CoroDrill DE10 von Sandvik Coromant erbringt Leistungsnachweis
Mit dem CoroDrill® DE10 erweiterte Sandvik Coromant im März 2025 sein Portfolio um einen Wechselkopfbohrer, der gezielt auf die Anforderungen der Großserienfertigung ausgelegt ist. Mit seinem Plug-and-play-Ansatz und der universellen M5-Geometrie soll er eine schnelle, qualitativ hochwertige und vielseitige Bearbeitung ermöglichen. Ob sich diese Ansprüche in der Praxis erfüllen, zeigen umfangreiche Vergleichstests.
In globalen Benchmark-Tests wurde der CoroDrill® DE10 hinsichtlich Maßhaltigkeit, Oberflächengüte und Verschleißverhalten mit sechs Wettbewerbsprodukten verglichen.
Bei der Entwicklung des CoroDrill DE10 standen drei Ziele im Fokus: Benutzerfreundlichkeit, robuste Leistung und Anpassungsfähigkeit. Das Werkzeug verfügt über eine patentierte Schnittstelle zwischen Wechselkopf und Werkzeugkörper sowie über einen Bohrerkörper aus hochfestem Stahl. Diese Kombination sorgt für hohe Stabilität auch bei anspruchsvollen Schnittparametern.
Mit seinem Plug-and-play-Ansatz und seiner universellen M5-Geometrie soll der CoroDrill DE10 eine schnelle, qualitativ hochwertige und vielseitige Bearbeitung ermöglichen.
Spritzgegossene Hartmetallspitze
Eine zentrale Neuerung ist die spritzgegossene Vollhartmetallspitze, die Sandvik Coromant erstmals in dieser Form einsetzt. Durch die Anpassung des ursprünglich für Kunststoffe entwickelten Pulverspritzgussverfahrens konnte eine präzisere und konsistentere Werkzeuggeometrie realisiert werden. Das ermöglicht eine exaktere Kontrolle der Bohrermitte und eine verstärkte Eckenausführung. Auch unter anspruchsvollen Schnittbedingungen zeigt das Werkzeug dadurch ein stabiles Arbeitsverhalten.
„Von entscheidender Bedeutung ist auch die patentierte Pre-Tension-Schnittstelle mit vorgespannter Klemmung. Sie verbindet ein bewährtes Design mit erhöhter Sicherheit, ermöglicht einen schnellen und einfachen Austausch des Wechselkopfes und erfordert keine Ersatzteile. Die Schnittstelle gewährleistet ein zuverlässiges Bohren bei hohen Vorschüben und Drehzahlen, bietet eine hervorragende Spannkraft und erzielt geradere Bohrungen mit engeren Toleranzen – ganz ohne Pilotbohrer. Zudem verlängert sie die Lebensdauer des Bohrerkörpers“, erläutert Mikael Carlsson, Global Product Specialist for Indexable Rotating Tools bei Sandvik Coromant.
Der CoroDrill DE10 wurde konsequent auf Benutzerfreundlichkeit, stabile Leistung und hohe Anpassungsfähigkeit ausgelegt.
Tests unter realen Fertigungsbedingungen
Um die Leistungsfähigkeit des CoroDrill DE10 zu bewerten, führte Sandvik Coromant ein globales Benchmarking-Programm durch. Über mehrere Monate hinweg führten vier Sandvik-Coromant-Center in Sandviken (Schweden), Renningen (Deutschland), Chongqing (China) und Mebane (USA) strenge Tests unter realen Fertigungsbedingungen durch. Dabei kamen standardisierte Schnittparameter für unterschiedliche Werkstoffe zum Einsatz, darunter Stähle der Kategorien ISO-P1 und ISO-P2 sowie rostfreie Stähle der Kategorie ISO-M1. Verglichen wurde mit sechs Wettbewerbsprodukten bei identischen Schnittdaten. Bewertet wurden Bohrungsdurchmesser, Oberflächenqualität, Grathöhe, Spanbildung, Standzeit und Prozesssicherheit.
„In allen Tests schnitt der CoroDrill DE10 am besten ab. Versuche mit hochfesten ISO-P2-Materialien im Sandvik Coromant Center in Sandviken brachten alle Bohrer an ihre Grenzen. Der CoroDrill DE10 erreichte allerdings Bohrungstoleranzen von H9/H10 mit einer außergewöhnlichen Prozesssicherheit“, unterstreicht Carlsson. „Die beiden anderen getesteten Werkzeuge konnten diesen Genauigkeitsbereich nicht erreichen. Zudem erzielte der DE10 eine gleichmäßige Oberflächengüte von Ra 0,8 bis 1,3 µm ohne erkennbare Werkzeugbeschädigungen, während bei Wettbewerbsprodukten Absplitterungen oder Kantenverschleiß auftraten.“
Die spritzgegossene Vollhartmetallspitze ermöglicht eine stabile Bohrungsqualität auch bei hohen Schnittparametern.
Stabiles Verschleißverhalten
Auch bei ISO-P1-Anwendungen in Deutschland zeigte sich ein stabiles Ergebnis. Unter optimierten Bedingungen lag die Oberflächengüte mit dem CoroDrill DE10 zwischen Ra 1,2 und 1,9 µm. Ein Wettbewerbswerkzeug erreichte trotz Optimierung lediglich Werte zwischen Ra 3,3 und 3,8 µm, was auf einen instabilen Prozess und eine schlechte Schneidkantenqualität hindeutet. Ein weiteres Produkt wurde aufgrund unzureichender Ergebnisse frühzeitig aus dem Test genommen.
In Chongqing wurde insbesondere das Verschleißverhalten analysiert. Nach einer Bohrlänge von 41 m zeigte der CoroDrill DE10 lediglich leichten Freiflächenverschleiß ohne Schneidkantenbruch. Das gleichmäßige Verschleißbild spricht für stabile Schnittkräfte und eine kontrollierte Spanabfuhr. Ein Wettbewerbsprodukt erzielte eine vergleichbare Schnittlänge, wies jedoch Eckenbrüche und Kantenbeschädigungen auf. Ein weiterer Bohrer zeigte bereits nach 38 m deutliche Ausbrüche an der Schneidkante sowie Beeinträchtigungen der Beschichtung.
Genauigkeit bei ISO M meistern
Auch bei ISO-M1-Werkstoffen bestätigten die Tests die Leistungsfähigkeit des Werkzeugs. In Mebane erreichte der CoroDrill DE10 einen präzisen Bohrungsdurchmesser von 13,03 bis 13,05 mm bei einer glatten Oberflächengüte von Ra 0,7 bis 1,0 µm. Er bohrte über 52,5 m, ohne seine Standzeitgrenze zu überschreiten, während die anderen Werkzeuge bei derselben Schnittlänge bereits ihre Verschleißgrenze erreicht hatten.
In Sandviken bohrte der CoroDrill DE10 mehr als 76 m in ISO-M1, während ein Wettbewerbsprodukt nach 53 m ausfiel und eine verschlechterte Spanbildung zeigte. Der Bohrungsdurchmesser blieb beim DE10 konstant zwischen 13,00 und 13,02 mm und erfüllte damit die Toleranzklassen H9/H10. Das Produkt des Wettbewerbs erzeugte hingegen leicht unterdimensionierte Bohrungen von 12,99 bis 13,02 mm. Zwar handelt es sich nur um einen geringfügigen Unterschied, doch können selbst kleinste Abweichungen in der Bohrungsgröße in der Praxis zu Montageproblemen bei Werkstücken führen.
Vom Konzept zur industriellen Anwendung
„Ein neues Konzept auf den Markt zu bringen, ist das eine – seine Leistungsfähigkeit im direkten Vergleich mit etablierten Lösungen unter Beweis zu stellen, das andere. Genau diesem Anspruch haben wir uns gestellt“, betont Carlsson und ergänzt: „Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Innovationen hinter dem CoroDrill DE10 nicht nur theoretisch vielversprechend anhören, sondern auch unter realen Produktionsbedingungen überzeugen. Damit verfügen Anwender über ein Werkzeug, das das Potenzial hat, die Bohrungsbearbeitung in der Großserienfertigung nachhaltig weiterzuentwickeln.“
Produkt im Bericht
Sandvik Coromant CoroDrill DE10
Der Bohrer mit austauschbarem Wechselkopf für die Herstellung von Bohrungen in großer Stückzahl. Ausgestattet mit der universellen -M5-Geometrie bietet der CoroDrill® DE10 nahtlose Plug-and-Play-Funktionalität und kompromisslose Leistung bei einem breiten Spektrum von Schnittdaten.









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