interview
Mehr als nur Werkzeuge – wie Gühring Österreich Präzision, Service und Kundennähe verbindet
In einem Markt, der immer anspruchsvoller und globaler wird, zählt vor allem eines: nicht nur Werkzeuge zu liefern, sondern Prozesse zu verstehen und aktiv mitzugestalten. Genau das lebt Gühring Österreich mit flächendeckender Kundenbetreuung, technischer Beratung vor Ort, eigener Fertigung und einem breiten Werkzeugportfolio. Im Gespräch erklären Geschäftsführer Mag. Ing. Erich Haberler und Vertriebsleiter Christoph Kratschmar, wie sie diesen Anspruch täglich einlösen und wohin die Reise geht.
Ein wichtiger Erfolgsfaktor bei Gühring sind die speziellen Werkzeugschleifmaschinen in der Produktion. Diese stammen alle aus dem eigenen Maschinenbau und gewährleisten höchste Qualität und Prozesssicherheit.
„Unsere Stärke liegt in der Verbindung von globaler Technologiekompetenz und regionaler Nähe. Wir sichern Wertschöpfung in Österreich und bieten Lösungen, die direkt beim Kunden entstehen.“
Herr Haberler, Herr Kratschmar – Gühring zählt seit Jahrzehnten zu den führenden Herstellern von Präzisionswerkzeugen. Was macht den Erfolg des Unternehmens aus?
Erich Haberler: Gühring ist ein Familienunternehmen in vierter Generation, inhabergeführt und mit einer beeindruckenden Fertigungstiefe. Von der Pulvermetallurgie über den eigenen Maschinenbau bis hin zur Beschichtung passiert alles im Haus. Das kommt insbesondere in Zeiten mit stark steigenden Rohstoffpreisen wie aktuell zum Tragen. Diese Unabhängigkeit ist einer unserer größten Vorteile, weil wir schnell, flexibel und qualitativ auf höchstem Niveau reagieren können. Innovation ist bei uns keine Abteilung, sondern Teil der DNA.
Christoph Kratschmar: Und dieser Geist ist auch in Österreich spürbar. Wir profitieren von der globalen Entwicklungskompetenz des Unternehmens und setzen sie gezielt regional um. So verbinden wir Hightech mit der Bodenständigkeit, die unsere Kunden schätzen.
Das Vertriebsteam von Gühring in voller Stärke: (v.l.n.r.): Marko Hrgic (Vertrieb W, NÖ, Bgld.), Christoph Mantsch (Vertrieb OÖ), Christoph Kratschmar (Vertriebsleiter), Harald Jedlicka (Vertrieb W, NÖ), Erich Haberler (Geschäftsführer), Alfred Stockinger (Vertrieb NÖ, OÖ), Markus Zanetti (Anwendungstechnik Ost), Mario Zehetgruber (Anwendungstechnik West), Jürgen Kainer (Vertrieb K, OÖ), Thomas Krusic (Vertrieb Stmk., K), Lucca Mair (Vertrieb T, Vlb.), Andreas Präg (Vertrieb T, Vlb.) und Robert Wrana (Vertrieb OÖ, Slzb.).
Ein Erfolgsfaktor bei Gühring Österreich ist die Nähe zum Kunden. Wie gewährleisten Sie diese?
Haberler: Wir haben in Österreich zwölf Vertriebstechniker im Außendienst. Dieser Außendienst ist kein reiner Verkaufsapparat, sondern besteht aus Technikern mit echtem Zerspanungshintergrund. Das heißt, wir sind flächendeckend vertreten, verstehen die Fertigungsmaschinen, die Werkstoffe und die Bauteile unserer Kunden und können so gezielt auf deren Anforderungen eingehen.
Gühring Österreich steht für Präzision, Dynamik und Leidenschaft in der Zerspanung.
Und wie sieht dieser Ansatz im Alltag konkret aus?
Kratschmar: Unsere Kundennähe ist kein Schlagwort, sondern gelebte Praxis. Wir betrachten nie das Einzelwerkzeug isoliert, sondern den gesamten Fertigungsprozess, vom Rohmaterial über die vorhandene Maschine bis zur geforderten Qualität. Unser Außendienst versteht sich dabei nicht als Verkäufer, sondern als technischer Partner mit echter Werkstatterfahrung. Unser Ziel ist es, den Kunden mit Fachwissen und praxisnahen Ideen zur Seite zu stehen. Wenn spezielle Lösungen benötigt werden, entwickeln wir individuelle Werkzeuge, übernehmen Nachschleifarbeiten und stimmen alle Schritte optimal aufeinander ab. So verstehen wir gelebte Partnerschaft: zuverlässig, lösungsorientiert und auf Augenhöhe.
Das G-Mold-Programm von Gühring steht für präzise und prozesssichere Bearbeitung im Werkzeug- und Formenbau.
Sie haben in Wien Ihren Standort. Welche Rolle spielt er für Gühring Österreich und Ihre Kunden?
Haberler: Eine sehr wichtige, denn hier produzieren wir auch. In unserer Fertigung stehen acht moderne Schleifmaschinen, mit denen wir Sonderwerkzeuge herstellen und Werkzeuge nachschleifen. Das gibt uns enorme Flexibilität. Wenn ein Kunde am Montag ein Problem meldet, kann er am Freitag schon das passende Werkzeug in Händen halten. Diese Geschwindigkeit, kombiniert mit unserer regionalen Präsenz, macht uns schlagfertig. Außerdem bleibt so ein Stück Wertschöpfung in Österreich und auch das ist uns wichtig.
Das G-Mold-Programm von Gühring steht für präzise und prozesssichere Bearbeitung im Werkzeug- und Formenbau.
Welche Bedeutung hat dabei die Zusammenarbeit mit den Kunden?
Kratschmar: Eine sehr große. Wir arbeiten auf Augenhöhe und verstehen uns als Partner, nicht als Lieferant. Unsere Aufgabe ist es, gemeinsam mit dem Kunden die beste Lösung zu entwickeln, technisch, wirtschaftlich und prozesssicher. Dieses partnerschaftliche Verständnis ist die Basis für viele langjährige Beziehungen, die auf Vertrauen und gegenseitigem Respekt beruhen.
Effiziente Kühlung mit GühroJet-Technologie – für maximale Standzeit und Prozesssicherheit beim G-Mold-Fräser. (Im Bild zu sehen v.l.n.r.: Einschalten der GühroJet-Innenkühlung / Innenkühlung mit 80 bar bei S = 0 U/min / Innenkühlung mit 80 bar bei S = 24.000 U/min).
Welche Schwerpunkte setzt Gühring im aktuellen Werkzeugprogramm und wo liegen technologisch die Stärken?
Haberler: Unser Portfolio ist enorm breit und technisch sehr tief. Wir decken das gesamte Spektrum rotierender Präzisionswerkzeuge ab, vom Mikrozerspanungsbereich über Hochleistungsbohrer, -fräser sowie Gewindewerkzeuge bis hin zu PKD- und CBN-Sonderlösungen. Alle Werkzeuge werden von uns selbst entwickelt und beschichtet. So behalten wir die volle Kontrolle über jede Phase der Wertschöpfung, von der Materialauswahl bis zur fertigen Schneide.
Kratschmar: Unsere Stärke liegt darin, das gesamte Know-how aus Entwicklung und Fertigung gezielt in die Anwendung zu bringen. So entstehen Lösungen, die exakt auf den jeweiligen Prozess abgestimmt sind und in der Praxis echten Mehrwert bieten. Dazu kommt unser Nachschleif- und Beschichtungsservice, mit dem wir Werkzeuge nach der Nutzung wieder auf höchstem Niveau instand setzen können. Wir sind in nahezu allen Branchen vertreten, von Automotive und Maschinenbau über Luftfahrt und Energie bis hin zu Medizintechnik und Optik. Jede Branche hat ihre eigenen Anforderungen, und genau das fordert uns immer wieder heraus, technisch das Optimum herauszuholen.
Im Werkzeug- und Formenbau stehen Präzision, Konturgenauigkeit und Prozesssicherheit im Mittelpunkt – Gühring liefert dafür Werkzeuge und Lösungen, die diesen Ansprüchen gerecht werden.
Ein Highlight der letzten Jahre ist sicherlich der G-Mold-Fräser für den Werkzeug- und Formenbau. Welchen konkreten Nutzen bringt dieses Werkzeug Ihren Kunden?
Kratschmar: Mit dem G-Mold-Fräser bieten wir unseren Kunden im Formen- und Gesenkbau eine Lösung, die speziell auf höchste Ansprüche ausgelegt ist. Die G-Mold-Fräser verfügen über ein neues, eigens entwickeltes Hartmetall. Auch die Beschichtung wurde für die speziellen Anforderungen im Werkzeug und Formenbau entwickelt. Unsere internen Versuche haben gezeigt, dass speziell das neue Hartmetallsubstrat erhebliche Standzeitvorteile gebracht hat. Mit dem G-Mold-Programm sind Bearbeitungen von Werkzeugstählen bis 65 HRC möglich, bei Oberflächengüten von bis zu Rₐ = 0,05 µm.
Was macht für Ihre Kunden den größten Unterschied?
Kratschmar: Zu jedem Werkzeug, das wir liefern, gehört unser komplettes „Rundum-sorglos-Paket“. Deshalb legen wir so großen Wert auf ein starkes Team im Außendienst. Wenn beim Kunden ein Problem auftritt, sind wir spätestens am nächsten Tag an der Maschine – das ist unser Anspruch. Viele sprechen über Service und Prozessoptimierung, wir setzen beides täglich in der Praxis um.
Haberler: Hinzu kommt, dass wir durch unsere regionale Produktion unglaublich schnell reagieren können. Kunden müssen keine großen Lagerbestände vorhalten, weil sie wissen, dass sie im Bedarfsfall innerhalb kürzester Zeit Nachschub bekommen. Das schafft Vertrauen und ist ein echter Wettbewerbsvorteil.
Wie sehen Sie die Rolle von Gühring im österreichischen Markt insgesamt?
Haberler: Wir sind mit einem Marktanteil von rund 20 Prozent im Bereich rotierende Werkzeuge Marktführer. Aber das ist kein Selbstläufer, wir müssen uns jeden Monat neu beweisen. Nur wer Leistung bringt, bleibt beim Kunden gesetzt. Unser Anspruch ist es, die Nummer eins in puncto Qualität, Service und Lösungskompetenz zu sein.
Kratschmar: Und das funktioniert nur, wenn alle an einem Strang ziehen, vom Außendienst bis zur Fertigung. Wir haben ein starkes Team, das mit Leidenschaft bei der Sache ist. Das spürt auch der Kunde.
Abschließend gefragt: Welche Entwicklungsschritte sehen Sie für Gühring Österreich in den kommenden Jahren?
Haberler: Wir wollen unsere regionale Fertigung weiter ausbauen und gleichzeitig die Digitalisierung unserer Prozesse vorantreiben. Dabei bleibt unsere größte Stärke die persönliche Betreuung. Technik wird immer komplexer, aber der direkte Kontakt zum Kunden ist durch nichts zu ersetzen.
Kratschmar: Unser Ziel ist es, Gühring noch stärker als ganzheitlichen Lösungspartner zu positionieren, vom Standardwerkzeug bis zum individuellen Sonderprojekt. Wir liefern keine Werkzeuge, wir liefern Ergebnisse.







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