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MOULDING EXPO bringt neues Produkt mit Hochschule in Serie

: Messe Stuttgart


Wie spannend und einmalig die Erfahrung ist, ein Produkt zu erschaffen, wird auf der MOULDING EXPO erlebbar – dazu tritt die Messe Stuttgart als Auftraggeber auf: Eine Gruppe von Maschinenbau-Studenten unter der Leitung von Steffen Ritter, Professor an der Fakultät Technik der Hochschule Reutlingen, konzipierten, entwickelten und bauten mit Unterstützung von Projektpartnern innerhalb eines Semesters das Werkzeug für das Give-away der MOULDING EXPO 2019: die MEX BOX, eine zweiteilige Brotzeitdose mit Filmscharnieren.

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Insgesamt 21 Studenten an der Hochschule Reutlingen waren ein Semester lang damit beschäftigt, die MEX BOX Realität werden zu lassen. (Bild: Messe Stuttgart)

Insgesamt 21 Studenten an der Hochschule Reutlingen waren ein Semester lang...

„Wir vom Messeteam sind dabei als konkreter Auftraggeber aufgetreten und haben die Anforderungen an das Produkt in das Studienprojekt eingebracht“, sagt Florian Niethammer, Projektleiter der MOULDING EXPO. Wichtig sei dabei auch gewesen, dass der zu entwickelnde Artikel im Alltag einen echten Nutzen bringt. Dass das MEX BOX-Werkzeug in einer Spritzgießmaschine live auf der Messe im Einsatz zu sehen sein und produziert wird, freut Niethammer besonders: „Eine Idee mit einem halben Jahr Entwicklungszeit verwandelt sich dann in jeweils 20 Sekunden Produktionszeit in das Give-away für die Fachbesucher der MOULDING EXPO.“

Von der Idee zum greifbaren Produkt

Bereits 2017 hatten Ritter und seine Studierenden das Give-away der Fachmesse verantwortet, damals war es das Esswerkzeug 3-2-eat. „Dieses Mal wurde aber alles etwas größer“, erklärt der Professor. Für die MEX BOX musste eine 1,45 Tonnen schwere Form gefertigt werden. Möglich war das nur durch die Unterstützung der Firma Deckerform. „Wir haben an der Hochschule bislang kein Werkzeug gestemmt, das komplexer als dieses war“, sagt Professor Ritter. Die spezielle Konstruktion war für das 21-köpfige Studententeam eine willkommene Herausforderung – vor allem die noch nie dagewesene Größe des Werkzeugs, die Auslegung der Temperierung und der filigranen Filmscharniere. Der Auftrag der Messe Stuttgart wurde von den Studierenden idealtypisch ausgeführt. Entstanden ist ein Familienwerkzeug mit zahlreichen technischen Features wie Heißkanalverteiler mit Nadelverschlussdüsen. „Mit all den ‚Spezialitäten‘, die rund um das Bauteil noch dazukommen, ist das schon eine
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Auswerferseite des MEX BOX-Werkzeugs: Behälter und Deckel werden in einem Zyklus spritzgegossen. (Bild: Hochschule Reutlingen)

Auswerferseite des MEX BOX-Werkzeugs: Behälter und Deckel werden in einem Zyklus...

Kategorie der Produktion, in der wir uns bis jetzt noch nicht befunden hatten“, erklärt Professor Ritter.

Gemeinsam mit dem VDWF als Netzwerkpartner konnten weitere Firmen gewonnen werden, die für die Entwicklung der Brotzeitdose unverzichtbar waren: das Unternehmen Reichle, mit dem eine auf das Produkt zugeschnittene Gravur entwickelt wurde, Meusburger als Partner für die Normalien und PSG, die den Heißkanal projektiert haben. Borealis aus Österreich unterstützt das Projekt mit seinem Kunststoff und um den Messebesuchern eine breite Farbvielfalt anbieten zu können, stellte Granula sein Sortiment an Färbegranulaten zur Verfügung.

Die Messe Stuttgart hat mit ihrem Auftrag genau den gewünschten Effekt beim Nachwuchs erzielt. Die Studenten erlebten alle Höhen und Tiefen bei der Entwicklung eines Kunststoffartikels. Sie kooperierten mit Branchen-Profis und konnten erste Kontakte zu Unternehmen knüpfen. Einige Studenten arbeiteten bei Deckerform unter Aufsicht des Konstruktionsleiters des Aichacher Werkzeug- und Formenbau-Unternehmens an der Konstruktion des MEX BOX-Werkzeugs. „Innerhalb der zwei Tage haben die Studenten das Projekt komplett und selbstverantwortlich umgesetzt, auf Augenhöhe mit den Konstrukteuren. Das ist schon etwas Besonderes“, berichtet Professor Ritter. „Die MEX BOX ist ein Echtprodukt – meine Studenten konnten einen echten Produktionsprozess mit echten Problemen und einem echten Zeitplan durchleben. Eine für sie unschätzbar wertvolle Erfahrung.“

Stipendium für Weiterbildungsstudiengang

Eine weitere
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Das MEX BOX-Familienwerkzeug wiegt rund 1,45 Tonnen. (Bild: Hochschule Reutlingen)

Das MEX BOX-Familienwerkzeug wiegt rund 1,45 Tonnen. (Bild: Hochschule Reutlingen)

Initiative der MOULDING EXPO, die das berufsbegleitende Lernen unterstützt, ist das bereits zum zweiten Mal vergebene Stipendium für den Weiterbildungsstudiengang „Projektmanager/-in (FH) für Werkzeug- und Formenbau“ an der Hochschule Schmalkalden. Ab dem Wintersemester 2019/20 kann sich so ein Student ein Jahr lang fortbilden, die Kosten in Höhe von rund 5.000 Euro übernimmt die Messe Stuttgart. „Wirklich alle denkbaren Bereiche des Berufszweigs sind in dieser Weiterbildung betrachtet worden – vom Einkauf und Vertrieb über Marketing und Arbeitsrecht bis hin zur technischen Komponente und zur Montage oder der Kunststoffchemie“, so Thomas Brandt, Stipendiat von 2017.

Für den 34-jährigen Mechatronik- und Automatisierungstechnik-Ingenieur sei das genau der richtige Weg, um den Herausforderungen des globalen Strukturwandels zu begegnen, der sich insbesondere in der Hightech-Branche des Werkzeug-, Modell- und Formenbaus auswirke. „Die kontinuierliche Weiterbildung für Techniker und Ingenieure ist heute einfach Pflicht“, sagt Brandt. Wissensbegeisterte Kandidaten können sich bei der Hochschule Schmalkalden (www.moulding-expo.de/stipendium) bewerben, der Gewinner wird am Ausstellerabend der MOULDING EXPO am 23. Mai per Losverfahren ermittelt.

„Bring deine Zukunft in Form!“

Durch die rasante Entwicklung technologischer Innovationen ist nicht nur die Wissensvermittlung innerhalb der Branche gefragter denn je – gerade auch für die Gewinnung geeigneten Nachwuchses ist die Darstellung der Leistungsfähigkeit des Werkzeug-, Modell- und Formenbau-Metiers essenziell. Um junge Menschen für das Berufsfeld zu begeistern, haben Schulklassen
auf dem Messegelände in Stuttgart daher die Möglichkeit, sich während der MOULDING EXPO mit Ausbildern und Auszubildenden auszutauschen. Unter dem Motto „Bring Deine Zukunft in Form!“ werden außerdem von Geschäftsführern oder Verbandsfunktionären aus der Branche Touren über die Fachmesse angeboten, um zu zeigen, was der Werkzeug-, Modell- und Formenbau an technologischen und beruflichen Möglichkeiten zu bieten hat.

Interessenten können schon jetzt bei der Messe Stuttgart einen Termin vereinbaren (angela.stoll@messe-stuttgart.de, +49 711 1 85 60 2639). Die Initiative wird von den vier Branchenverbänden BVMF, VDMA, VDW und VDWF gemeinsam unterstützt.
Insgesamt 21 Studenten an der Hochschule Reutlingen waren ein Semester lang damit beschäftigt, die MEX BOX Realität werden zu lassen. (Bild: Messe Stuttgart)
Auswerferseite des MEX BOX-Werkzeugs: Behälter und Deckel werden in einem Zyklus spritzgegossen. (Bild: Hochschule Reutlingen)
Das MEX BOX-Familienwerkzeug wiegt rund 1,45 Tonnen. (Bild: Hochschule Reutlingen)
Über zwei Clips mit Filmscharnieren lässt sich die MEX BOX sicher verschließen. (Bild: Reichle Technologiezentrum GmbH)
Seitenansicht der MEX BOX mit geöffnetem Verschluss. (Bild: Reichle Technologiezentrum GmbH)
Für die MEX BOX wurden verschiedene Narbungs-Varianten erarbeitet. (Bild: Reichle Technologiezentrum GmbH)
Präsentation an der Hochschule Reutlingen: Insgesamt drei verschiedene Brotzeitdose-Konzepte wurden von den Studenten um Professor Steffen Ritter erarbeitet. (Bild: Messe Stuttgart)
Für Professor Steffen Ritter liegt der Lehrerfolg auf der Hand: „Die MEX BOX ist ein Echtprodukt – meine Studierenden konnten einen echten Produktionsprozess mit echten Problemen und einem echten Zeitplan durchleben. Eine für sie unschätzbar wertvolle Erfahrung.“ (Bild: Messe Stuttgart)
Professor Steffen Ritter (rechts) bespricht mit MOULDING EXPO-Projektleiter Florian Schmitz die ersten Anschauungsmodelle aus dem 3D-Drucker. (Bild: Messe Stuttgart)


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Werkzeug- und Formenbau, Fachmessen

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