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Neue Generation von Portalmaschinen

: DMG MORI


Werkzeug- und Formenbau, Aerospace-Industrie oder Energietechnik – in diesen und anderen Branchen gibt es einen klaren Trend zu immer komplexeren und gleichzeitig hochwertigen Werkstücken mit großen Abmessungen. Mit einem ganzheitlichen Produktprogramm für die XXL-Bearbeitung hat sich DMG MORI längst auf die damit verbundenen Anforderungen eingestellt. Im Interview erklärt uns Alfred Geißler, Geschäftsführer Deckel Maho Pfronten, was dieses Sortiment an Portal- und Gantrymaschinen auszeichnet.

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>> Das Anwendungsspektrum im XXL-Bereich ist sehr breit gefächert und verändert sich ständig. Hierfür ist ein ebenso breit gefächertes Produktportfolio seitens DMG MORI erforderlich. Das bilden wir mit unseren Portalmaschinen ab. << Alfred Geissler, Geschäftsführer Deckel Maho Pfronten

>> Das Anwendungsspektrum im XXL-Bereich ist sehr breit gefächert und verändert...

Herr Geißler, zum Open House Pfronten haben Sie mit der DMU 210 P 2nd Generation und der DMU 600 G linear gleich zwei neue Modelle im XXL-Bereich vorgestellt. Wie gliedert sich in diesem Segment der Markt?

Das Anwendungsspektrum ist sehr breit gefächert und verändert sich ständig. Nehmen Sie als Beispiel die Aerospace-Industrie, wo immer größere Integralbauteile aus dem Vollen gefräst werden, oder auch den Werkzeug- und Formenbau mit seinen riesigen Formen für den Automobilbau. Hierfür ist ein ebenso breit gefächertes Produktportfolio seitens DMG MORI erforderlich. Das bilden wir mit unseren Portalmaschinen ab. Während die DMU 210 P 2nd Generation den Einstieg in die XXL-Bearbeitung darstellt, fungiert die DMU 600 P – und damit auch die neue DMU 600 G linear in der Hoch-Gantry-Ausführung – als Lösung für allergrößte Bauteile. Damit decken wir Verfahrwege von 2.100 x 2.100 x 1.250 mm bis bezogen auf die Maximalausführung der DMU 600 P 6.000 x 4.800 x 1.500 mm ab. Die DMU 600 G linear erreicht 6.000 x 4.500 x 2.000 mm. Beim Bauteilgewicht reden wir von mindestens 8.000 kg. Bei der DMU 600 P ist erst bei 40 Tonnen Schluss.

Wie wird DMG MORI den individuellen Bauteilanforderungen und dem hohen Anspruch an Flexibilität und Qualität gerecht?

Zu unserem XXL-Programm gehört natürlich auch ein umfangreicher XXL-Baukasten, der applikationsspezifische Ausstattungsvarianten ermöglicht. Allein das Spindelangebot bei der neuen DMU 210 P 2nd Generation spricht für sich. Es reicht von der powerMASTER® Motorspindel mit maximal 1.000 Nm über die torqueMASTER® Getriebespindel mit bis zu 1.800 Nm bis hin zu den speedMASTER® Spindeln mit beeindruckenden Drehzahlen von bis zu 30.000 min-1. Die DMU 600 G linear ist mit
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Die DMU 210 P 2nd Generation stellt den Einstieg in die XXL-Bearbeitung dar.

Die DMU 210 P 2nd Generation stellt den Einstieg in die XXL-Bearbeitung dar.

einer Drehmomentspindel mit 12.000 min-1 und 300 Nm, einer Vertikalkopfgetriebespindel für maximale Drehmomente bis 1.445 Nm sowie einer Motorspindel mit einer hohen Drehzahl von bis zu 28.000 min-1 verfügbar. Angesichts dieser Auswahl eignen sich die XXL-Maschinen sowohl für die Schwerzerspanung als auch für hochpräzise HSC-Anwendungen. Der Baukasten umfasst außerdem unterschiedlichste Wechselköpfe mit C-/A- oder C-/B-Kinematik für komplexe Bearbeitungen sowie Fräs-Dreh-Tische und bedarfsgerechte Werkzeugmagazine für bis über 300 Werkzeuge.

Letztlich geht es also darum, in jedem Anwendungsfall eine Komplettbearbeitung zu ermöglichen?

Absolut richtig. Umspannvorgänge und Rüstarbeiten würden die Nebenzeiten derart hochtreiben, dass sich eine solche Fertigung nicht mehr rechnet. 5-Seiten- und 5-Achsen-Bearbeitung sind in diesem Segment also absolut erforderlich, um die großen Werkstücke überhaupt wirtschaftlich bearbeiten zu können. Optionen wie ein Fräs-Dreh-Tisch oder ein Palettenwechsler steigern die Produktivität folglich nochmals. Die Komplettbearbeitung ist außerdem schon unter Qualitätsaspekten unabdingbar, weil Umspannvorgänge auch hier kontraproduktiv wären.

Qualität ist ein gutes Stichwort. In den Branchen, die Sie eingangs nannten, gelten diesbezüglich höchste Standards. Wo liegen also die Stärken der Portalmaschinen von DMG MORI?

Die geforderten Bauteilqualitäten sind in der Tat auf höchstem Niveau anzusiedeln. Präzision und Oberflächengüte müssen perfekt sein. Basis dafür ist die hochstabile Konstruktion der Portalmaschinen. EN-GJS-600-3 (GGG60) Gussbauteile gewährleisten
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Die DMU 210 P 2nd Generation ermöglicht 5-Achs-Anwendungen mit Verfahrwegen von bis zu 2.100 x 2.100 x 1.250 mm.

Die DMU 210 P 2nd Generation ermöglicht 5-Achs-Anwendungen mit Verfahrwegen...

absolute Steifigkeit und ermöglichen somit eine präzise und gleichzeitig hochdynamische Bearbeitung. Gleiches gilt für die als Hoch-Gantry ausgeführte DMU 600 G linear, die dank bewährter Linearmotortechnologie beste Oberflächenqualitäten und extreme Genauigkeiten erreicht und hochdynamische Schlichtprozesse erlaubt. Dadurch werden auch Nachbearbeitungsprozesse eliminiert und die Produktivität nochmals gesteigert. Die Ergebnisse sind so gut, weil Linearmotoren über eine direkte, steife Anbindung an die Maschinenstruktur verfügen. Außerdem gibt es keine störenden Zahneingriffsfrequenzen aus dem Antriebsstrang. Hinzu kommen eine hohe Regelbandbreite und die Steigerung der Achsparamter gegenüber konventioneller Antriebstechnik. Darüber hinaus ist die Verfügbarkeit extrem hoch, da die Linearmotoren verschleißfrei sind. Fünf Jahre Gewährleistung auf diese Technologie verleihen zusätzliche Sicherheit.

Bei solch hohen Genauigkeitsanforderungen spielen thermische Abweichungen eine große Rolle. Welche Lösung hat DMG MORI dafür?

Umfangreiche Temperierungsmaßnahmen der Struktur, Komponenten und Führungen garantieren eine gleichbleibende Temperaturstabilität im Fall der DMU 600 G linear. Das betrifft alle Vorschubachsen, die Linearführungsschienen und die Hauptspindel, wo auch ein Spindle Growth Sensor zum Einsatz kommt. Optional ist das Temperature Thermal Control Paket erhältlich, das eine Kühlmitteltemperierung und eine Strukturkühlung beinhaltet. Die DMU 210 P 2nd Generation verfügt ebenfalls über ein intelligentes Kühlsystem, wodurch sie ein signifikantes Präzisionsplus und eine entsprechend hohe Langzeitgenauigkeit hat. Die Kühlung umfasst dabei die Antriebsmotoren, die Führungsbahnen sowie die Kugelgewindetriebe und das Getriebe
der Rundachsen. Darüber hinaus wurde die Rückseite des außen liegenden Schaltschranks isoliert, ein Spindle Growth Sensor installiert und das Maschinenbett mit einer Kühlung versehen. Optional wird auch die Maschinenstruktur temperiert.

Ist nach der DMU 210 P 2nd Generation auch mit Nachfolgern der DMU 270 P und DMU 340 P zu rechnen?

Die DMU 210 P 2nd Generation macht den Auftakt zur neuen Generation der Portalmaschinen. Die Entwicklung geht natürlich auch bei den Schwestermodellen weiter.

>> Das Anwendungsspektrum im XXL-Bereich ist sehr breit gefächert und verändert sich ständig. Hierfür ist ein ebenso breit gefächertes Produktportfolio seitens DMG MORI erforderlich. Das bilden wir mit unseren Portalmaschinen ab. << Alfred Geissler, Geschäftsführer Deckel Maho Pfronten
Die DMU 210 P 2nd Generation stellt den Einstieg in die XXL-Bearbeitung dar.
Die DMU 210 P 2nd Generation ermöglicht 5-Achs-Anwendungen mit Verfahrwegen von bis zu 2.100 x 2.100 x 1.250 mm.
Die DMU 600 G linear ist als Hoch-Gantry ausgeführt.
Die DMU 600 G linear kommt auf Verfahrwege von 6.000 x 4.500 x 2.000 mm.
Das XXL-Center bei Deckel Maho Pfronten befasst sich ausschließlich mit der Großteilebearbeitung.


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Großteilebearbeitung, Portalfräsmaschinen

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