustrie entstehen, gehören große Dimensionen zum Alltag. Bei der Schlüsselbauer Technology GmbH & Co KG wachsen mit den Anlagen der Kunden auch die Bauteile, die im eigenen Haus gefertigt werden müssen. Um diese großen Schweißkonstruktionen wirtschaftlich und präzise bearbeiten zu können, setzt das Unternehmen auf eine Emco Mecmill Plus Fahrständerfräsmaschine. Mit Verfahrwegen von 14.000 x 1.850 x 4.000 mm bildet sie heute das Herzstück der Großteilebearbeitung der Oberösterreicher.
Mit Verfahrwegen von 14.000 x 1.850 x 4.000 mm bildet die Emco Mecmill Plus das Herzstück der Großteilebearbeitung bei Schlüsselbauer.
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Aufgabenstellung: Gesucht war eine leistungsstarke Fahrständerfräsmaschine, mit der große und schwere Schweißkonstruktionen mit hoher Stabilität, ausreichend Arbeitsraum und möglichst wenigen Umspannungen wirtschaftlich bearbeitet werden können.
Lösung: Investition in eine Emco Mecmill Plus-Fahrständerfräsmaschine mit 14 m Verfahrweg in X, kombiniert mit leistungsfähiger Frästechnologie und hoher Bearbeitungsstabilität.
Nutzen: Bearbeitung großer Bauteile in einer Aufspannung; hohe Stabilität und Prozesssicherheit; reduzierte Umspannungen; kürzere Durchlaufzeiten; hohe Genauigkeit auch bei großen Verfahrwegen.
Die Schlüsselbauer Technology GmbH & Co KG aus Gaspoltshofen entwickelt und produziert hoch automatisierte Anlagen für die Herstellung von Betonrohren, Schachtunterteilen und weiteren Komponenten der Wasser- und Abwasserinfrastruktur. Diese Anwendungen sind weltweit gefragt – entsprechend international ist das Geschäft von Schlüsselbauer aufgestellt. Mit der steigenden Leistungsfähigkeit der Anlagen wachsen auch die Anforderungen an die eigene Produktion. Mit jeder neuen Anlagengeneration werden die Bauteile größer. Lange Träger, massive Schweißkonstruktionen und komplexe Baugruppen stellen hohe Anforderungen an Stabilität, Genauigkeit und Bearbeitungsstrategie. Schlüsselbauer reagiert darauf mit einer konsequent hohen Fertigungstiefe und gezielten Investitionen in leistungsfähige Bearbeitungstechnologie.
Seit vielen Jahren verfolgen die Oberösterreicher eine klare Strategie. Wer zentrale Komponenten selbst fertigt, bleibt unabhängig, flexibel und lieferfähig. Vor diesem Hintergrund investierte Schlüsselbauer in eine Emco Mecmill Plus, die heute zum zentralen Baustein der Großteilebearbeitung geworden ist. „Wir entwickeln Anlagen, die weltweit gebraucht werden. Entsprechend steigen die Anforderungen an Automatisierung, Leistung und Bauteilgröße kontinuierlich“, veranschaulicht Ulrich Schlüsselbauer, Geschäftsführer und Eigentümer des Unternehmens, die Entwicklung der Oberösterreicher. Umso wichtiger sei es, die eigene Produktion im Griff zu haben. Intern gilt bei Schlüsselbauer der Grundsatz: „Alles, was wir verkaufen, müssen wir im Bedarfsfall auch selbst fertigen können.“
Auf der Mecmill Plus von Emco bearbeitet Schlüsselbauer unter anderem lange Schweißkonstruktionen und massive Maschinenkomponenten für seine Anlagen.
Emco Mecmill Plus
• Verfahrwege bei Schlüsselbauer (X/Y/Z): 14.000 x 1.850 x 4.000 mm
• Box-in-Box-Stahl-Schweißkonstruktion für hohe Steifigkeit
• Vierfach geführter Querschlitten
• Direktantrieb der Spindel
• Spindelleistung ab 40 kW mit 1.200 Nm
• Modularer Aufbau mit verschiedenen Fräsköpfen
• Wechselkopfschnittstelle im RAM
• Optionaler Dreh-Verschiebetisch
Hohe Fertigungstiefe als Liefergarantie
Diese Haltung prägt die Produktion bei Schlüsselbauer bis heute. Stahlbau, mechanische Fertigung, Lackierung und Montage befinden sich weitgehend im eigenen Haus. Von Hydraulikkomponenten über Dreh- und Frästeile bis hin zu großen Maschinenstrukturen deckt das Unternehmen ein breites Spektrum selbst ab. Für Markus Schick, Leiter der mechanischen Fertigung, ergibt sich daraus ein klarer Anspruch: „Unsere Ersatzteile und zentralen Komponenten müssen jederzeit verfügbar sein. Nur so können wir unsere Kunden schnell und zuverlässig bedienen.“ Mit zunehmender Größe der Kundenanlagen gerieten jedoch auch bestehende Bearbeitungskapazitäten an ihre Grenzen. Bauteile wurden länger, schwerer und komplexer. Besonders großvolumige Schweißkonstruktionen erforderten effizientere Bearbeitungsstrategien mit weniger Umspannungen. Der Bedarf an einer leistungsfähigen Fahrständerfräsmaschine lag daher auf der Hand. Für Ulrich Schlüsselbauer spielte dabei auch der Blick nach vorne eine Rolle: „In eine solche Maschine investiert man nicht alle paar Jahre. Deshalb wollten wir uns mit dieser Entscheidung bewusst Spielraum für zukünftige Anforderungen schaffen.“
Die vollständig eingehauste Fahrständerfräsmaschine Mecmill Plus bei Schlüsselbauer.
Bearbeitung großer Schweißkonstruktionen
Die Oberösterreicher suchten also eine universell einsetzbare Fräsmaschine für ein sehr breites Bauteilspektrum. Nach einer ausgiebigen Recherche und Auswahlverfahren kristallisierte sich die Mecmill Plus von Emco als passende Lösung heraus. Christian Brötzner, Area Sales Manager bei Emco, erklärt: „Die Maschine musste große Werkstücke prozesssicher bearbeiten können und gleichzeitig genügend Flexibilität für unterschiedliche Anwendungen bieten.“
Neben dem großen Arbeitsraum überzeugten die Verfahrwege von 14.000 x 1.850 x 4.000 mm (X/Y/Z) sowie die stabile Maschinenstruktur. Ergänzt wird das Konzept bei Schlüsselbauer durch einen Dreh-Verschiebetisch mit 3.000 mm Durchmesser, 20 Tonnen Tischlast und zusätzlicher W-Achse. Die Mecmill Plus ist als Universalfräsmaschine mit Querschlitten und Fahrständer in Box-in-Box-Bauweise aufgebaut. „Motorspindeln ab 40 kW Leistung und 1.200 Nm Drehmoment, Direktantriebstechnik sowie eine modulare Kopfstruktur sorgen für Dynamik und Präzision auch bei großen Arbeitsräumen“, so Brötzner weiter. Der Querschlitten ist vierfach geführt, die Maschinenstruktur thermisch stabil ausgelegt und die Wechselkopfschnittstelle im RAM ermöglicht unterschiedliche Fräskopfvarianten. Diese modulare Bauweise erlaubt es, die Maschine exakt auf die Anforderungen der Oberösterreicher anzupassen.
Markus Schick im Gespräch mit Christian Brötzner sowie Günter Matras, der bei Emco den Vertrieb der Großmaschinen verantwortet.
„Mit Emco verbindet uns eine langjährige und vertrauensvolle Partnerschaft. Gerade bei Investitionen in dieser Größenordnung ist es wichtig, einen Maschinenpartner zu haben, auf dessen Technologie und Service man sich dauerhaft verlassen kann.“
Stabilität als Schlüssel zur Genauigkeit
In der täglichen Praxis zeigt sich, dass diese konstruktiven Merkmale entscheidend sind. Für Markus Schick waren im Auswahlprozess vor allem Stabilität, Führungsbreiten und die gesamte Maschinenstruktur ausschlaggebend. „Gerade bei großen Werkstücken braucht man eine Maschine, die ruhig läuft und stabil bleibt“, erklärt er. Diese Stabilität wirkt sich unmittelbar auf die Bearbeitungsqualität aus. Trotz des großen Arbeitsraums erreicht Schlüsselbauer auf der Mecmill Plus Genauigkeiten im Bereich von ein bis fünf Hundertstelmillimetern. Das ist besonders wichtig, weil viele der bearbeiteten Komponenten später in großen Maschinenbaugruppen montiert werden. Je präziser die Bearbeitung erfolgt, desto reibungsloser verlaufen Montage und Inbetriebnahme beim Kunden.
Bei einem Besuch im Emco-Großmaschinenwerk in Belforte Monferrato, in der Nähe von Genua, konnte Markus Schick den Maschinenbau auf Herz und Nieren prüfen. „Ich wollte hier nichts dem Zufall überlassen – wir haben uns alle Schlüsselkomponenten wie RAM, Führungen und die Spindeln genau angesehen. Hier wird definitiv auf höchste Qualität der Bauteile geachtet. Das hat uns absolut überzeugt.“
Ein Dreh- Verschiebetisch mit Durchmesser 3.000 mm ermöglicht die prozesssichere Bearbeitung schwerer Bauteile und reduziert gleichzeitig notwendige Umspannungen.
Weniger Umspannungen, kürzere Durchlaufzeiten
Aufgrund des großen Arbeitsraums der Mecmill Plus lassen sich Bauteile, die früher auf mehreren Maschinen bearbeitet werden mussten, heute häufig in einer einzigen Aufspannung fertigen. Das reduziert nicht nur den Rüstaufwand, sondern verbessert auch die Prozesssicherheit. Weniger Umspannungen bedeuten geringere Fehleranfälligkeit und kürzere Durchlaufzeiten. Auch bei den Fräsköpfen nutzt Schlüsselbauer die Flexibilität des Systems. Auf der Maschine kommen zwei unterschiedliche Köpfe zum Einsatz. Der Standard-Fräskopf mit Torque-Motor ist stufenlos positionierbar in der A- und B-Achse. Die Drehmomente reichen bis 1.000 Nm. Zusätzlich verfügt Schlüsselbauer noch über einen Fräskopf für die Simultanbearbeitung.
Vom Ausbildungsbereich bis zur Großteilebearbeitung
Die Zusammenarbeit zwischen Schlüsselbauer und Emco steht auf einer festen Basis. Sie reicht von Ausbildungsmaschinen über Multitasking-Bearbeitung bis hin zur Großteilebearbeitung. Ein wichtiger Bestandteil ist auch die Hyperturn 65 Powermill, die für die Komplettbearbeitung komplexer Bauteile eingesetzt wird. Dort entstehen unter anderem Komponenten für Hydrauliksysteme. Markus Schick hebt besonders die Vorteile der Komplettbearbeitung hervor: „Viele Bauteile können wir in einer Aufspannung fertigstellen. Das verbessert die Genauigkeit und erhöht die Prozesssicherheit.“
Anwender: Schlüsselbauer
Die Schlüsselbauer Technology GmbH & Co KG mit Sitz in Gaspoltshofen ist ein international tätiger Sondermaschinenbauer für die Betonfertigteilindustrie. Das Familienunternehmen entwickelt und produziert Anlagen zur Herstellung von Betonrohren, Schachtsystemen und weiteren Infrastrukturkomponenten für die Wasser- und Abwassertechnik. Das Spektrum reicht von einzelnen Produktionsmaschinen bis zu vollständig automatisierten Anlagen.
• Gründung: 1964
• Mitarbeiter: 300 weltweit
• Fokus: Anlagenbau und Systemlösungen für Betonfertigteil- und Infrastrukturindustrie
• Hohe Fertigungstiefe: von Zuschnitt über Zerspanung und Schweißen bis Oberflächenbehandlung und Montage
• Eigene Entwicklung, Fertigung und Inbetriebnahme
Schlüsselbauer Technology Gmbh & Co KG
Hörbach 4
A-4673 Gaspoltshofen
https://www.sbm.at
Partnerschaftliche Zusammenarbeit
Neben technischen Eigenschaften spielte auch der Faktor Vertrauen eine wichtige Rolle. „Die Zusammenarbeit mit Emco funktioniert sehr gut und vor allem zuverlässig“, sagt Ulrich Schlüsselbauer. „Service und Betreuung passen, und auch kulturell passt die Partnerschaft zweier österreichischer Familienunternehmen gut zusammen.“ Hinzu kommt ein praktischer Vorteil: die Nähe zum Emco-Headquarter in Hallein. Kurze Wege erleichtern den Austausch und sorgen für schnelle Unterstützung im Servicefall.
Auch prozessseitig setzt Schlüsselbauer auf eine klar strukturierte Fertigungsstrategie. Die Programmierung erfolgt konsequent CAM-basiert. Gerade bei einer Großmaschine wie der Mecmill Plus wäre ein Crash mit erheblichen Kosten verbunden. Deshalb nutzt das Unternehmen TopSolid 7, integriert Werkzeuge und Spannmittel in die digitale Prozesskette und überprüft die Bearbeitung bereits in der Arbeitsvorbereitung.
Nächste Investitionen bereits fixiert
Dass Schlüsselbauer mit der bisherigen Entscheidung sehr zufrieden ist, zeigt ein Blick in die Zukunft. Das Unternehmen baut die Zusammenarbeit mit Emco weiter aus. In Summe werden fünf weitere Maschinen bestellt: zwei zusätzliche Mecmill Plus, eine davon mit 18.000 mm X-Verfahrweg und großem Rundtisch 3.500 x 5.000 mm, eine weitere mit 10.000 mm X-Verfahrweg, außerdem zwei MMV 3200 sowie eine Maxxturn 95. Die Auslieferung ist für das kommende Frühjahr geplant.
Mit der Mecmill Plus hat Schlüsselbauer eine Maschine im Einsatz, die sich im täglichen Produktionsbetrieb bestens bewährt hat. Stabilität, großer Arbeitsraum und zuverlässige Prozessführung machen sie zu einem wichtigen Baustein der mechanischen Fertigung in Gaspoltshofen. Oder, wie Markus Schick es abschließend treffend formuliert: „Die Mecmill ist für uns ein echt zuverlässiges Arbeitstier.“












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