anwenderreportage

Zuverlässige „Bodyguards“

Hema-Faltenbälge schützen empfindliches Maschineninnenleben: Die Firma WMS Nöbauer aus Enzesfeld-Lindabrunn hat sich darauf spezialisiert, in die Jahre gekommene Werkzeugmaschinen wieder auf Vordermann zu bringen. Bei diesen Retrofit-Maßnahmen spielen unterschiedlichste Hema-Faltenbälge, die mittlerweile in großen Stückzahlen bei GGW Gruber geordert werden, eine nicht zu unterschätzende Rolle: Schließlich haben diese die Aufgabe, die beweglichen Anlagenteile vor Verschmutzung und anderen schädlichen Fremdeinflüssen zu bewahren. Von Sandra Winter, x-technik

Ein zuverlässiger Schutz für die Mechanik ist für Manfred Nöbauer unabdingbar: Demzufolge beinhaltet bei WMS Nöbauer jede Generalüberholung der Achsen einen Tausch der alten Faltenbälge.

Ein zuverlässiger Schutz für die Mechanik ist für Manfred Nöbauer unabdingbar: Demzufolge beinhaltet bei WMS Nöbauer jede Generalüberholung der Achsen einen Tausch der alten Faltenbälge.

Shortcut

Aufgabenstellung: Qualitativ hochwertige Schutzsysteme, die das Maschineninnere – u. a. Kugelgewindetriebe und Linearführungen – vor Verschmutzung bewahren.

Lösung: Verschiedenste Hema-Faltenbälge, die bei GGW Gruber geordert werden.

Nutzen: Langlebige Produkte, auf die bis zu drei Jahre Garantie gegeben werden kann.

1994 zog es den gelernten Werkzeugmaschineur und Maschinenbau-Meister Manfred Nöbauer nach mehrjähriger Tätigkeit als Servicetechniker bei der damals noch existierenden Österreich-Niederlassung von Hahn+Kolb in die Selbstständigkeit. „Wir haben vor 25 Jahren an einem ‚Jokkmokk' von Ikea begonnen, der zu einer Hälfte als Büro- und zur anderen als Esstisch diente“, erinnert sich der Firmengründer an die bescheidenen Anfänge in einer kleinen Wiener Wohnung. Mittlerweile ist der nunmehr 50-jährige mit seinem Unternehmen im Ared-Gewerbepark in Enzesfeld-Lindabrunn angesiedelt. Allerdings ist er selbst nur äußerst selten an dieser Adresse anzutreffen. Denn meistens ist er weltweit unterwegs, um direkt bei den Kunden vor Ort an ältere Maschinen-Semester revitalisierend Hand anzulegen. Teilweise befindet sich der Chef von WMS (Werkzeug-Maschinen-Service) Nöbauer bis zu 300 Tage pro Jahr außer Landes. Das ist auch der Grund, warum sich Ing. Denis Firulovic, BA, der bei der Firma GGW Gruber für den technischen Vertrieb in Ostösterreich zuständig ist, „einige“ Zeit gedulden musste, bis er Manfred Nöbauer persönlich zu Gesicht bekam. Dabei ist der international anerkannte „Fitmacher“ von vornehmlich Werkzeugschleif-, Flachschleif- und Fräsmaschinen sein größter Kunde im Bereich Maschinenschutz.

Anfangs waren es zehn bis fünfzehn Hema-Faltenbälge pro Jahr, die die Niederösterreicher bei GGW Gruber orderten, inzwischen sind es mehrere Hundert Stück. Denn jede Generalüberholung der Achsen beinhaltet bei WMS Nöbauer automatisch einen Tausch der alten Faltenbälge. „Es macht keinen Sinn, mechanische Komponenten wie einen Kugelgewindetrieb oder Linearführungen zu erneuern und dann beim Schutzsystem ein Auge zuzudrücken. Faltenbälge zählen zu den wenigen Dingen, bei denen ich wirklich darauf bestehe, dass sie getauscht werden, um eine Garantie auf die darunter liegenden Teile geben zu können“, legt Manfred Nöbauer dar, dass er selbst bei kleinen Löchern oder kaum merkbaren Verschleißspuren keine Kompromisse eingeht.

Ein zuverlässiger Schutz für die Mechanik ist für Manfred Nöbauer unabdingbar: Demzufolge beinhaltet bei WMS Nöbauer jede Generalüberholung der Achsen einen Tausch der alten Faltenbälge.

Ein zuverlässiger Schutz für die Mechanik ist für Manfred Nöbauer unabdingbar: Demzufolge beinhaltet bei WMS Nöbauer jede Generalüberholung der Achsen einen Tausch der alten Faltenbälge.

Manfred Nöbauer
Geschäftsführer von WMS Nöbauer

„Was ich an der Zusammenarbeit mit Hema und GGW Gruber besonders schätze: Ich kann mich 100%ig darauf verlassen, dass alles passt – die Faltenbalg-Qualität, die Lieferzeiten und das ‚Special Service' in besonders dringenden Fällen.“

Bis zu drei Jahre Garantie

Die meisten Aufträge lukriert die Firma WMS Nöbauer in Übersee. „Wir machen 40 % unseres Umsatzes in den USA, 20 % in Kanada, 30 % in der EU und den Rest in China und Südkorea“, zeigt sich der Unternehmensgründer sichtlich stolz darauf, dass mittlerweile namhafte Kunden aus aller Welt darauf aufmerksam wurden, welche Performance ein Meister seines Faches aus Bestandsmaschinen herauszuholen vermag. Wobei die Niederösterreicher nicht nur reparieren, generalüberholen und auf den neuesten Stand der Technik aufrüsten, sondern auch nach Kundenwunsch umbauen und verfeinern. „Wir versehen Werkzeugschleifmaschinen mit 24“-Bildschirmen in HD-Fernsehqualität, tunen ältere HELITRONIC POWER-Modelle von Walter mit Numroto-Steuerungen oder einem angebauten Laderoboter, installieren gegebenenfalls Sonderschmier- oder Glasmaßstab-Längenmess-Systeme und vieles andere mehr“, bringt Manfred Nöbauer ein paar Beispiele dafür, was selbst bei einem Baujahr vor 1985 noch alles möglich ist.

„Unsere Firmenphilosophie lautet: Klasse statt Masse. Wir legen höchsten Wert auf Qualität und verbauen demzufolge ausschließlich Komponenten, die zumindest dem Niveau des Originalherstellers entsprechen oder dieses sogar überbieten“, fügt er ergänzend hinzu. Bei Faltenbälgen schwört er seit vielen Jahren auf die Marke Hema. In Brasilien wagt er es sogar, drei Jahre Garantie auf das Maschinenschutzsystem seines Vertrauens zu geben. „Dort gibt es sehr hohe Importzölle. Deshalb musste ich mir etwas einfallen lassen, um unsere höheren Preise zu rechtfertigen“, verrät der gewiefte Geschäftsmann, wie er auf die Idee kam, den brasilianischen Kunden folgendes Angebot zu machen: „Sollte ein Faltenbalg innerhalb der nächsten drei Jahre Probleme bereiten, fliege ich von Europa zu ihnen und tausche diesen aus, ohne auch nur einen Cent dafür zu verrechnen.“ Bis jetzt kam Manfred Nöbauer noch nie in die Verlegenheit, dieses Versprechen einlösen zu müssen. „Ich habe Faltenbälge von lokalen Anbietern gesehen, die bereits nach wenigen Monaten wie schlaffe Säcke herunterhingen, weil sich die Klebenähte aufgelöst hatten oder das Kunststoffgewebe eingerissen war. Aber auf Hema-Produkte ist selbst bei widrigsten Umgebungsbedingungen Verlass, da gibt es wirklich einen riesigen Qualitätsunterschied“, freut sich der 50-jährige, dass er offensichtlich von Anfang an – als er 2010 nach passenden Faltenbälgen für eine rundum erneuerte Vorführmaschine für einen Messeauftritt auf der GrindTec suchte – auf den richtigen Hersteller setzte.

Derzeit wird bei WMS Nöbauer eine HELITRONIC MINI POWER Werkzeugmaschine von Walter generalüberholt. Und auch hier sind wieder einige Hema-Faltenbälge mit an Bord – u. a. ein Samurai-Faltenbalg für die X-Achse.

Derzeit wird bei WMS Nöbauer eine HELITRONIC MINI POWER Werkzeugmaschine von Walter generalüberholt. Und auch hier sind wieder einige Hema-Faltenbälge mit an Bord – u. a. ein Samurai-Faltenbalg für die X-Achse.

Am häufigsten bestellt Manfred Nöbauer Hema-Schutzsysteme für X-, Y- und Z-Achsen bei GGW Gruber, insgesamt hat er mittlerweile 45 unterschiedliche Faltenbalg-Typen im Lager vorrätig.

Am häufigsten bestellt Manfred Nöbauer Hema-Schutzsysteme für X-, Y- und Z-Achsen bei GGW Gruber, insgesamt hat er mittlerweile 45 unterschiedliche Faltenbalg-Typen im Lager vorrätig.

Ing. Denis Firulovic
BA, Technischer Vertrieb Ostösterreich bei GGW Gruber

„Jeder Faltenbalg ist anders. Diese Schutzsysteme sind in unterschiedlichsten Ausführungen erhältlich und werden passgenau auf den Einsatz in einer bestimmten Werkzeugmaschine abgestimmt.“

Robuste, aber nachgiebige Typen

Faltenbälge zählen zu jenen Maschinenbestandteilen, die besonders beansprucht werden. Sie müssen robust genug sein, um scharfen Spänen und aggressiven Kühlschmierstoffen zu trotzen und entsprechend nachgiebig, um unzählige Verfahrbewegungen der Achsen als „Bodyguard“ von Kugelgewindetrieben, Linearführungen und anderen im Maschineninneren montierten, sensiblen Systemen zu begleiten. Insgesamt hält die Firma WMS Nöbauer ungefähr 45 unterschiedliche Faltenbalg-Typen auf Lager. „Am häufigsten bestellen wir Elastic-Modelle für X-, Y- und Z-Achsen sowie Samurai-Faltenbälge mit Lamellenblechen aus rostfreiem Stahl an der Oberkante der Falten. Wir halten aber auch U-Achsen-, Spindel- sowie Kastenfaltenbälge vorrätig“, schildert Manfred Nöbauer. Diese Sortimentsvielfalt rühre daher, dass es für jede Werkzeugmaschine ein perfekt passendes Schutzsystem braucht.

„Hema-Faltenbälge sind in den unterschiedlichsten Formvarianten und Materialkombinationen erhältlich. Sie werden den jeweiligen Anforderungen entsprechend maßgeschneidert“, erklärt Denis Firulovic. In dringenden Notfällen sogar in Rekordzeit, wie die Firma WMS Nöbauer vor ein paar Jahren live erleben durfte. Denn just zu dem Zeitpunkt als die Faltenbalg-Vorräte für HELITRONIC MINI POWER Werkzeugschleifmaschinen zur Neige gingen, baten – wie es der Zufall so will – vollkommen unerwartet plötzlich mehrere Kunden gleichzeitig um eine Generalüberholung von X-, Y- und Z-Achsen dieses Maschinentyps. „In dieser Ausnahmesituation half uns einmal mehr der direkte, gute Draht zu GGW Gruber. Als ich andeutete, dass wir dringendst vier Stück eines bestimmten Faltenbalg-Modells benötigen, wurde für uns ausnahmsweise in der Hema-Lehrwerkstätte in Rumänien gefertigt und wir konnten dank dieses Sondereinsatzes erneut just-in-time liefern“, lobt Manfred Nöbauer abschließend eine Zusammenarbeit, die auch unter herausfordernden Bedingungen bestens funktioniert.

Infos zum Anwender

Die 1994 von Manfred Nöbauer gegründete Firma WMS Nöbauer hat sich auf Service- und Reparaturarbeiten bei bereits etwas in die Jahre gekommenen Werkzeugmaschinen verschiedenster Hersteller spezialisiert. Egal ob Generalüberholung, Retrofit oder Umbau – die Niederösterreicher nehmen es mit jeder Herausforderung auf. Dabei wird in den meisten Fällen direkt vor Ort beim Kunden an die zu „revitalisierenden“ Maschinen Hand angelegt, obwohl die Mehrheit der Auftraggeber in Übersee sitzt. Rund 40 % des Umsatzes werden in den Vereinigten Staaten, 30 % in der EU, 20 % in Kanada und der Rest in China und Südkorea gemacht. WMS Nöbauer gilt vor allem auch bei Werkzeugschleifmaschinen, Flachschleifmaschinen und Fräsmaschinen älteren Semesters (Baujahr 1985 und älter) als international anerkannter Fitmacher.

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