anwenderreportage
Spinner automation optimiert Fertigung bei Aumüller Automatic
Rezession, Unsicherheit und steigender Kostendruck führen derzeit dazu, dass viele Unternehmen ihre Aktivitäten bremsen. Die Aumüller Automatic GmbH hat sich bewusst für den gegenteiligen Weg entschieden und setzt auf Investitionen, Automatisierung und eine aktive Gestaltung der Zukunft.
Die Drehmaschine TC610L von Spinner mit angebundener Roboterzelle integriert mehrere zuvor getrennte Prozessschritte in einem geschlossenen Bearbeitungsablauf.
Shortcut
Aufgabenstellung: Automatisierung der Fertigung mit Erhöhung der Prozesssicherheit und gleichzeitig die Produktion flexibler Varianten ermöglichen.
Lösung: Ein fünfstufiger Prozess wurde von Spinner automation in ein automatisiertes Gesamtsystem zusammengeführt.
Nutzen: Kürzere Durchlaufzeiten; höhere Prozessstabilität; reduzierte Fehlerquellen und bessere Auslastung der Anlage.
Die Spinner automation GmbH begleitete dieses Projekt nicht nur als Lösungsanbieter, sondern als Partner auf Augenhöhe.
Blick ins Innere der Anlage: Automatisierte Werkstückhandhabung durch den integrierten Roboter.
Anwender: Aumüller
Die Aumüller Automatic GmbH ist Hersteller von Antriebssystemen und Komponenten für Rauch- und Wärmeabzugsanlagen sowie die kontrollierte natürliche Lüftung. Das Unternehmen entwickelt und produziert Lösungen für Gebäudeautomation und Sicherheitstechnik mit Fokus auf Zuverlässigkeit und technische Integration.
Aumüller Aumatic GmbH
Gemeindewald 11
D-86672 Thierhaupten
https://www.aumueller-gmbh.de
Ganzheitlich denken
Automatisierung beginnt bei Spinner automation nicht bei der Maschine, sondern beim Gesamtprozess. Die bei Aumüller Automatic über Jahre gewachsene Struktur arbeitete zuverlässig, gleichzeitig verteilten sich mehrere Bearbeitungsschritte auf unterschiedliche Stationen, was zu erhöhtem Rüstaufwand, zusätzlichem Teilehandling und Abstimmungsbedarf führte.
Im ersten Schritt analysierte Spinner automation die bestehenden Abläufe, deren Schnittstellen sowie potenzielle Komplexitätstreiber. Ziel war es, vermeidbare Prozesskomplexität zu identifizieren und zu reduzieren. Automatisierung wurde dabei als Zusammenspiel aus Prozess, Technik und Organisation verstanden. Dieses ganzheitliche Verständnis bildete die Grundlage für die weitere Umsetzung.
Spinner automation zu Besuch bei Aumüller Automatic in Thierhaupten: (v.l.n.r.) Tobias Fischer (AUM), Markus Götz (SPA), Alexander Meister (AUM), Andreas Bauersmann (AUM) und Johann Kurasch (SPA).
Die technische Lösung im Detail
Im Ausgangszustand erfolgte die Fertigung der Werkstücke in einem fünfstufigen Prozess über zwei Abteilungen hinweg. Die Bearbeitung umfasste das manuelle Anfasen der ersten Wellenseite am Schleifbock, das Drehen auf Länge, das Aufpressen einer Verzahnung, das Aufpressen eines Anschlussstücks sowie das anschließende Fertigdrehen dieses Anschlussstücks. Daraus resultierten mehrere Übergabepunkte, ein hoher manueller Anteil sowie zusätzlicher logistischer und organisatorischer Aufwand.
Gemeinsam mit Aumüller Automatic entwickelte Spinner automation ein Konzept, das sämtliche Bearbeitungsschritte in einem automatisierten Gesamtsystem zusammenführt. Ziel war es, die Fertigung zu vereinfachen, die Prozesssicherheit zu erhöhen und gleichzeitig die flexible Produktion unterschiedlicher Varianten zu ermöglichen.
Kern der Lösung ist eine Drehmaschine vom Typ Spinner TC610L mit angebundener Roboterzelle. Diese integriert mehrere zuvor getrennte Prozessschritte in einen geschlossenen Bearbeitungsablauf. Ein wesentlicher Aspekt war die Anpassung der Drehkontur auf der Anschlussseite, wodurch der Aufpressvorgang automatisiert werden konnte und ein durchgängiger Maschinenlauf entstand.
Innerhalb der Automationszelle übernimmt der Roboter die Be- und Entladung der Werkstücke. Automatisierte Spannvorgänge reduzieren manuelle Eingriffe, während mehrere Bearbeitungsschritte in einem kontinuierlichen Maschinenlauf erfolgen. Die Fertigteile werden definiert abgelegt, wodurch zusätzliche Zwischenlogistik entfällt. Ergänzend erfolgt eine automatische Längenvermessung der Rohteile, sodass unterschiedliche Varianten ohne zusätzlichen Rüstaufwand nacheinander verarbeitet werden können. Die Bereitstellung erfolgt über Speicherschubladen, die jeweils unterschiedliche Bauteillängen aufnehmen können.
Durch die Integration der Prozessschritte entfallen mehrere externe Umspannvorgänge. Dies reduziert Toleranzketten, erhöht die Wiederholgenauigkeit und senkt Nebenzeiten, da sowohl Teilehandling als auch Rüstprozesse strukturiert und automatisiert ablaufen. Das Ergebnis sind kürzere Durchlaufzeiten, eine höhere Prozessstabilität, reduzierte Fehlerquellen sowie eine bessere Anlagenauslastung. Gleichzeitig bleibt die Flexibilität erhalten, da Varianten weiterhin wirtschaftlich gefertigt werden können – jedoch mit deutlich geringerem organisatorischem Aufwand.
Technik und Mensch gehören zusammen
Neben den technischen Anforderungen spielte für Aumüller Automatic auch die Zusammenarbeit eine zentrale Rolle. Laut Geschäftsführerin Ramona Meinzer waren neben der Leistungsfähigkeit der Maschine insbesondere eine offene Kommunikation und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit entscheidend.
Gerade bei Automatisierungsprojekten dieser Größenordnung beeinflussen Veränderungen nicht nur Prozesse, sondern auch Arbeitsweisen und Verantwortlichkeiten. Ziel der Umsetzung war es daher, Mitarbeitende zu entlasten und repetitive Tätigkeiten zu reduzieren. Gleichzeitig entstehen Freiräume für qualifizierte Aufgaben wie Programmierung, Prozessoptimierung und Qualitätssicherung.
Antrieb über die Technik hinaus
Spinner automation versteht sich nicht als reiner Lieferant, sondern übernimmt Verantwortung für das Gesamtergebnis – von der Analyse über die Umsetzung bis hin zur Inbetriebnahme und darüber hinaus. Dazu zählen eine transparente Kommunikation, eine realistische Planung, wirtschaftlich fundierte Konzepte sowie eine langfristige Betreuung.
Das Projekt mit Aumüller Automatic zeigt, dass erfolgreiche Automatisierung auf einer fundierten Prozessanalyse, klaren Entscheidungen und einer vertrauensvollen Zusammenarbeit basiert. Ergebnis ist nicht nur eine neue Anlage, sondern eine nachhaltige, effiziente und robuste Fertigungsstruktur.



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