Branchentreffpunkt mit Weitblick: Vericut VUE 2025 – KI, Kooperationen und kollegialer Austausch
Mit Vericut läuft’s – auch bei über 30 Grad am Rhein. Das 28. Vericut-Anwendertreffen (VUE) fand Anfang Juli im Hyatt Regency Mainz statt, einem Veranstaltungsort mit besonderem Flair. Das moderne Design des Hotels trifft auf den historischen Charme des integrierten Fort Malakoff. Doch nicht nur das Ambiente überzeugte: CGTech präsentierte mit Vericut 9.6 die neueste Version seiner NC-Code-Simulations- und Optimierungssoftware, stellte eine zukunftsweisende Kooperation mit Siemens vor und bot mit hochkarätigen Praxisvorträgen auch viel Raum für Austausch.
Im voll besetzten Vortragssaal des Hyatt Regency Mainz eröffnete Stephan Meurisse von CGTech Deutschland offiziell das 28. Vericut-Anwendertreffen.
„Die VUE ist für uns mehr als ein Update-Event – sie ist ein Ort des Austauschs. Unser Ziel bleibt es, Anwender, Entwickler und Partner in einem offenen Umfeld zusammenzubringen. Für 2026 planen wir, noch näher an die reale Fertigungspraxis heranzurücken.“
Rund 100 Gäste aus dem gesamten DACH-Raum folgten der Einladung der CGTech Deutschland GmbH. Neben Vorträgen und Produktneuheiten stand vor allem das Networking im Vordergrund – inklusive Get-together am Vorabend. „Wir möchten mit der VUE nicht nur über neue Features informieren, sondern Anwendern einen Rahmen geben, sich entspannt und kreativ auszutauschen“, erklärte Stephan Meurisse, Marketingleiter bei CGTech. Für ihn war es nach dem Nürburgring 2024 bereits die zweite VUE, die er organisierte: „Viele Teilnehmer haben sich verabredet, abgestimmt, ausgetauscht – genau das wollten wir erreichen.“
Die neue Version Vericut 9.6 führt einen tiefgreifenden Fortschritt in Sachen Benutzerfreundlichkeit, Workflow-Effizienz und digitale Integration herbei. (Im Bild Eric Giebler, Technical Support Engineer bei CGTech Deutschland GmbH)
Highlight: Die Siemens-Kooperation
Besonders im Fokus stand die neue strategische Partnerschaft zwischen CGTech und Siemens, die auf der Intertool in Wels 2024 ihren Anfang nahm und zur VUE 2025 offiziell vorgestellt wurde. Ziel der Zusammenarbeit ist die Integration von „Run MyVirtual Machine“ – dem Digitalen Zwilling der Siemens Sinumerik ONE – direkt in Vericut. Johannes Kalchhofer, Partner Sales Manager bei Siemens, betonte: „Werkzeugmaschinenhersteller und Anwender wollen reale Steuerungsfunktionen in der Simulation sehen. Mit der Verbindung von Vericut und unserem Digitalen Zwilling liefern wir jetzt genau das – synchronisiert, global verfügbar und praxisreif.“
Die Resonanz auf die Partnerschaft war durchweg positiv. Kalchhofer zeigte sich zudem begeistert vom Setting der VUE: „Selten erlebt man einen so professionellen Rahmen – mit spannenden Gesprächen und echtem Interesse an technologischer Tiefe.“
Screenshot aus der neuen Version Vericut 9.6: Unter anderem wurde der kostenlose Vericut Reviewer aufgewertet. Er bereitet Auto‑Diff‑Ergebnisse direkt zugänglich auf und bietet eine überarbeitete Benutzeroberfläche.
Vericut 9.6 bringt KI in die Fertigung
Mit dem neuen Release 9.6 setzt CGTech auf Weiterentwicklung entlang echter Bedarfe: Optimierte Workflows, erhöhte Benutzerfreundlichkeit und erstmals KI-basierte Funktionen, die Interaktionen mit der Software deutlich intuitiver machen sollen. Daniel Magnusson, Vice President Commercial Business bei CGTech, sieht in der Version einen Meilenstein: „Die direkte Schnittstelle zu Siemens ist ein Schlüsselelement – und unsere Optimierungsfunktionen bieten enormes Potenzial zur Effizienzsteigerung.“
Mit zwei KI‑gestützten Funktionen – dem in die Software integrierten Vericut Assistant und der webbasierten Vericut Intelligence – macht die Bedienung der Software einen spürbaren Sprung in Richtung Intuition und Produktivität. Auch der kostenlose Vericut Reviewer wurde aufgewertet: Er bereitet AUTO‑DIFF‑Ergebnisse direkt zugänglich auf und bietet eine überarbeitete Benutzeroberfläche mit HUD‑Statusanzeige und individuell belegbaren Hotkeys, um die Navigation und gemeinsame Analyse von Simulationsergebnissen deutlich zu beschleunigen. Im Bereich Inspektion und Compliance punktet Vericut 9.6 mit der Fähigkeit, 3D‑PMI‑Daten gemäß ISO 10303/STEP AP242 zu importieren, anzuzeigen und bei Bedarf sichtbar oder unsichtbar zu schalten – ideal für effizientere Prüfprozesse und automatisierte Dokumentation.
Darüber hinaus wurde die Optimierungssteuerung maßgeblich verbessert: Mit einem vereinfachten Konfigurationsfenster und standardmäßig aktivierten Werkzeugdaten wird die Schnittleistungsoptimierung mit minimalen Klicks möglich und intuitiv handhabbar – ein klarer Schub für die tägliche Effizienz der Anwender. Besonders bei Drehbearbeitungen erlaubt die Software nun eine exaktere Definition sogenannter „Driven Points“ und erzeugt automatisch qualifizierte Maße für importierte Drehwerkzeuge – das beschleunigt Rüstprozesse und erhöht die Präzision spürbar.
Vericut 9.6 erweitert das Ökosystem mit Schnittstellenoptionen, darunter die Integration mit Siemens Run MyVirtual Machine und der Fanuc Robot T.P.‑Sprache. Das erleichtert eine noch tiefergehende Einbindung in moderne Fertigungsumgebungen. Auch die CAD‑/CAM‑Anbindungen wurden ausgebaut: Bei Siemens NX erfolgt nun das automatische Laden von Rohmaterial, Spannmitteln und Bauteildesigns – ein bequemer Gewinn an Zeit und Prozesssicherheit. Hinzu kommen verbesserte Maschinenkonnektivität, verfeinerte Textur-Darstellung für Volumenmodelle, erweiterter Werkzeugimport über MachiningCloud und überarbeitete Berichtsvorlagen sowie eine optimierte Formatierung von Benachrichtigungs‑E-Mails.
Daniel Magnusson sieht in diesen Neuerungen nicht nur technische Highlights, sondern echte Unterstützung für die Praxis: Vericut 9.6 adressiert gezielt Effizienzsteigerungen in komplexen Fertigungsszenarien – etwa in der Luftfahrt, Verteidigung oder für den Maschinenbau im Mittelstand.
Screenshot aus der neuen Version Vericut 9.6: Force wurde weiterentwickelt, um NC-Programme noch besser zu optimieren, insbesondere durch die Anpassung von Vorschüben für eine konstante Spanndicke.
Praxisbeispiele überzeugen
Wie sich Digitalisierung und Simulation erfolgreich in der industriellen Praxis umsetzen lassen, zeigten die Vorträge vom Werkzeughersteller Mapal sowie dem Automobil- und Luftfahrtzulieferer Max Hilscher. Konkret präsentierte Lars Ziegler, Teamleiter CAD/CAM bei Mapal, wie Vericut vor allem bei komplexen Turnkey-Projekten eingesetzt wird: „Mit Vericut haben wir den Digitalen Zwilling des Prozesses bereits auf dem Schreibtisch und damit enorme Sicherheit, bevor überhaupt Späne fliegen.“ Simulationsgestütztes Engineering ist bei Mapal heute gang und gäbe. „Wir nutzen Vericut im Vertrieb und in der Kundenumsetzung – das spart Zeit, schafft Klarheit und verhindert Kollisionen schon im Vorfeld. Und der Austausch hier auf der VUE liefert jedes Mal neue Tipps.“
Die Max Hilscher GmbH setzt seit 2024 neben einer automatisierten Teilefertigung auch auf eine digitale Prozesskette mit Vericut und Vericut Force von CGTech. Das Ergebnis: keine Crashs mehr, signifikante Zeiteinsparungen und ein Produktionsteam, das mit deutlich mehr Ruhe und Selbstvertrauen arbeitet. Christoph Hilscher, Geschäftsführer der Max Hilscher GmbH, berichtete von einer kompletten Transformation: „Mit der Integration von Vericut haben wir die Basis für eine erfolgreiche Zukunft geschaffen. Die Ergebnisse: mehr Sicherheit, enorme Zeiteinsparungen – und ein entspannteres Team.“ Sein Fazit zur VUE: „Der persönliche Austausch war für uns Gold wert.“
Stimmen aus der Praxis
Was die Vericut VUE Jahr für Jahr auszeichnet, ist nicht nur die Vorstellung technischer Neuerungen, sondern vor allem der direkte, offene Austausch zwischen den Anwendern – ein Aspekt, den viele Teilnehmende besonders hervorhoben. Peter Zotz, CNC-Programmierer und Prozessentwickler bei Hirschvogel Komponenten, brachte es auf den Punkt: „Das Netzwerken ist für uns extrem wichtig. Man sitzt im Alltag oft in seiner eigenen Blase – hier bekommt man neue Impulse, neue Herangehensweisen. Die Gespräche mit anderen Anwendern zeigen, wie flexibel Vericut eingesetzt werden kann.“
Ähnlich äußerte sich Daniel Riederer von MTU Aero Engines, der auf eine über 20-jährige Vericut-Erfahrung im Unternehmen zurückblickt: „Bei uns geht es um extrem hochwertige und schwer zerspanbare Bauteile – da muss das erste Teil passen. Vericut hilft uns, Fehler und Kollisionen von vornherein auszuschließen. Besonders spannend finde ich die neuen Möglichkeiten zur echten Steuerungssynchronisation mit Sinumerik ONE – das bringt uns der Realität nochmals näher.“
Ausblick auf 2026
Zusammenfassend wurde die VUE 2025 von nahezu allen Teilnehmern als mehr als nur ein Softwareupdate wahrgenommen. In einer Zeit, in der Fertigungsunternehmen zwischen Digitalisierung, Kostendruck und Fachkräftemangel navigieren müssen, ist genau dieser Austausch essenziell.
Die nächste VUE ist bereits in Planung. Stephan Meurisse verspricht: „Der Austausch mit unseren Kunden bleibt das Herzstück der Veranstaltung. Wir wollen jedoch noch technischer werden und künftig auch auf Produktionsstätten gehen – denn wo Späne fallen, ergeben sich oft die besten Erkenntnisse.“ Spätestens dann heißt es wieder: Mit Vericut läuft’s – auch für die Zukunft der Zerspanung.
Produkte im Bericht
CGTech VERICUT
Bereits seit 1988 gilt CGTech’s Softwareprodukt VERICUT als der Industriestandard, wenn es um die Simulation, Verifikation und Optimierung von CNC-Maschinen geht. Nur die Fertigungssimulation der NC-Daten, also des Maschinencodes, bietet den Unternehmen hinreichende Sicherheit für die Bearbeitungsprozesse.
CGTech VERICUT Force
CGTech’s VERICUT Force ist ein auf Physik-basierendes Softwaremodul zur NC-Programmoptimierung, das Schnittbedingungen während des gesamten NC-Programmbetriebs analysiert und optimiert. VERICUT Force liefert das effektivste NC-Programm für das jeweilige Material, das Schneidwerkzeug und die Bearbeitungsbedingungen. Das Ergebnis sind erhebliche Zeiteinsparungen und eine verbesserte Lebensdauer der Schneidwerkzeuge und Maschinen.










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