interview
Europa im Wandel: Interview mit Federico Costa, Präsident der ECTA
Die europäische Präzisionswerkzeugindustrie steht an einem Wendepunkt. Themen wie der Wandel in der Automobilindustrie, überbordende Bürokratie, der Fachkräftemangel, globaler Wettbewerb und technologische Sprünge durch Künstliche Intelligenz prägen die Diskussion. Als Präsident der European Cutting Tools Association (ECTA) vertritt Federico Costa die Interessen der europäischen Hersteller von Präzisionswerkzeugen und Spannsystemen – einer Branche, die das industrielle Wertschöpfungszentrum Europas bildet. Im Gespräch geht es um die Zukunft der europäischen Metallindustrie, die Rolle der ECTA und einen Ausblick auf die ECTA Conference 2026 in Graz.
Mit seinem Engagement für Nachwuchsförderung, Digitalisierung und internationale Zusammenarbeit setzt Federico Costa klare Akzente für die Zukunft der europäischen Präzisionswerkzeugindustrie. Sein Ziel: Europa als führenden Standort für Qualität, Innovation und nachhaltige Fertigung zu sichern.
ECTA Konferenz 2026
07.05 bis 09.05.2026
Graz
https://www.ecta-tools.org/ecta-conference-2026/
Herr Costa, der Fachkräftemangel betrifft nahezu alle Branchen – die Zerspanung jedoch besonders. Woher kommt künftig der Nachwuchs, den unsere Industrie so dringend braucht?
Die Ursache liegt darin, dass der Maschinenbau heute nicht mehr dieselbe Anziehungskraft besitzt wie früher. Junge Menschen fühlen sich stärker zu den Bereichen Digitalisierung und Dienstleistungen hingezogen – vielleicht, weil sie dort einfachere Aufstiegschancen vermuten. Soziale Medien spielen dabei eine zentrale Rolle, da sie nur bestimmte Sektoren ins Rampenlicht rücken – die Industrie gehört selten dazu.
Doch die Realität ist: Die Industrie ist längst tief in Digitalisierung, Automatisierung und Robotik eingebettet. Produktionsumgebungen sind heute Programmierumgebungen, in denen junge Köpfe stark gefordert und inspiriert werden. Die Fabrik der Zukunft ist bereits Realität – sie braucht junge Talente, die sich engagiert einbringen und daraus nicht nur berufliche, sondern auch persönliche Erfüllung ziehen.
Innovative Werkzeugtechnologien und Fertigungsstrategien ermöglichen ressourcenschonende und zugleich hochproduktive Fertigungsprozesse.
ECTA Konferenz 2026 Graz
Vom 7. bis 9. Mai 2026 wird die ECTA Konferenz in der traditionsreichen und zugleich innovativen Stadt Graz stattfinden. Gastgeber ist Boehlerit. Als größtes Branchennetzwerk bringt die Konferenz führende Köpfe aus Wirtschaft, Forschung und Entwicklung zusammen. Im Fokus stehen drei zentrale Themen, die die Zukunft der Branche maßgeblich prägen werden:
• Wohin entwickelt sich der Motor in den nächsten fünf Jahren? Experten beleuchten Trends, Technologien und Nachhaltigkeitsaspekte im Antriebsbereich.
• Künstliche Intelligenz in der Präzisionswerkzeugindustrie – Chancen und nachhaltige Anwendungen. Praxisnahe Einblicke in KI-gestützte Fertigung, Prozessoptimierung und Werkzeugmanagement.
• Rethinking Recruitment: „Rethinking HR – Lessons on Change“ . Strategien zur Mitarbeitergewinnung, -bindung und Organisationsentwicklung in Zeiten des Wandels.
Ergänzt wird das Programm durch aktuelle Markt- und Branchendaten aus Europa und den USA, präsentiert von VDMA und USCTI (United States Cutting Tool Institute). Für das passende Ambiente sorgen ausgewählte Veranstaltungsorte in und um Graz – darunter das weltberühmte Lipizzanergestüt als Highlight des Partnerprogramms.
Was macht die Präzisionswerkzeugbranche zu einem attraktiven und lohnenden Arbeitsfeld?
Die Präzisionswerkzeugindustrie ist ein hochprofessionelles Umfeld. Wir arbeiten eng mit unseren Kunden zusammen, entwickeln innovative Ideen zur Effizienzsteigerung, helfen ihnen, Kosten zu sparen, und gehen verantwortungsvoll mit Ressourcen um – damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Zudem bietet unsere Branche überdurchschnittliche Verdienstmöglichkeiten und hervorragende Karrierechancen.
Wenn Europa Mut zu Veränderung, Kooperation und technologischem Fortschritt beweist, kann die Präzisionswerkzeugindustrie nicht nur bestehen, sondern ihren globalen Vorsprung ausbauen. Federico Costa, Präsident, European Cutting Tools Association (ECTA)
Wie kann es Europas Werkzeugindustrie gelingen, junge Menschen für Technik, Präzision und Fertigung zu begeistern – gerade in einer Zeit, in der Software und KI oft attraktiver wirken?
Die Aufgabe, junge Menschen für unsere Branche zu gewinnen, ist anspruchsvoll. Nationale und europäische Institutionen spielen dabei eine wichtige Rolle – angefangen bei den Lehrplänen in Schulen bis hin zur Art und Weise, wie Karrieremöglichkeiten in unserem Sektor vermittelt werden. Auch die Unternehmen selbst müssen die Jugend aktiv ansprechen, moderne Ansätze wählen und auf die Bedürfnisse der jungen Generation eingehen. Heute spielen Aspekte wie Work-Life-Balance und betriebliche Sozialleistungen eine weitaus größere Rolle als früher – damals, als die Generationen vielleicht noch „etwas mehr Hunger“ hatten.
Wie bereits erwähnt, ist die digitale Welt längst in den Fabriken angekommen – und ihr Einfluss wird weiter zunehmen. KI, Software, Automatisierung sowie Forschung und Entwicklung verschmelzen mit der Präzisionsmechanik und machen diese für junge Menschen interessant. Schließlich sollten auch Familien und erfahrene Kolleginnen und Kollegen eine offene und unterstützende Haltung gegenüber der jungen Generation einnehmen – als aktive Begleiter des industriellen und gesellschaftlichen Wandels.
Der Strukturwandel in der Automobilindustrie führt zu weniger Zerspanung im klassischen Antriebsstrang, eröffnet aber neue Chancen in Leichtbau, Energietechnik und E-Mobilität.
Welche Rolle kann ein Verband wie die ECTA dabei spielen, die Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen und nationalen Organisationen zu fördern?
Die ECTA arbeitet eng mit den nationalen Verbänden zusammen, um Initiativen in allen europäischen Ländern zu unterstützen, die junge Menschen für Technik begeistern sollen. Beispielsweise investieren der VDMA in Deutschland, Ucimu in Italien und AFM in Spanien Zeit, Engagement und finanzielle Mittel, um den Kontakt zu den jüngeren Generationen zu stärken. Ich selbst hatte eine sehr positive Erfahrung mit der Nachwuchsstiftung Maschinenbau – einer deutschen Initiative, die vom VDW und VDMA getragen wird. Sie begeistert Jugendliche auf vielfältige Weise, etwa durch Wettbewerbe und spielerische Lernformate. Ein ähnliches Konzept verfolgt Ucimu in Italien, das während der BIMU 2024 in Mailand die sogenannten Robot Games veranstaltete.
Solche spielerischen Ansätze fördern die Kreativität junger Menschen. Es ist wichtig zu verstehen, dass Präzisionstechnik zwar viel Wissen erfordert, aber auch Kreativität und Eigeninitiative ausdrücklich willkommen sind – sie sind entscheidend für den Erfolg der Unternehmen der Zukunft.
Nachwuchsförderung im Fokus: Die Präzisionswerkzeugbranche sucht engagierte junge Talente für eine digital geprägte Industrie.
Viele Unternehmen klagen über die zunehmende Bürokratie in Europa – besonders im Vergleich zu Asien. Wie sehr gefährdet diese Regulierungsflut Europas Wettbewerbsfähigkeit?
Bürokratie schränkt die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen massiv ein – das ist unbestreitbar und schon seit Jahren so. Länder wie Deutschland und Italien werden von der Bürokratie regelrecht in die Zange genommen. Natürlich ist es eine Kernaufgabe der EU, ein gesundes und sicheres Umfeld zu schaffen – aber das darf uns nicht vom Rest der Welt abkoppeln. Der Green Deal im Automobilsektor ist ein gutes Beispiel: Er wurde in Brüssel mit edlen Zielen beschlossen, etwa der Emissionsreduktion, traf jedoch auf eine unvorbereitete Industrie. Das führte zu einem Umbruch, auf den wir vielleicht noch nicht eingestellt waren. Und wieder einmal profitieren davon vor allem asiatische und amerikanische Unternehmen. Das ist meine persönliche Einschätzung, basierend auf meinen Erfahrungen in Italien und Deutschland.
Mensch und Technik im Einklang: Fachkräfte, Maschinen, Werkzeuge und Spanntechnik bilden das Rückgrat der modernen, vernetzten Fertigung.
Wo sehen Sie den größten Reformbedarf – bei Umweltauflagen, Förderstrukturen oder Berichtspflichten?
Ein weiteres Beispiel betrifft das komplexe und belastende Arbeitsrecht in Europa. In Italien etwa tragen Unternehmen eine der höchsten Arbeitskostenbelastungen Europas – fast doppelt so hoch wie in den USA (von Asien ganz zu schweigen). Kombiniert man das mit dem Mangel an jungen Arbeitskräften und einer alternden Bevölkerung, wird deutlich: Europas Arbeitswelt ist teuer, überaltert und weit entfernt vom globalen Durchschnitt. Die Regierungen müssen endlich erkennen, wie wichtig es ist, das System von Kosten und Bürokratie zu entlasten – selbstverständlich ohne die Grundpfeiler des Arbeitsrechts zu gefährden.
Ein weiteres Problem ist, dass Unternehmen heute zu viel Personal benötigen, um politische und regulatorische Anforderungen wie Berichtspflichten zu erfüllen. Laut einer Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wurden allein in Deutschland in den letzten drei Jahren rund 325.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen, um Bürokratievorgaben umzusetzen. Das alles ist nicht wertschöpfend und belastet die Produktivität.
Kann Europa überhaupt noch industriell und pragmatisch denken – oder verlieren wir uns in unseren eigenen Regeln?
Regeln sind zweifellos die Grundlage für das Zusammenleben von Menschen, und Europa war hier immer ein Vorreiter. Die Europäische Union hat einen echten Binnenmarkt geschaffen, der faire Wettbewerbsbedingungen für alle bietet. Arbeitssicherheit, Umweltstandards, Datenschutz und Rechte sind europäische Grundpfeiler, die auf anderen Kontinenten oft fehlen. In den letzten Jahren ist Europa jedoch aufgrund immer neuer Regulierungen ein Stück hinter den globalen Markt zurückgefallen – das müssen wir dringend korrigieren.
Auf der letzten EMO kamen über 30 Prozent der Aussteller aus Asien – Japan ausgenommen. Ist das ein Weckruf für Europa?
In Asien befinden sich heute Europas stärkste Wettbewerber – in nahezu allen Branchen. Selbst in Bereichen wie unseren, in denen früher das Qualitätsniveau nicht ausreichte, um mit europäischer Präzision mitzuhalten, holen asiatische Hersteller technologisch rasant auf.
Was macht asiatische Hersteller heute so stark – Preis, Geschwindigkeit, Technologie oder Marktzugang?
Preis und Geschwindigkeit waren schon immer klare Vorteile asiatischer Produzenten. Doch mittlerweile verbessern sie ihre Qualitätsstandards erheblich, insbesondere im Maschinenbau. Dadurch entsteht ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das weltweit für Käufer attraktiv ist. Hinzu kommt: In Software und Elektronik ist Asien längst technologischer Vorreiter – zwei Bereiche, in denen Europa an Boden verloren hat.
Wo liegen nach wie vor die Stärken der europäischen Werkzeughersteller?
Ich glaube, Europa ist nach wie vor das Zentrum des Know-hows. Hier sind die großen Industrieunternehmen beheimatet, und wir führen in vielen Bereichen weiterhin technologisch. Wir sind erfinderisch und innovativ. Aber wir dürfen nicht vergessen: Nicht immer profitieren diejenigen am meisten, die eine Idee zuerst entwickeln.
Wie kann die ECTA Europas Werkzeugindustrie im globalen Wettbewerb stärken?
Die europäische Präzisionswerkzeugindustrie ist grundsätzlich gut aufgestellt, leidet aber unter einem unsicheren Marktumfeld und geopolitischen Spannungen. Ziel der ECTA-Konferenzen ist es, Akteure zusammenzubringen, um gemeinsame Herausforderungen zu bewältigen. Bei der Konferenz 2025 in Turin diskutierten wir über Wirtschaftspolitik, Recycling, KI und die Motivation junger Generationen. Ich erwarte, dass die nächste Konferenz – im Mai 2026 in Graz – noch mehr wertvolle Impulse und Ideen liefern wird, um die Zukunft unserer Branche zu stärken.
Der Wandel in der Automobilindustrie – vom Verbrennungsmotor zum E-Antrieb – hat erhebliche Auswirkungen auf Werkzeughersteller. Wie stark spüren ECTA-Mitglieder den Rückgang in der Bearbeitung von Antriebskomponenten?
Antriebskomponenten waren historisch ein zentraler Bereich der Präzisionsbearbeitung, der hochwertige Werkzeuge erforderte. Die europäische Automobilindustrie war immer führend – und trieb damit auch das Wachstum der Werkzeughersteller an. Jedes neue Material und jede technische Entwicklung verlangte neue, leistungsfähige Werkzeuge. Derzeit erleben wir hier deutliche Herausforderungen und erwarten weitere. Eine Chance bieten aktuell Hybridfahrzeuge, die sogar mehr präzise bearbeitete Komponenten benötigen. Die eigentliche Bewährungsprobe wird kommen, wenn vollelektrische Fahrzeuge den Markt dominieren.
Welche neuen Chancen entstehen durch diesen Wandel – etwa neue Komponenten, alternative Antriebe oder Fertigungsmethoden?
Wir beobachten eine steigende Nachfrage nach der Bearbeitung von Aluminiumlegierungen, Leichtbaumaterialien und Verbundwerkstoffen. Das erfordert leistungsstarke, ultraharte Schneidstoffe wie Diamant- und CBN-Werkzeuge.
Geht der Werkzeugbedarf tatsächlich zurück – oder verlagert er sich in andere Branchen?
In den letzten zwei Jahren war eine leichte Abkühlung zu spüren – nicht nur aufgrund der Automobilindustrie. Nach drei starken Jahren ist das eine normale Phase der Konsolidierung. Die Autoindustrie bleibt für uns wichtig, aber neue Märkte entstehen: Die Luftfahrt entwickelt sich positiv, der Verteidigungssektor wächst stark. Auch die Energie-, Medizin- und Designindustrie benötigen präzise Zerspanungswerkzeuge für effiziente Bearbeitungsprozesse. Wir müssen auf diese Verschiebungen vorbereitet sein.
Künstliche Intelligenz beeinflusst die Zerspanung zunehmend – von der Prozessoptimierung bis zur Qualitätskontrolle. Wie groß ist das tatsächliche Potenzial für die Werkzeug- und Spanntechnik?
KI verändert die Welt der Metallbearbeitung grundlegend – sie bringt neue Stufen der Automatisierung, Präzision und Prozessintelligenz. Von der Werkzeugentwicklung bis zur Endkontrolle spielt KI heute eine strategische Rolle in der gesamten Prozesskette. In der Produktion analysieren KI-Systeme Daten aus Sensoren, CNC-Steuerungen und Überwachungseinrichtungen, um Schnittparameter in Echtzeit zu optimieren. Machine-Learning-Modelle ermöglichen vorausschauende Wartung und erkennen frühzeitig Werkzeugverschleiß oder Vibrationen, um ungeplante Stillstände zu vermeiden. Auch die CNC-Programmierung wird durch KI revolutioniert: Moderne CAM-Systeme identifizieren automatisch Geometrien, schlagen Strategien vor und generieren G-Codes direkt aus CAD-Modellen.
In der Qualitätskontrolle erkennen KI-basierte Vision-Systeme Mikrodefekte oder Oberflächenfehler, die herkömmliche Prüfmethoden übersehen könnten. In Kombination mit Digital Twins lassen sich ganze Bearbeitungsprozesse simulieren und optimieren, bevor die Produktion startet. KI wird auch bei der Werkzeugkonstruktion eingesetzt – mit generativen Algorithmen, die Schneidengeometrien für spezifische Werkstoffe optimieren. Die Transformation durch KI ist also längst im Gang – jetzt gilt es, ihr volles Potenzial zu nutzen.
Neue Materialien im Leichtbau, in der Energietechnik und Medizintechnik stellen Werkzeughersteller vor große Herausforderungen. Welche technologischen Antworten braucht Europa, um hier führend zu bleiben?
Neue Werkstoffe wie Hochtemperaturlegierungen, Verbundstoffe und Titanbasismaterialien verschieben die Grenzen der konventionellen Zerspanung. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss Europa in moderne Fertigungstechnologien investieren, die Präzision, Flexibilität und digitale Intelligenz kombinieren. Das bedeutet: Werkzeuge und Strategien müssen speziell für schwer zerspanbare Materialien entwickelt werden – mit optimierten Schneidengeometrien und Hochleistungsbeschichtungen. Gleichzeitig sind Prozessüberwachung, Datenanalyse und KI-Integration entscheidend, um trotz zunehmender Materialkomplexität stabile Ergebnisse zu erzielen.
Wie wichtig ist dabei die Zusammenarbeit zwischen Werkzeugherstellern, Maschinenbauern und Softwareentwicklern?
Europas Stärke liegt traditionell in der Verbindung von Ingenieurskunst und Innovation. Diese Führungsrolle erfordert heute enge Forschungskooperationen – zwischen Werkzeugherstellern, Maschinenbauern, Softwareentwicklern und Hochschulen – sowie eine beschleunigte digitale Transformation der Produktion. Nur durch diese Synergien kann Europa seine Spitzenposition in Präzision, Zuverlässigkeit und nachhaltiger Leistungsfähigkeit sichern.
Nach dem großen Erfolg der ECTA Conference 2025 in Italien findet die nächste Ausgabe 2026 in Graz statt – Gastgeber ist Boehlerit. Was dürfen die Teilnehmer erwarten?
Vom 7. bis 9. Mai 2026 wird die ECTA-Konferenz in der traditionsreichen und zugleich innovativen Stadt Graz stattfinden. Als größtes Branchennetzwerk bringt sie führende Köpfe aus Wirtschaft, Forschung und Entwicklung zusammen. Im Fokus stehen drei zentrale Themen, die die Zukunft der Branche maßgeblich prägen werden. Die Entwicklung des Antriebsstrangs in der Automobilindustrie, Künstliche Intelligenz sowie der Fachkräftemangel (Detail siehe Info-Box).
Was erwarten Sie von Industrie, Partnerverbänden und Forschung für Graz?
Ich wünsche mir natürlich ein starkes Engagement aller Beteiligten. Von der Industrie erhoffe ich mir aktive Beteiligung und den Austausch innovativer Ideen, die Europas Führungsrolle in der Präzisionswerkzeugtechnik unterstreichen. Die Partnerverbände spielen dabei eine Schlüsselrolle, um Wissen zu teilen und die Mitglieder über Ländergrenzen hinweg zu vernetzen.
Welche Prioritäten setzen Sie als ECTA-Präsident – strategisch, politisch und technologisch?
Mein Ziel ist es, Europas Werkzeugindustrie strategisch, politisch und technologisch zu stärken. Strategisch, indem wir als gemeinsame Stimme auftreten und die Zusammenarbeit der nationalen Verbände fördern. Politisch, indem wir sicherstellen, dass unsere Branche in den europäischen Agenden zu Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Fachkräftesicherung berücksichtigt wird. Und technologisch, indem wir Innovationen in Materialien, Beschichtungen und KI-gestützten Werkzeugen vorantreiben – ECTA soll ein Motor für Fortschritt in der gesamten Industrie sein.Wenn Sie einen Wunsch für die Zukunft der europäischen Zerspanung äußern könnten – welcher wäre das?
Ich wünsche mir, dass unsere Branche die Herausforderungen von morgen nicht nur bewältigt, sondern aktiv gestaltet – und so ein wettbewerbsfähiges, widerstandsfähiges und nachhaltiges Fertigungsökosystem für kommende Generationen sichert.






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