interview

Sandvik Coromant: Vom Werkzeug zur ganzheitlichen Fertigungslösung

Mit den TechDays in Renningen verfolgt Sandvik Coromant ein klares Ziel: weg von der isolierten Werkzeugbetrachtung, hin zu durchgängigen Engineering-Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Im Rahmen der Veranstaltung sprach Redakteur Christof Lampert mit Stefan Knecht, Director Global Automotive Engineering bei Sandvik Coromant, über Strategie, Trends und den steigenden Stellenwert von Nachhaltigkeit in der Zerspanung.

„Die Zukunft der Fertigung entscheidet sich nicht am einzelnen Werkzeug, sondern an der Fähigkeit, komplexe Prozesse ganzheitlich zu verstehen und gemeinsam mit dem Kunden optimal umzusetzen.“
Stefan Knecht, Director Global Automotive Engineering, Sandvik Coromant

„Die Zukunft der Fertigung entscheidet sich nicht am einzelnen Werkzeug, sondern an der Fähigkeit, komplexe Prozesse ganzheitlich zu verstehen und gemeinsam mit dem Kunden optimal umzusetzen.“ Stefan Knecht, Director Global Automotive Engineering, Sandvik Coromant

Herr Knecht, was steckt hinter den jährlich stattfindenden TechDays von Sandvik Coromant und welche Einblicke erwarten die Besucher vor Ort?

Die TechDays sind aus der Erkenntnis entstanden, dass klassische Messen oft zu stark auf einzelne Produkte fokussiert sind. Unser Ziel ist es dagegen, mehr Zeit und Tiefe im Austausch mit Kunden zu ermöglichen. Im eigenen Technologiezentrum können wir gezielt zeigen, worauf es wirklich ankommt. Es geht um konkrete Anwendungen, reale Bauteile und ganzheitliche Fertigungslösungen. Besucher erleben Live-Demonstrationen, Fachvorträge und praxisnahe Bearbeitungsbeispiele aus unterschiedlichen Branchen. Dabei zeigen wir nicht nur Technologien, sondern komplette Prozesslösungen, häufig basierend auf realen Kundenprojekten. Ein besonderer Mehrwert ist zudem die Möglichkeit, eigene Projekte mit unseren Engineering-Experten zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

Nachhaltigkeit in der Zerspanung heißt, Produktivität und Ressourceneffizienz gleichzeitig zu verbessern. Der CoroMill MS20 von Sandvik Coromant zeigt, wie sich der CO2-Fußabdruck durch stabile Prozesse, weniger Ausschuss und einen reduzierten Werkzeugbedarf spürbar senken lässt.

Nachhaltigkeit in der Zerspanung heißt, Produktivität und Ressourceneffizienz gleichzeitig zu verbessern. Der CoroMill MS20 von Sandvik Coromant zeigt, wie sich der CO2-Fußabdruck durch stabile Prozesse, weniger Ausschuss und einen reduzierten Werkzeugbedarf spürbar senken lässt.

Die TechDays leben also stark vom Austausch vor Ort. Welche Rolle spielt der direkte Dialog mit Kunden und Partnern für Ihren Ansatz?

Der direkte Austausch ist für uns ein zentraler Bestandteil. Lösungen entstehen heute nicht mehr im Alleingang, sondern im Zusammenspiel mit unseren Kunden und Partnern. Gerade bei komplexen Fertigungsprozessen ist es entscheidend, die Anforderungen genau zu verstehen und gemeinsam weiterzuentwickeln. Die TechDays bieten dafür die ideale Plattform. Hier kommen Anwender, Entwickler und Technologiepartner zusammen, diskutieren konkrete Projekte und lernen voneinander. Dieser Wissenstransfer ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor, weil er neue Perspektiven eröffnet und Innovationen beschleunigt.

Die TechDays im Sandvik Coromant Center Renningen bieten praxisnahe Einblicke in moderne Fertigungslösungen und aktuelle Technologietrends.

Die TechDays im Sandvik Coromant Center Renningen bieten praxisnahe Einblicke in moderne Fertigungslösungen und aktuelle Technologietrends.

Ich sehe hier deutlich weniger einzelne Werkzeuge, dafür viel mehr komplette Anwendungen und Bauteillösungen. Ist das bereits Ausdruck Ihrer strategischen Ausrichtung?

Absolut. Diese Entwicklung steht im Zentrum unserer Strategie. Die Fertigung ist heute so komplex, dass es nicht mehr ausreicht, einzelne Werkzeuge zu betrachten. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Bauteil, Maschine, Prozess und Umfeld. Deshalb rückt das Engineering stärker in den Fokus. Jedes Projekt ist anders und erfordert eine individuelle Lösung. Unser Anspruch ist es, unseren Kunden nicht nur ein Produkt zu liefern, sondern ein durchdachtes Gesamtkonzept, das sich direkt in der Praxis umsetzen lässt. Dazu gehört auch, dass wir unser Portfolio gezielt erweitern, etwa durch digitale Lösungen, Simulation, Messtechnik und Partnerschaften. So entstehen integrierte Lösungen, die den gesamten Fertigungsprozess optimieren.

Welche technologischen Entwicklungen sind aktuell entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit in der Fertigung?

Ein klarer Trend ist die zunehmende Automatisierung, etwa durch Robotik oder automatisierte Werkzeugwechsel. Diese Entwicklungen sind notwendig, um flexibel auf kürzere Produktlebenszyklen und steigende Variantenvielfalt reagieren zu können. Auch die Aluminiumbearbeitung gewinnt weiter an Bedeutung, insbesondere im Kontext von Leichtbau und Elektromobilität. Gleichzeitig sehen wir einen starken Zuwachs bei Vollhartmetalllösungen und spezialisierten Werkzeugkonzepten.

Ein weiterer zentraler Treiber ist die Künstliche Intelligenz. Sie entwickelt sich zunehmend zu einem integralen Bestandteil der Fertigung, etwa bei der Prozessoptimierung, Qualitätssicherung oder in der Lieferkette. Künftig werden Maschinen in der Lage sein, sich selbstständig anzupassen und Prozesse in Echtzeit zu optimieren.

Welche Rolle spielen Nachhaltigkeit und Effizienz in diesem Kontext?

Nachhaltigkeit ist heute kein Zusatzthema mehr, sondern ein zentraler Bestandteil moderner Fertigungsstrategien. Ziel ist es, Produktivität und Ressourceneffizienz miteinander zu verbinden und CO2 Emissionen zu senken, ohne Leistungseinbußen hinzunehmen. Das gelingt beispielsweise durch optimierte Werkzeuge, stabile Prozesse und reduzierte Bearbeitungszeiten. Gleichzeitig gewinnen Themen wie Kreislaufwirtschaft, Recycling und digitale Transparenz zunehmend an Bedeutung.

Können Sie das an einem konkreten Beispiel festmachen?

Ein gutes Beispiel ist das Fräswerkzeug CoroMill MS20. Hier zeigt sich sehr deutlich, was wir unter produktiver Nachhaltigkeit verstehen. Durch ein optimiertes Werkzeugdesign lassen sich Bearbeitungszeiten verkürzen, Prozesse stabilisieren und gleichzeitig der Energieverbrauch reduzieren. Die höhere Prozesssicherheit ermöglicht zudem effizientere Abläufe und weniger Ausschuss. Gleichzeitig sorgt die Vielseitigkeit des Werkzeugs dafür, dass der Werkzeugbestand sinkt und Ressourcen eingespart werden. Auch die Möglichkeit der Trockenbearbeitung trägt dazu bei, den Energiebedarf weiter zu reduzieren. In Summe zeigt dieses Beispiel sehr gut, dass sich Produktivität und Nachhaltigkeit nicht ausschließen, sondern im Idealfall gegenseitig verstärken.

Vielen Dank für das Gespräch!

Produkt im Bericht

<b>Sandvik Coromant CoroMill MS20: </b>CoroMill® MS20 bewältigt alle Arten des Eckfräsens mit Leichtigkeit und geht noch einen Schritt weiter: Er ermöglicht Planfräsen, Schrägeintauchen, Spiralnterpolation und Vollnutfräsen.

Sandvik Coromant CoroMill MS20

CoroMill® MS20 bewältigt alle Arten des Eckfräsens mit Leichtigkeit und geht noch einen Schritt weiter: Er ermöglicht Planfräsen, Schrägeintauchen, Spiralnterpolation und Vollnutfräsen.

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