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Präzisionsteile für Beatmungsgeräte

Die Hontechnologie der Kadia Produktion GmbH + Co ist ein wichtiges Element in der Herstellung von Beatmungsgeräten für die Intensivmedizin. Die Lohnfertigung des Nürtinger Unternehmens am Standort Homburg/Saar arbeitet inzwischen im Drei-Schicht-Betrieb, um die Herstellung der dringend benötigten Geräte zu unterstützen.

KADIA bearbeitet derzeit 2.000 Kugelführungen für Beatmungsgeräte pro Tag. In einem Gerät sind mehrere dieser Führungen enthalten. Bild: KADIA

KADIA bearbeitet derzeit 2.000 Kugelführungen für Beatmungsgeräte pro Tag. In einem Gerät sind mehrere dieser Führungen enthalten. Bild: KADIA

Beatmungsgeräte sind sehr komplexe Apparaturen. Von ihnen wird, wie von allen Produkten in der Medizintechnik, eine absolute Zuverlässigkeit verlangt. Auch wenn viele Komponenten und Einzelteile heute in Fernost produziert werden, verlassen sich die Hersteller der Hightech-Geräte doch häufig auf das Maschinen- und Bearbeitungs-Know-how deutscher Mittelstandsunternehmen. So kommt es auch, dass die Lohnfertigung der Kadia Produktion GmbH + Co schon seit geraumer Zeit in die Herstellung von Schlüsselkomponenten eingebunden ist. Die Honspezialisten bearbeiten Kugelführungen, die sich in den so genannten Voice-Coil-Aktuatoren der Beatmungsgeräte finden. Das sind hoch dynamische elektromechanische Antriebe, welche für eine korrekte Zuführung der Beatmungsluft sorgen. Für den Patienten eine lebenswichtige Funktion. In einem Beatmungsgerät sind mehrere Aktuatoren verbaut.

Um die Bauteilversorgung von Beatmungsgeräten zu sichern, arbeitet die Lohnfertigung bei Kadia in Homburg/Saar nach vorgegebenen Hygienevorschriften und Abstandsregeln in drei Schichten. Bild: Kadia

Um die Bauteilversorgung von Beatmungsgeräten zu sichern, arbeitet die Lohnfertigung bei Kadia in Homburg/Saar nach vorgegebenen Hygienevorschriften und Abstandsregeln in drei Schichten. Bild: Kadia

Die Luft wird den Patienten mithilfe einer Linearbewegung zugeführt, weshalb in den Aktuatoren hoch präzise Kugelführungen verbaut werden. Ein wichtiges Kriterium ist eine hohe Wiederholgenauigkeit der beweglichen Komponenten. Für die Führungen sind daher Bohrungen mit höchster Genauigkeit zu fertigen, der Kurgeldurchmesser beträgt gerade einmal 5 mm. Die Lebensdauer ist für 100 Mio. Bewegungszyklen ausgelegt. Ohne Honbearbeitung wären die hohen Anforderungen nicht zu realisieren, denn nur durch Honen erhalten Bohrungen eine perfekt runde und zylindrische Geometrie, außerdem eine definierte Oberfläche, was für die Wälz- oder Gleiteigenschaften von zentraler Bedeutung ist. In Zahlen bedeutet dies: Die Toleranzen für die Zylinderform liegen bei <1 µm, die Ra-Werte für die Oberflächen bei <0,05 µm. Kadia ist seit Jahren einer der ersten Ansprechpartner für Anforderungen dieser Kategorie. Das Unternehmen entwickelt und fertigt die dafür notwendigen High-End-Honmaschinen inklusive Steuerungstechnik, die entsprechenden Werkzeuge und die Anwendungstechnik. Das Portfolio deckt alle Metallbranchen ab.

„Bei den Bohrungen für die Beatmungsgeräte bewegen wir uns im Grenzbereich des technisch machbaren“, betont auch Henning Klein, Geschäftsführer bei Kadia in Nürtingen. „Um die hohen Genauigkeiten zu erreichen, nutzen wir unsere modernsten Maschinen mit Mehrspindeltechnologie sowie eigens dafür entwickelte Honwerkzeuge mit selbstschärfenden Honleisten. Die Bearbeitung erfolgt vollautomatisch.“

Der aktuelle Gerätenotstand in den Kliniken sorgt im Moment dafür, dass die Maschinen bei Kadia im Homburg kaum noch still stehen. „Wir haben unsere Lohnfertigung sukzessive ausgebaut. Inzwischen arbeiten wir in drei Schichten“, setzt Henning Klein hinzu. Die Stückleistung beträgt aktuell bereits 2.000 Kugelführungen pro Tag. Sollte die Nachfrage weiter steigen, sei ein nochmaliger Ausbau der Kapazitäten keine Frage.

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