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Unterschätzter Maschinenbauer?

: HAAS


Haas Automation ist der größte Werkzeugmaschinenhersteller in den USA und zählt zu den stückzahlstärksten Herstellern weltweit. Das Unternehmen stellt ein umfassendes Sortiment von CNC-gesteuerten, vertikalen und horizontalen Bearbeitungszentren, CNC-Drehmaschinen, 5C-Indexiertischen und Drehtischen her und das mit einer ausgesprochen hohen Fertigungstiefe. Über diese hoch automatisierte Fertigung konnten wir uns bei einem Besuch vor Ort ein Bild machen.

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Speziell für den europäischen Markt wird Haas Anfang 2012 das neue 5-Achs-Bearbeitungszentrum UMC 750 zu einem unschlagbaren Preis von angepeilten EUR 100.000,- vorstellen.

Speziell für den europäischen Markt wird Haas Anfang 2012 das neue 5-Achs-Bearbeitungszentrum...

Autor: Ing. Robert Fraunberger / x-technik

Seit seinen Anfängen im Jahr 1983 stellt das kalifornische Unternehmen Haas Automation Inc. praxistaugliche Produkte zu ausgezeichneten Preisen her. Haas setzt nicht auf große Stückgewinne, sondern auf ein hohes Umsatzvolumen mit hohen Stückzahlen. Daher können die Kalifornier eine umfangreichere Grundausstattung und eine grundsolide Konstruktion zu einem attraktiven Preis anbieten. „Unser Konzept ist nicht auf High-End-Präzisionsmaschinen ausgelegt, sondern auf rund 95 Prozent aller Anwendungsfälle, wo eine solide, präzise Werkzeugmaschine zu einem guten Preis gefragt ist, denn wir bauen Werkzeugmaschinen zum weltweit besten Preis-Leistungs-Verhältnis“, macht Gene Haas, Gründer und Besitzer der Haas Automation Inc. kein Geheimnis aus der Firmenpolitik. „Unsere Maschinen können in nahezu allen Industrien eingesetzt werden. Die Bedienbarkeit ist einfach und die Genauigkeit in den meisten Fällen absolut ausreichend.“

Dass Gene Haas ein Mann aus der Praxis ist, beweist nicht nur die Firmengeschichte seines Unternehmens. Eine geniale Idee ließ ihn im Jahr 1983 den ersten vollautomatischen, programmierbaren Spannzangen-Indexiertisch konstruieren und herstellen. Der große Erfolg und weitere praxistaugliche Produkte führten 1988 zur Herstellung des ersten vertikalen Bearbeitungszentrums von Haas, der VF-1, zu einem für damalige Verhältnisse unschlagbaren Preis. Heute stellt Haas vier Hauptproduktreihen her: vertikale Bearbeitungszentren (VMCs), horizontale Bearbeitungszentren (HMCs), CNC-Drehmaschinen (TL-, SL- und ST-Serie) sowie Dreh- und Indexiertische. Eines haben alle Produkte gemeinsam, wie Gene Haas betont: „Unsere
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Beeindruckende 60 Haas-Werkzeugmaschinen pro Monat verlassen aktuell die Produktionsstätte in Kalifornien.

Beeindruckende 60 Haas-Werkzeugmaschinen pro Monat verlassen aktuell die Produktionsstätte...

CNC-Maschinen können Lohnfertiger und Zulieferer flexibel und kostenbewusst einsetzen.“

Heute beschäftigt das Unternehmen mehr als 1.100 Mitarbeiter. Das über 100.000 m² – mit weiteren 100.000 m² Freigelände – umfassende Werk in Oxnard (Kalifornien) ist die größte und modernste Fertigungsstätte für Werkzeugmaschinen in den USA.

Die Wirtschaftskrise genützt

Haas stellt alle wichtigen Komponenten firmenintern mit speziellen, hochmodernen CNC-Werkzeugmaschinen her, um die in der Industrie erforderlichen Genauigkeiten zu gewährleisten. In den letzten drei Jahren wurde weiter in die automatisierte Fertigung investiert, um noch flexibler auf Marktgegebenheiten reagieren zu können. So werden intensiv automatisierte, mannlose flexible Fertigungssysteme (FMS) und Roboterzellen genutzt, um die Produktion zu rationalisieren und Kosten weiter zu senken. Eindrucksvoll ist sicherlich deren Kapazität: „Unsere FMS-Anlagen verfügen über ein Fassungsvermögen von über 1.000 Maschinenpaletten für rund 60 CNC-Maschinen. Gemeinsam mit den 25 Roboterzellen, die je zwei bis drei Werkzeugmaschinen bedienen, garantieren sie sowohl die Flexibilität als auch die Qualität unserer Fertigung“, erklärt Bob Murray, General Manager bei Haas. Der beeindruckenden Zahlen nicht genug. Rund 300 CNC-Maschinen produzieren rund um die Uhr, davon sind zirka 200 Haas Maschinen im Einsatz – der Rest stammt vornehmlich von Bekannten Herstellern aus Japan und Europa. „Aus dem Einsatz unserer eigenen CNC-Maschinen im Dauerbetrieb können wir viel Know-how in zukünftige Entwicklungen mit einfließen lassen“,
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Haas produziert hochmodern und automatisiert. Zahlreiche FMS und Roboterzellen sorgen für die nötige Flexibilität und Produktivität.

Haas produziert hochmodern und automatisiert. Zahlreiche FMS und Roboterzellen...

so Murray weiter. Zahlreiche Montagelinien, ein riesiges Hochregallager, für das 2006 eine eigene Halle mit 20.000 m² errichtet wurde (dort befinden sich Teile für vier Monate Produktion mit einem Wert von USD 55 Mio., Anm.) und gut ausgebildete Fachkräfte sorgen für eine monatliche Kapazität von zurzeit fast 60 CNC-Maschinen.

Weltweite Vertriebsstruktur

Haas vertreibt seine Produkte über ein weltweites Händlernetz, das Vertriebs- und Serviceleistungen sowie anwendungsspezifische Unterstützung bietet. Die Mitarbeiter aller Service-Organisationen sind von Haas geschult und die Servicequalität wird streng überwacht. Das Ziel hierbei ist, Serviceleistungen innerhalb von 24 Stunden zu erbringen. „Unser weltweites Netz von momentan mehr als 145 Haas Factory Outlet (HFO) Händlern ermöglicht die optimale und rasche Betreuung unserer Kunden weltweit, denn wir unterstützen unsere Vertriebspartner mit mehr als nur Maschinen. Ein modernes Firmengebäude mit Vorführzentrum gehört genauso dazu wie ausreichend Ersatzteile, Service-Fahrzeuge, aussagekräftige Produktunterlagen, Marketingmaßnahmen wie eine informative Website, Pressearbeit, Messeauftritte sowie Schulung und Support der Verkäufer und Servicetechniker. Das unterscheidet uns von vielen anderen Herstellern, die aktuell vor allem aus Asien in die Märkte stoßen“, erläutert Bob Murray.

Auftragslage wie vor der Krise

Der aktuelle
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Aufwind, der die Werkzeugmaschinenindustrie trägt, hat natürlich auch Haas erreicht. „2011 peilen wir die Produktion von 14.000 CNC-Maschinen mit einem geplanten Umsatz von EUR 800 Mio. an, womit wir ca. das Niveau von 2008 erreichen werden. Der einzige Unterschied ist, dass wir damals 1.400 gegenüber aktuell 1.100 Mitarbeiter beschäftigt haben“, so Gene Haas.

Dabei ist die USA mit 40 Prozent Anteil am Verkauf nach wie vor die umsatzstärkste Region für Haas. Bemerkenswert ist auch der mit 17 Prozent relativ hohe Anteil von China genauso wie die 10 Prozent von Indien. In Europa gibt es mit 12 Prozent noch einigen Nachholbedarf, der jedoch mit einer 50%-igen Steigerung in 2011 bereits konkrete Formen annimmt. „Europa ist ein ausgesprochen wichtiger Markt für Haas, deshalb werden wir unsere Anstrengungen den Markt optimal zu bedienen noch weiter ausbauen“, bekennt sich Bob Murray zu Europa.

Blick in die Zukunft

Genau für diesen Markt wird Haas Anfang 2012 mit der UMC 750 ein echtes 5-Achs-Bearbeitungszentrum mit eingebautem Dreh- und Schwenktisch präsentieren. Das zurzeit nur als Modell verfügbare vertikale Zentrum soll mit einem unschlagbaren Preis – man höre und staune – von angepeilten EUR 100.000,- den Marktbegleitern auch im 5-Achs-Bereich das Leben schwer machen. „Im Gegensatz zu Amerika ist in Europa die 5-Achs-Technologie weit verbreitet und hat einen großen Anteil an den verkauften Maschinentypen. Mit unserer UMC 750 werden wir auch in diesem Bereich eine interessante Alternative bieten können“, freut sich Bob
Murray.

Welche Ziele steckt sich nun Haas für die Zukunft? „Unsere wesentlichen Ziele sind eine noch höhere Verfügbarkeit, Produktivität und eine noch einfachere Bedienbarkeit unserer CNC-Maschinen sowie die bestmögliche Unterstützung für unsere Vertriebspartner. Gleichzeitig werden wir unsere Maschinen weiterhin zum besten am Markt verfügbaren Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten“, meint Gene Haas abschließend.
Speziell für den europäischen Markt wird Haas Anfang 2012 das neue 5-Achs-Bearbeitungszentrum UMC 750 zu einem unschlagbaren Preis von angepeilten EUR 100.000,- vorstellen.
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Haas produziert hochmodern und automatisiert. Zahlreiche FMS und Roboterzellen sorgen für die nötige Flexibilität und Produktivität.



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Bericht in folgenden Kategorien:
Drehmaschinen, Fräsmaschinen, Bohrmaschinen, Dreh-Fräszentren

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