interview

Technologieführerschaft weiter ausbauen

Mit Kenneth Sundberg hat sich WFL Millturn Technologies GmbH aus Linz einen erfahrenen Zerspanungsspezialisten ins Team geholt. Der ausgebildete Chemie- und Maschinenbauingenieur bringt 35 Jahre Erfahrung aus dem Bereich der Zerspanungstechnik und der Schneidstoff- und Verfahrensentwicklung ein. Als Mitglied der Geschäftsleitung verantwortet er die Bereiche Service, Afters Sales und Kundendienst und will mit einer Dienstleistungsoffensive die Technologieführerschaft im Bereich der komplexen Komplettbearbeitung weiter ausbauen. Das Gespräch führte Ing. Robert Fraunberger, x-technik

Unser Ziel ist es, die Technologieführerschaft im Bereich der Komplettbearbeitung komplexer Bauteile zukünftig nicht nur zu halten, sondern noch weiter auszubauen. Dazu werden wir die Bereiche Service, After Sales und Kundendienst noch weiter forcieren.

Kenneth Sundberg, General Manager After Market Sales bei WFL

Unser Ziel ist es, die Technologieführerschaft im Bereich der Komplettbearbeitung komplexer Bauteile zukünftig nicht nur zu halten, sondern noch weiter auszubauen. Dazu werden wir die Bereiche Service, After Sales und Kundendienst noch weiter forcieren. Kenneth Sundberg, General Manager After Market Sales bei WFL

WFL Verzahnungslösungen – FLANX

Hohe Qualitätsansprüche, Profilkorrektheit und sowohl zuverlässige als auch flexible Bearbeitungslösungen sind oft Schlüsselmerkmale für die Herstellung von Verzahnungen. Dies hat WFL dazu veranlasst, entsprechend wirtschaftliche Technologien zu entwickeln.

Dank eines stabilen Aufbaus, bieten MILLTURNs hervorragende Präzision für jede Bearbeitungssituation. Hohe Materialabtragsraten, technologische Flexibilität und die Kombination mit In-Process-Messen bilden die Basis für die Herstellung von Zahnrädern, Ritzeln und Verzahnungen auf Wellen. Dazu wurden Softwarelösungen zur Unterstützung verschiedener Bearbeitungsvorgänge entwickelt, um Verzahnungen effizient und einfach herstellen zu können. Mit den FLANX-Software-Paketen können hochwertige Verzahnungen sehr einfach programmiert werden:

Flanx-Hob: Das Abwälzfräsen, Flanx-Hob, wird für gerade und schräge Außenverzahnungen (zylindrisch oder ballig) verwendet.

Flanx-Spline: zum geraden aber auch schrägen Wälzstoßen von Außen- und Innenverzahnungen.

Flanx-Gear Skiving: Wälzschälverfahren zur hocheffizienten Fertigung von kurzen Außen- und Innenverzahnungen bei einem synchronisierten Betrieb von Haupt- und Frässpindel.

Flanx-Large Module: eine Verzahnungslösung zur Herstellung von großen evolventen Stirnradverzahnungen.

Flanx-Invo: Der Zyklus ist in Kooperation mit Sandvik Coromant (InvoMillingTM by Sandvik Coromant) entstanden und dient zum Fräsen der unterschnittfreien Evolventenformen von Zahnflanken.

Herr Sundberg, seit November 2017 ergänzen Sie die WFL-Geschäftsführung. Wie ist es dazu gekommen?

Der Eigentümer von WFL hat mir das Angebot gemacht, die Bereiche Service, Afters Sales und Kundendienst zu leiten und diese sukzessive auszubauen. Dazu gehört das klassische Service unserer MILLTURN-Maschinen, das Ersatzteilmanagement aber auch alle Dienstleitungen, die WFL darüber hinaus noch zusätzlich anbietet. Nach rund 35 Jahren, die ich in den unterschiedlichsten Positionen bei Sandvik Coromant tätig war, ist es natürlich reizvoll, mein Wissen und meine Erfahrung bei einem Werkzeugmaschinenhersteller einzubringen. Wichtig für meine Entscheidung war, dass WFL ein sehr angesehener und technologisch führender Anbieter von Komplettbearbeitungsmaschinen ist.

Wesentliches Ziel von WFL ist es, dass Kunden nach einer Investition in eine MILLTURN auch das Maximum an Performance und Produktivität für ihre Fertigung generieren können. Dies geschieht einerseits durch zahlreiche intelligente Zyklen, andererseits durch eine intensive After Sales-Betreuung und laufende Prozessoptimierungen.

Wesentliches Ziel von WFL ist es, dass Kunden nach einer Investition in eine MILLTURN auch das Maximum an Performance und Produktivität für ihre Fertigung generieren können. Dies geschieht einerseits durch zahlreiche intelligente Zyklen, andererseits durch eine intensive After Sales-Betreuung und laufende Prozessoptimierungen.

Inwiefern können Sie Ihr Know-how einbringen?

Bei WFL steht nicht der Verkauf einer Werkzeugmaschine im Fokus, sondern der wirtschaftliche Erfolg unserer Kunden. Wesentlich ist daher, dass diese nach einer Investition in eine MILLTURN auch das Maximum an Performance und Produktivität für ihre Fertigung generieren können. Letztlich natürlich, damit der Return on Investment so rasch wie möglich erfolgen kann, um dadurch einen deutlichen Mehrwert gegenüber Marktbegleitern generieren zu können. WFL besitzt eine ausgesprochen hohe Fertigungskompetenz und ein umfangreiches Prozesswissen. Dies wollen wir unseren Kunden bestmöglich vermitteln und ihnen damit helfen, noch effizienter zu werden. Meine Aufgabe ist es, unser Dienstleistungspaket auf eine möglichst breite Basis zu stellen und weiter auszubauen.

Auch der Service-Gedanke wird bei WFL großgeschrieben: den Kunden stehen top-ausgebildete Servicetechniker bei technischen Problemen zur Seite.

Auch der Service-Gedanke wird bei WFL großgeschrieben: den Kunden stehen top-ausgebildete Servicetechniker bei technischen Problemen zur Seite.

Wie groß ist Ihre Abteilung?

Zurzeit beschäftigen wir im Service & After Sales in Linz 65 Mitarbeiter – weltweit sind es rund 80. Im Prinzip sind wir in vier Bereiche unterteilt. Der Bereich Business Projects kümmert sich hauptsächlich um Technologieentwicklung. WFL hat über die Jahre zu den unterschiedlichsten Bearbeitungsprozessen hochproduktive und intelligente Lösungen ausgearbeitet. Neben der hohen Innenbearbeitungskompetenz ist hier unter anderem Verzahnungsfräsen zu nennen (Anm.: siehe Infobox). Dies ist beispielsweise für Unternehmen hochinteressant, die keine Spezialmaschine besitzen und daher Verzahnungen hochwirtschaftlich auf einer Komplettbearbeitungsmaschine in einer Aufspannung erstellen möchten.

Ein weiterer Bereich ist die Entwicklung eigener Werkzeugsysteme – der Bereich Tooling Solutions – die wir für die unterschiedlichsten Zerspanungsaufgaben optimieren. Konkret geht es um Prismenwerkzeuge, die ein fixer Bestandteil der Bearbeitungslösung sein können. Der wohl klassischste Teil ist der Bereich Customer Service – dort stehen unseren Kunden top-ausgebildete Servicetechniker bei technischen Problemen zur Seite. Der letzte Bereich sind Manufacturing Solutions. Hier geht es einerseits um Optimierungsprojekte, also eine Art von Consulting, wo wir gemeinsam mit dem Kunden die Bearbeitung bestimmter Bauteile noch wirtschaftlicher gestalten.

Neben der bekannten Innenbearbeitungskompetenz bietet WFL mit FLANX vielfälltige Verzahnungslösungen – hochwirtschaftlich in einer Aufspannung auf einer MILLTURN Komplettbearbeitungsmaschine.

Neben der bekannten Innenbearbeitungskompetenz bietet WFL mit FLANX vielfälltige Verzahnungslösungen – hochwirtschaftlich in einer Aufspannung auf einer MILLTURN Komplettbearbeitungsmaschine.

Bieten Sie auch das Thema Retrofitting an?

Ja, absolut. Neben unserer Bearbeitungskompetenz ist ein weiterer Schwerpunkt, bereits im Markt befindliche MILLTURN-Maschinen mit Hard- und Softwareupdates auf den neuesten Stand der Technik zu bringen, um die Leistung dieser Maschinen wieder auf das höchstmögliche Niveau zu bringen. Mit all diesen Möglichkeiten wollen Sie natürlich die Kundenbindung nochmals stärken. Natürlich ist Kundenbindung ein wichtiger Aspekt. Darüber hinaus erhalten wir dadurch auch einen tiefen Einblick in die Bedürfnisse der Anwender aus den unterschiedlichen Branchen. Daraus werden wieder neue Kompetenzen entwickelt – ein hochproduktiver Kreislauf.

Überrascht es Sie, dass ein Maschinenhersteller eine derart hohe Bearbeitungskompetenz besitzt?

Ich wusste aus meiner Zeit bei Sandvik Coromant aus unzähligen Projekten, dass die Werkzeugmaschinenbranche an sich eine hohe Zerspanungskompetenz mit sich bringt. Trotzdem war ich überrascht, wie ausgeprägt und in welcher Breite dieses Wissen bei WFL vorhanden ist.

Und dieses Know-how nutzen Sie bei neuen Projekten?

Ein Unternehmen, das sich für eine MILLTURN-Komplettbearbeitungsmaschine von WFL entscheidet, konfrontiert uns zumeist mit einer konkreten Bearbeitungsaufgabe und erwartet eine hochwirtschaftliche Gesamtlösung. Unser Team hat dann die Aufgabe, die meist komplexen Anforderungen kreativ zu lösen.

Und im laufenden Prozess noch weiter zu optimieren?

Definitiv – dieser Servicegedanke wird von globalen Unternehmen erwartet und genau das ist auch eine unserer Stärken. Wir begleiten unsere Kunden auch bei weiteren, neuen Projekten, damit die zahlreichen Vorteile unserer Maschinen auch weiterhin zum Tragen kommen. Wir werden für diese Zwecke ein spezielles Team aufbauen, das noch intensiver mit unseren Kunden vor Ort agieren kann. Auch das Zusammenspiel mit dem Vertrieb und unseren Vertretern wird diesbezüglich noch weiter verbessert.

Wo sehen Sie WFL mit all diesen Maßnahmen in ein paar Jahren?

Es gibt viele gute Werkzeugmaschinenhersteller – WFL hat sich weltweit einen ausgezeichneten Namen gemacht und ist in dem Bereich der komplexen Komplettbearbeitung sicherlich führend. Ziel muss es aber sein, diese Technologieführerschaft zukünftig nicht nur zu halten, sondern noch weiter auszubauen. Auch die Zusammenarbeit mit Forschung- und Entwicklung wird zukünftig noch weiter vertieft. Ein gutes Beispiel ist hier die Kooperation mit dem AMRC (The University of Sheffield Advanced Manufacturing Research Center spezialisiert sich auf die Forschung und Entwicklung im Bereich der fortgeschrittenen Fertigungstechnik).

Darüber hinaus werden wir auch die Zusammenarbeit mit den führenden Zerspanungswerkzeug-, Spannmittel-, Messtechnik- und Softwareherstellern weiter vorantreiben, um den optimalen Einsatz der Werkzeugschneiden sicherstellen zu können. Zusammenfassend denke ich, dass sich WFL den wachsenden Kundenanforderungen absolut stellt und sich noch intensiver als in der Vergangenheit, mit neuen Dienstleistungen rund um die Werkzeugmaschine eine sehr gute Ausgangslage am Markt erarbeiten wird.

Danke für das Gespräch.

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