anwenderreportage

Deltatec von Boehlerit: mit vier Schneidkanten zu mehr Performance

Der Spritzguss-Experte Schöfer in Schwertberg (OÖ) erzeugt Kunststoffteile in Premium-Qualität. Mit der Einführung von Werkzeugen und Wendeschneidplatten von Boehlerit konnten im hauseigenen Werkzeugbau deutliche Standzeit- und Produktivitätssteigerungen beim Hochvorschubfräsen erreicht werden. Unterstützt wurde der erfolgreiche Umstieg durch die Anwendungstechniker von Boehlerit, die für eine rasche und reibungslose Implementierung sorgten.

Hochvorschubfräsen mit Extra-Speed: Dank Boehlerit konnten Zustellung und Vorschub um rund zwei Drittel gesteigert werden.

Hochvorschubfräsen mit Extra-Speed: Dank Boehlerit konnten Zustellung und Vorschub um rund zwei Drittel gesteigert werden.

Shortcut

Aufgabenstellung: Längere Standzeiten und höhere Prozesssicherheit beim Hochvorschubfräsen verschiedener Werkzeugstähle.

Lösung: Deltatec von Boehlerit in Kombination mit den vierschneidigen SDMT 060212-MHH-Wendeschneidplatten der Schneidstoffsorte BCH30M.

Nutzen: Nahezu doppelte Standzeit; höhere Produktivität; Vorschub und Zustellung um jeweils etwa zwei Drittel gesteigert.

Breit aufgestellt in Sachen Kunststoff-Spritzgießtechnik ist die im oberösterreichischen Schwertberg beheimatete Schöfer GmbH. Kunden können von der Idee bis zum einbaufertigen Serienprodukt auf die volle Kompetenz und Erfahrung des Unternehmens zählen, das bei den erzeugten Komponenten höchste Maßstäbe an Qualität, Präzision und Oberflächengüte legt. Ein eigenes Konstrukteursteam unterstützt Kunden auf dem Weg zum fertigen Premium-Produkt – dazu gehört auch der hauseigene Werkzeugbau für die Spritzgusswerkzeuge. Diese Konstellation ermöglicht die Anfertigung selbst anspruchsvoller, komplexer Spritzgussteile in Serien ab rund 1.000 Stück. Kleine Dichtungsteile sind genauso realisierbar wie ganze Stoßstangen oder Seitenschweller. In einem durchaus umkämpften Markt gelingt es Schöfer, sich mit innovativen Technologien wie der Mehrkomponententechnik mit bis zu vier Komponenten auf vollautomatischen Spritzgießmaschinen oder der Folienhinterspritztechnik für Dekor- und/oder Funktionsfolien abzuheben. „Wir realisieren, was technisch möglich ist – und das in bester Qualität“, umreißt Friedrich Hochstöger, Teamleiter CAM & Fertigung bei Schöfer, das Erfolgsrezept. „So können wir als in Österreich produzierender Hersteller am Markt bestehen.“

Erfolgreiche Zusammenarbeit (v.l.n.r.): Alfred Almer, Anwendungstechnik, Siegfried Koll, Vertrieb, beide Boehlerit, Manuel Kloibhofer, Programmierung, Friedrich Hochstöger, CAM/Fertigungsleiter, und Werner Leonhartsberger, Maschinist/Fräser, alle Schöfer.

Erfolgreiche Zusammenarbeit (v.l.n.r.): Alfred Almer, Anwendungstechnik, Siegfried Koll, Vertrieb, beide Boehlerit, Manuel Kloibhofer, Programmierung, Friedrich Hochstöger, CAM/Fertigungsleiter, und Werner Leonhartsberger, Maschinist/Fräser, alle Schöfer.

Friedrich Hochstöger
Teamleiter CAM & Fertigung, Schöfer

„Nicht nur, dass sich die Standzeit des Werkzeugs nahezu verdoppelte – wir konnten auch Vorschub und Zustellung um jeweils etwa zwei Drittel steigern.“

Volle Kontrolle

Das funktioniert, weil das Unternehmen schon immer größten Wert darauf gelegt hat, die gesamte Produktionskette eines Kunststoff-Spritzgussteils im eigenen Haus abzubilden. Ganz besonders gilt das für die Fertigung der Spritzgusswerkzeuge. „Immer wieder wurden wir gefragt, warum wir den Werkzeugbau nicht an einen externen Partner auslagern. Unser Standpunkt war jedoch immer, dass wir nur dann die volle Kontrolle über den Prozess haben, wenn wir die Formen selbst herstellen. So sind wir schneller, flexibler und unabhängiger“, erläutert Hochstöger.

Das Werkzeugsystem Deltatec mit den vierschneidigen SDMT 060212-MHH-Wendeschneidplatten der Schneidstoffsorte BCH30M.

Das Werkzeugsystem Deltatec mit den vierschneidigen SDMT 060212-MHH-Wendeschneidplatten der Schneidstoffsorte BCH30M.

Anwender: Schöfer

Die 1990 gegründete Schöfer GmbH aus Schwertberg (OÖ) hat sich vom ursprünglichen Formenbau-Betrieb zu einem etablierten Anbieter anspruchsvoller Kunststoff-Spritzgießtechnik entwickelt. Heute bietet das Unternehmen ein umfassendes Leistungsspektrum – von Beratung und Konstruktion über Werkzeugbau bis zur Serienproduktion. Mit rund 150 Mitarbeitern und einem modernen Maschinenpark realisiert Schöfer technisch komplexe Spritzgusslösungen für Branchen wie Automotive, Elektronik, Medizintechnik, Maschinenbau sowie Möbel- und Haushaltsgeräteindustrie. Innovative Fertigungsverfahren, hohe Präzision und ausgezeichnete Oberflächenqualität machen das Unternehmen zu einem gefragten Partner in ganz Europa. Nachhaltigkeit zeigt Schöfer unter anderem mit einer 2023 errichteten 4.000 m² großen Photovoltaikanlage.

Schöfer GmbH
Furth 17
A-4311 Schwertberg
https://www.schoefer.at

Eines für alles

Schon seit Jahrzehnten setzt Schöfer im hauseigenen Werkzeugbau auf Drehwerkzeuge von Boehlerit. „Fräswerkzeuge von Boehlerit waren bisher eher kein Thema. Vor einiger Zeit merkten wir jedoch, dass wir beim Hochvorschubfräsen mit den Ergebnissen des bisher eingesetzten Herstellers nicht mehr ganz zufrieden waren“, so Hochstöger weiter. Insbesondere die Standzeiten ließen zu wünschen übrig. Häufig abrupt auftretende Schneidkantenbrüche und dadurch ungeplant notwendige Wendeschneidplattenwechsel bremsten die Mitarbeiter an den Maschinen aus. Eine Lösung musste also her. Da man mit Boehlerit bereits sehr gute Erfahrungen gemacht hatte, lud Schöfer die steirischen Hartmetall- und Schneidstoffexperten aus Kapfenberg ein, sich das Thema genauer anzusehen.

Dabei gab es seitens der Oberösterreicher eine klare Vorgabe: Obwohl unterschiedliche Stähle mit verschiedenen Härten und Zähigkeiten bearbeitet werden – konkret 1.2714 HH, 1.2343, 1.2311, 1.2312, 1.1730, 1.2738 sowie Fastcool50 mit 56 HRC –, sollte nur ein Werkzeugsystem mit einer universell einsetzbaren Wendeschneidplatte zum Einsatz kommen. So wollte man den laufend notwendigen Plattenwechsel und damit verbundene Stillstandzeiten vermeiden. Zusätzlich lassen sich auf diese Weise Lagerkosten reduzieren.

Boehlerit bringt dem Kunststoff-Spritzgussteil-Hersteller Schöfer deutliche Verbesserungen bei Standzeit und Performance.

Boehlerit bringt dem Kunststoff-Spritzgussteil-Hersteller Schöfer deutliche Verbesserungen bei Standzeit und Performance.

Sicher, schneller, länger

Die Anwendungstechniker von Boehlerit schlugen einen Test mit dem Werkzeugsystem Deltatec in Kombination mit den vierschneidigen SDMT 060212-MHH-Wendeschneidplatten der Schneidstoffsorte BCH30M vor – eine Kombination, die sich beim flexiblen Hochvorschubfräsen der eingesetzten Stähle bereits vielfach bewährt hat. „Und der Test war ein voller Erfolg“, berichtet Hochstöger. „Nicht nur, dass sich die Standzeit des Werkzeugs nahezu verdoppelte – wir konnten auch Vorschub und Zustellung um jeweils etwa zwei Drittel steigern. Durch diesen eigentlich unerwarteten, aber höchst willkommenen Nebeneffekt konnten wir unsere Produktivität enorm verbessern.“

Zudem stieg die Prozesssicherheit deutlich, da Schneidkantenbrüche mittlerweile eine echte Seltenheit sind. Auch wirtschaftlich überzeugt die gefundene Lösung. „Die bisher eingesetzten Wendeschneidplatten verfügten lediglich über zwei Schneidkanten, unsere Lösung hingegen über vier. Dadurch gestaltet sich der Umstieg für den Kunden äußerst wirtschaftlich“, unterstreicht Siegfried Koll, Vertrieb Boehlerit.

Die Schöfer GmbH in Schwertberg vereint höchste Qualität und innovative Technologien am Standort Oberösterreich.

Die Schöfer GmbH in Schwertberg vereint höchste Qualität und innovative Technologien am Standort Oberösterreich.

Wissen weitergeben

Konsequenterweise haben die Fräswerkzeuge und Wendeschneidplatten von Boehlerit nach den erfolgreichen Tests einen Fixplatz im Werkzeugbau von Schöfer erobert. Maßgeblich dazu beigetragen hat die Anwendungstechnik, die den Kunden mit ihrem Know-how zur Seite steht. „Es kommt manchmal vor, dass wir ein für uns völlig neues Material bearbeiten wollen und uns dafür die Erfahrung fehlt. Viel schneller und effizienter ist es, mit einem Anwendungstechniker von Boehlerit zu sprechen, der sein Wissen unkompliziert zur Verfügung stellt, anstatt selbst mühsam optimale Werte zu ermitteln oder Probleme eigenständig lösen zu müssen“, nennt Hochstöger ein Beispiel.

Richtig entscheiden

„Eine unserer größten Stärken ist die individuelle Betreuung“, unterstreicht Alfred Almer von der Boehlerit-Anwendungstechnik. „Wir stellen unser Wissen und unsere Erfahrung flexibel zur Verfügung und unterstützen die Kunden mit hilfreichen Hinweisen und Tipps auf dem Weg zu bestmöglicher Performance, Qualität und Präzision.“

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es für produzierende Unternehmen wie Schöfer drei Faktoren braucht, um erfolgreich zerspanen zu können: hervorragende Mitarbeiter, ein optimales Werkzeug und den Herstellersupport bei dessen Anwendung, der gemeinsam mit dem Vertrieb eine Vertrauensbasis schafft. Es gibt jedoch noch einen vierten, oft unterschätzten Punkt: die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen, wie Siegfried Koll hervorhebt: „Unternehmen, die eingefahrene Wege nie verlassen und neue Lösungen nicht ausprobieren, verzichten auf Potenziale bei Qualität, Performance und letztlich auch Wettbewerbsfähigkeit. Schöfer hat hier alles richtig gemacht.“

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