anwenderreportage
Digitales Werkzeugmanagement von Haimer sorgt bei Strunk für Effizienz in der Fertigung
Automatisieren und Digitalisieren – das ist auch für mittelständische CNC-Lohnfertiger das Mittel, um in Zukunft erfolgreich zu sein. Ein Beispiel wie das funktionieren kann, ist die Maschinenbau Strunk GmbH aus Langenbach (D). Sie hat ihr Werkzeugmanagement mit einem Haimer Microset Voreinstellgerät, dem Schrumpfgerät Power Clamp, der Werkzeugverwaltung WinTool und dem Ausgabesystem Toolbase durchgängig digital gestaltet – inklusive Datenaustausch mit CAD/CAM- und ERP-System.
Strunk nutzt das Werkzeugvoreinstellgerät Haimer Microset UNO automatic drive 20/40, um Längen und Durchmesser der Werkzeuge vollautomatisch zu messen. Die Soll-Werte erhält das Gerät aus der WinTool-Software. Über die bidirektionale Schnittstelle werden die Ist-Daten anschließend zurückgeschrieben.
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Aufgabenstellung: Durchgängige Digitalisierung des Werkzeugmanagements.
Lösung: Werkzeugvoreinstellgerät Microset UNO automatic drive, Schrumpfgerät Power Clamp, Werkzeugverwaltungssoftware WinTool sowie das Ausgabesystem Toolbase von Haimer – inklusive Vernetzung mit CAD/CAM- und ERP-Systemen und eindeutiger Werkzeugkennzeichnung per Data-Matrix-Code.
Nutzen: Kürzere Rüstzeiten, höhere Prozesssicherheit, papierlose Abläufe und volle Transparenz über Werkzeuge und Standzeiten.
Die Strunk GmbH ist ein CNC-Lohnfertiger mit rund 45 Mitarbeitern, spezialisiert auf schwer zerspanbare Werkstoffe und komplexe Bauteile. „Unsere Aufträge beginnen häufig da, wo sich andere Zerspaner zurückhalten. Dementsprechend ist unsere Fertigung mit modernsten Maschinen zum 5-Achs-Fräsen und Drehfräsen ausgestattet. Die meisten davon sind automatisiert, so dass wir sehr flexibel und in der dritten Schicht mannlos fertigen können“, erläutert Geschäftsführer Patrick Panthel.
Der Hightech-Maschinenpark besteht aus über 30 CNC-Dreh-, -Fräs-, -Bohr- und -Schleifmaschinen. Damit fertigt das nach DIN ISO 9001 zertifizierte Unternehmen Bauteile aus Aluminium, Stahl, Titan und anderen schwer zerspanbaren Werkstoffen – von Prototypen bis zur Großserie. „Die Qualität unserer Bauteile spielt eine wichtige Rolle“, betont Patrick Panthel und ergänzt: „Wir gewährleisten sie über unsere eigene Qualitätssicherung mit hochwertigen 3D-Messmaschinen. Ausschlaggebend dafür sind aber auch Maschinen und Werkzeuge.“
Strunk nutzt das Werkzeugvoreinstellgerät Haimer Microset UNO automatic drive 20/40, um Längen und Durchmesser der Werkzeuge vollautomatisch zu messen. Die Soll-Werte erhält das Gerät aus der WinTool-Software. Über die bidirektionale Schnittstelle werden die Ist-Daten anschließend zurückgeschrieben.
„Mit der Digitalisierung unseres Werkzeugmanagements sind wir auf dem Weg zu Industrie 4.0 ein gutes Stück vorangekommen und profitieren vielfältig von diesem gemeinsam mit Haimer realisierten Projekt.“
Neue Struktur fürs Werkzeugmanagement
Moritz Panthel, Sohn des Geschäftsführers, ist für Werkzeugeinkauf und -verwaltung zuständig. Mit Begeisterung berichtet er davon, wie Strunk das gesamte Werkzeugmanagement neu aufgestellt und nahezu durchgängig digitalisiert hat: „Wir sind damit auf dem Weg zu Industrie 4.0 ein gutes Stück vorangekommen. Wir wissen jetzt genau, wo sich welches Werkzeug befindet, sparen Rüstzeiten ein und haben die Prozesssicherheit deutlich erhöht.“
Den Grundstein legte bereits vor rund zehn Jahren die Einführung des Werkzeugausgabesystems Toolbase, mit dem Strunk seine Werkzeuge lagermäßig verwaltet, Bestände abfragt und Nachbestellungen einleitet. Angesichts des Unternehmenswachstums stand 2024 im Werkzeugbereich eine Kapazitätserweiterung an. „Wir haben bei uns inzwischen etwa 2.200 Werkzeuge in den Maschinenspeichern und rund 3.000 Artikel in Toolbase-Automaten. Ohne digitale Unterstützung ist es schwer, den Überblick zu behalten. Die Erweiterung bot Anlass, das gesamte Werkzeugmanagement neu zu strukturieren“, erklärt Moritz Panthel.
Bei der Wahl des Partners fiel die Entscheidung schnell auf Haimer. „Zum einen kennen wir die Qualität der Produkte aus der Praxis. Zum anderen war für uns klar, dass wir ein Microset-Werkzeugvoreinstellgerät von Haimer wollen“, unterstreicht Moritz Panthel. Dass Haimer neben dem Gerät UNO 20/40 auch die Software WinTool anbietet, war ein weiterer Pluspunkt: „Damit können wir Digitale Zwillinge der Werkzeuge sowie Betriebsmittel, Programme, Prozesse und Stammdaten übersichtlich verwalten.“ Und nicht zuletzt sei es von Vorteil, dass das vorhandene Ausgabesystem Toolbase ebenfalls zum Haimer-Lieferprogramm gehört. „Somit haben wir das komplette Digitalisierungspaket für den Werkzeugbereich aus einer Hand“, freut sich Moritz Panthel.
Zentrales Element der Fertigung
Inzwischen ist WinTool Dreh- und Angelpunkt der Werkzeugverwaltung bei Strunk. Die Software ist über Schnittstellen mit dem Voreinstellgerät, Toolbase, der CAD/CAM- und der ERP-Software vernetzt. „Wir haben – ausgehend vom Werkzeugbereich – die Prozesse in der Fertigung komplett neu strukturiert“, betont Moritz Panthel. Der Fertigungsauftrag wird im ERP-System angelegt und bei Fräsaufträgen an WinTool übergeben. Dort stehen reale Ausspannlängen, Störkonturen und andere Daten der Werkzeuge zur Verfügung, die direkt ins CAD/CAM-System importiert werden. So wird programmiert, wie später tatsächlich gefertigt wird – ohne Verwechslungen oder Kollisionen. Ein digitales Werkzeugdatenblatt begleitet den Auftrag in die Fertigung.
Zum Rüsten der Maschine generiert der Maschinenbediener aus WinTool eine Netto-Beladeliste, die alle neu ins Magazin zu ladenden Werkzeuge enthält. WinTool identifiziert jedes Komplettwerkzeug eindeutig über seinen Lagerplatz. Müssen die Werkzeuge erst montiert werden, erhält der Bediener aus WinTool die erforderlichen Daten inklusive der erlaubten Toleranzen. Abschließend gleicht er diese mit dem Voreinstellgerät Microset UNO ab und druckt die exakten Maße auf einen Aufkleber, der das Werkzeug auf dem Weg zur Maschine begleitet. Die gemessenen Daten werden aber auch in die WinTool-Datenbank eingespielt, wo sie jederzeit abgerufen werden können.
Anwender: Maschinenbau Strunk
Die Maschinenbau Strunk GmbH wurde 1972 von Manfred Strunk gegründet und 2012 seiner Tochter Simone Panthel übergeben. Unter der Geschäftsleitung ihres Mannes Patrick Panthel konzentriert sich das Unternehmen auf anspruchsvolle Aufträge aus den Bereichen CNC-Fertigung, Werkzeugbau, Lehrenbau sowie Komplett- oder Sonderlösungen. Zu den Kunden zählen internationale Unternehmen vorwiegend aus der Öl- und Gasindustrie, dem Maschinenbau und dem Defense-Bereich. Strunk beschäftigt rund 45 Mitarbeiter, die auf einer Fläche von 2.200 m² einen Umsatz von etwa 7,5 Millionen Euro pro Jahr erwirtschaften.
Maschinenbau Strunk GmbH
Schulweg 18
D-57520 Langenbach
https://www.strunk-maschinenbau.de
Data-Matrix-Code für jedes Werkzeug
„Die Eingabe der Werkzeugdaten in die Maschine erfolgt aktuell noch manuell, denn der Umstellungsprozess ist noch nicht ganz abgeschlossen“, erklärt Moritz Panthel. Es ist ihm durchaus bewusst, dass das Voreinstellgerät Microset UNO automatic drive die Daten über einen Postprozessor direkt auf die Maschine schreiben könnte. „Aber erst müssen wir die anderen Aufgaben abschließen. Zunächst müssen alle Werkzeuge und Aufnahmen digitalisiert und mit einem eingelaserten Data-Matrix-Code eineindeutig gekennzeichnet sein. Einen Teil davon haben wir erledigt. Aber wir haben große Bestände, die noch einige Zeit in Anspruch nehmen“, so der Werkzeugverantwortliche.
Benjamin Dombrowe, Technischer Verkaufsrepräsentant bei Haimer und Ansprechpartner für Strunk, betont: „Haimer unterstützt seine Kunden gezielt dabei, den Aufwand bei der Digitalisierung zu reduzieren. Für unsere Werkzeugaufnahmen stellen wir sämtliche Parameter sowie Step- und DXF-Daten normgerecht gemäß DIN 4000 und ISO 13399 bereit. Diese Informationen sind über unsere Website sowie die Datenplattform Tooltracer jederzeit zugänglich und downloadbar. Seit Anfang 2025 liefern wir darüber hinaus alle Werkzeugaufnahmen serienmäßig mit einer Unique ID aus – in Form eines eingelaserten, eindeutigen Data-Matrix-Codes, der Verwechslungen zuverlässig ausschließt.“
Digitalisierung braucht Zeit
„Noch ist unser Umstrukturierungsprozess nicht abgeschlossen. Aber wir sehen bereits sehr positive Entwicklungen“, bilanziert Moritz Panthel. „Mithilfe des neuen Voreinstellgeräts können wir unsere Werkzeuge nicht nur präzise vermessen, sondern auch aus WinTool heraus die Sollwerte für Länge und Durchmesser einlesen und mit den tatsächlichen Ist-Werten abgleichen. So stellen wir sicher, dass die Werkzeuge richtig zusammengebaut wurden und wir auf der Maschine keine Kollisionsgefahr haben.“
Zudem lassen sich die zusammengebauten Werkzeuge als Digitale Zwillinge führen und lagermäßig verwalten. Dies funktioniert bei Strunk inzwischen papierlos. Jeder Fertigungsmitarbeiter besitzt ein Tablet, das neben dem ERP-System und artikelbezogenen Dokumententaschen auch die WinTool-Web-App enthält. Über einen Scan-Prozess mit dem aufgelaserten Data-Matrix-Code kann er sämtliche Werkzeuge auf Lagerplätze, Werkzeugwagen oder Maschinen buchen. „Das hat den Vorteil, dass wir zu jedem Zeitpunkt wissen, wo das Werkzeug ist und welche Standzeit es hat“, argumentiert Moritz Panthel.
Auch wenn sich der Break-even nicht exakt berechnen lässt, steht für die Verantwortlichen fest, dass sich die Investitionen und der Digitalisierungsaufwand rechnen. „Schnelleres Rüsten, reduzierte Fehler und Maschinenstillstandzeiten sowie die genaue Kontrolle über die Werkzeugverfügbarkeit – all das spart letztlich Geld und trägt zum Return-on-Investment bei“, resümiert Moritz Panthel. „In Zahlen und Zeiten ausdrücken lässt sich das allerdings nicht.“
Produkt im Einsatz
Haimer Microset UNO automatic drive
Die Werkzeugvoreinstellgeräte Microset von Haimer optimieren Bearbeitungsprozesse und sorgen für eine reibungslose Fertigung. Sie verbessern die Werkzeugstandzeiten, ermöglichen hochwertige Oberflächengüten und erhöhen die Prozesssicherheit. Die High-End-Variante UNO automatic drive bietet dank der vollautomatischen Werkzeugvermessung absolute Bedienerunabhängigkeit und kann nahezu ohne Anwenderkenntnisse genutzt werden.

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